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28.04.2012

15:00 Uhr

Arbeiten im Testtunnel

Satellitenbilder deuten auf neuen Atomtest in Nordkorea hin

Neue Satellitenbilder geben Hinweise darauf, dass in Nordkorea ein neuer Atomtest vorbereitet wird. Die Fotos zeigen intensive Arbeiten auf einem Versuchsgelände. Es wäre der dritte Atomversuch für das Land.

Demonstrationen gegen die Regierung von Nordkorea. dpa

Demonstrationen gegen die Regierung von Nordkorea.

SeoulNach ihrem missglückten Raketenstart Mitte April bereitet die nordkoreanische Führung offenbar einen neuen Atomtest vor. In der Nähe der Ostküste gebe es offensichtlich Vorbereitungen für den insgesamt dritten Atomversuch in der Geschichte des Landes, berichtete die auf die Thematik spezialisierte US-Internetseite 38 North am Samstag unter Verweis auf aktuelle Satellitenbilder. Diese gäben jedoch keinen Aufschluss darüber, wann mit dem Test zu rechnen sei.

Die Fotos zeigten, wie aus einem Testtunnel Erdreich transportiert werde, das offensichtlich von Ausbaggerungen stamme, hieß es auf der Internetseite. Auch auf dem Versuchsgelände fänden umfangreiche Grabungsarbeiten statt. Dorthin seien zudem zahlreiche Gegenstände gebracht worden, die allerdings anhand der Fotos nicht genau identifiziert werden könnten, berichtete die Website. Sie zitierte den südkoreanischen Verteidigungsminister Lim Kwan Bin mit den Worten, es bestehe eine „hohe Wahrscheinlichkeit“ für einen neuen Atomtest.

Nordkorea hatte am 13. April eine Rakete mit einem Beobachtungssatelliten gestartet, die jedoch kurz darauf ins Gelbe Meer stürzte. Die USA, Japan und Südkorea betrachteten den Start als verdeckten Test einer Langstreckenrakete für das nordkoreanische Atomprogramm und damit als Verstoß gegen UN-Resolutionen. Als die USA daraufhin Nahrungsmittellieferungen aussetzten, kündigte Nordkorea ein Moratorium für Atomtests auf. Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006 und 2009 zwei Atomtests gemacht.

Von

afp

Kommentare (1)

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vandale

29.04.2012, 09:46 Uhr

Nordkorea sucht, soweit bekannt, den Weg über Plutonium zur Bombe. Plutonium neigt zu Spontanspaltungen die zur Frühzündung während der Verdichtung des Pu führen. Deshalb erfordert das zünden einer Pu Bombe eine sehr rasche Verdichtung* um die Wahrscheinlichkeit einer Frühzündung zu minimieren. Hierzu wählt man den Ansatz eine Hohlkugel von allen Seiten mit Sprengstoff zu komprimieren. Wer versucht hat einen Ball gleichzeitig von allen Seiten zusammenzudrücken weiss wie schwierig dies ist. Metallisches Plutonium lässt sich aufgrund seiner schlechten Wärmeleitfähigkeit und mehrerer Phasenänderungen während des Abkühlens nur sehr schwer Lunker- und rissfrei giessen. Auch ein Sprengstoffmantel der einen gleichmässigen Druck auf die Pu Kugel erzeugt ist im Design und der Herstellung herausfordernd. Insofern ist es durchaus möglich dass die Norkoreanischen Wissenschaftler und Techniker durch diese Bombe sehr herausgefordert werden, bzw. die vorausgegangenen Tests unbefriedigend verliefen.

Vandale

*Die Herausforderung durch Spontanspaltungen und der daraus resultierende Neutronenhintergrund ist ein Grund warum das Plutonium aus Leichtwasserreaktoren ziemlich ungeeignet zum Bombenbau ist.

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