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08.03.2013

16:45 Uhr

Arbeitsmarkt

USA schaffen weit mehr Stellen als erwartet

In den USA ist die Arbeitslosenquote gefallen – auf nun 7,7 Prozent. Die Zahl der neuen Stellen ist überraschend stark gestiegen. Der Dollar reagiert mit einem deutlichen Kursprung, Euro und Gold fallen.

Die USA überraschen mit guten Arbeitsmarktdaten. dpa

Die USA überraschen mit guten Arbeitsmarktdaten.

WashingtonNach langem Niedergang meldet sich der US-Jobmarkt mit kräftigem Stellenaufbau und der niedrigsten Arbeitslosenquote seit Jahren eindrucksvoll zurück. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im Februar um 236.000, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 160.000 neuen Stellen gerechnet. Insbesondere der Bau verspürt wieder Aufwind und stellt fast ein Fünftel der neuen Jobs in den USA. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 auf 7,7 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende 2008.

Auch wenn die Arbeitslosenquote noch deutlich über dem langjährigen Schnitt von sechs Prozent liegt, keimt Hoffnung auf eine Wende am Arbeitsmarkt auf. "Das sind wirklich gute Zahlen", sagte Craig Dismuke vom Finanzdienstleister Vining Sparks.

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Die Rotstift-Politik des Staates bremste den Aufwärtstrend jedoch. Unter dem Strich wurden 10.000 Stellen im öffentlichen Sektor gestrichen. Da Demokraten und Republikaner sich im erbitterten Haushaltsstreit im Kongress nicht einigen konnten, ist die öffentliche Hand zu milliardenschweren Einsparungen gezwungen.

In den kommenden Monaten könnten die seit dem 1. März greifenden automatischen Ausgabenkürzungen des Staates die Beschäftigungszuwächse etwas dämpfen, befürchtet Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. Der Jobmarkt bleibe jedoch in einer "stabilen Erholungsphase". Die Industrie stellte 14.000 neue Mitarbeiter und beschleunigte damit ihren Jobaufbau.

Angesichts der Erholung am Immobilienmarkt und des Wiederaufbaus nach Hurrikan "Sandy" an der Ostküste im Herbst hat auch die Bauindustrie wieder alle Hände voll zu tun. Der Jobaufbau fiel im Februar mit 48.000 so stark aus wie seit März 2007 nicht mehr.

“Der Arbeitsmarkt sieht ziemlich robust aus”, sagte Drew Matus, Vize-Chefvolkswirt USA bei UBS Securities LLC in Stamford. “In den meisten Bereichen gab es eine recht gesunde Zuwachsrate. Die Fed wird glücklich sein, diese Zahlen zu sehen”, so der Ökonom, der die Arbeitslosenquote korrekt vorhergesagt hatte. “Sie signalisieren, dass sie genau das Richtige tun, um die Wirtschaft anzukurbeln.”

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

USA

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA

Ausblick: Negativ

China

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Japan

S&P Rating: AA-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Negativ

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Vereinigtes Königreich

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Brasilien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Russland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Indien

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Kanada

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Australien

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Schweiz

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Das Wachstum der US-Wirtschaft war am Jahresende fast zum Stillstand gekommen. Das schürte Befürchtungen, der Wirtschaft könnte trotz einer Börsenrally und milliardenschwerer Konjunkturspritzen der Notenbank die Puste ausgehen. Die Federal Reserve, die Vollbeschäftigung fördern soll, ist jedoch von einer anhaltenden Erholung überzeugt. Sie hat das Wachstum mit ihrer Nullzinspolitik und einer Reihe weiterer konjunkturstimulierender Maßnahmen - im Fachjargon QE genannt - maßgeblich angeschoben.

Sie will ihre monatlichen Wertpapierankäufe im Volumen von 85 Milliarden Dollar so lange fortsetzen, bis sich die Perspektiven am Arbeitsmarkt durchgreifend aufgehellt haben. Fed-Chef Ben Bernanke hatte zuletzt im Kongress Spekulationen zurückgewiesen, die Geldschwemme könnte vorzeitig gestoppt werden.

Die Erholung am Jobmarkt hat nun eine Stärke erreicht, die eine deutliche Verringerung der Arbeitslosigkeit möglich macht. Einer Faustregel zufolge müssen dafür Monat für Monat rund 250.000 Stellen geschaffen werden. "Es ist noch zu früh, um das Ende von QE auszurufen", sagte Analyst Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange. Jedoch könnte die Aufhellung am Arbeitsmarkt die Fed dazu bewegen, früher als gedacht aus den Anleihe-Käufen auszusteigen.

Kommentare (6)

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08.03.2013, 16:02 Uhr

So einfach ist es die LEute zu verdummbeuteln. 1.) Diese "offiziellen" Zahlen, soll glauben wer will. 2.) Viel Arbeitsplätze sind nicht immer ein Faktor für Wachstum und Wirtschaft, vor allem nicht wenn jeder Ami bald 2 Jobs haben muss um über die Runden kommen zu kommen, während über 40 Millionen andere Amis momentan von Fressmarken leben müssen.

Account gelöscht!

08.03.2013, 16:18 Uhr

Tja, und der Januar wurde dagegen kräftig nach unten revidiert. Der uralte Trick. Wird natürlich unter den Teppich gekehrt. Man bekommt aber so gaaaanz langsam den Eindruck, dass immer mehr Leute das Spiel durchschauen. Immerhin !

HerbertEden

08.03.2013, 16:22 Uhr

Der Arbeitsmarkt sieht ziemlich robust aus - die Methode, die Daten zu erheben dagegen schauerlich. Die Januar-Revision bedeutet eine Korrektur um 24%! Mal angenommen, im Februar hat man sich auch um diesen Wert verzählt - was machen wir dann mit der Zahl von 179.000 neu geschaffenen Stellen? Aber vielleicht bedenken das ja auch einige schon: Gold und Silber preschen nach dem Absacker auf neue Tageshochs, und DOW und DAX gehen in die Knie. Was für ein Datensalat! Und wer besch.... uns hier am meisten?

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