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12.10.2011

14:33 Uhr

Arbeitsmarkt-Zahlen

Briten kämpfen mit Rekordarbeitslosigkeit

Konjunkturschwäche und Rotstiftpolitik haben in Großbritannien die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit 1994 getrieben. Auch die weiteren Aussichten für den Arbeitsmarkt sind nach Meinung von Experten düster.

Menschen protestieren in London gegen die massiven Kürzen der britischen Regierung. dpa

Menschen protestieren in London gegen die massiven Kürzen der britischen Regierung.

LondonDas Heer der Erwerbslosen schwoll in Großbritannien in den Monaten Juni bis August um 114000 auf 2,57 Millionen an, wie aus den am Mittwoch vorgelegten offiziellen Arbeitsmarkt-Daten hervorgeht. Nach der hierfür verwendeten Statistik der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die auch Jobsucher einschließt, ist dies der höchste Stand seit Oktober 1994. Die Arbeitslosenquote legte leicht auf 8,1 Prozent zu und damit auf den höchsten Wert seit Oktober 1996. Im September stieg die Zahl der Briten, die Arbeitslosenunterstützung beantragten, um 17500 und damit nicht so stark wie von Analysten erwartet. Diese hatten ein Plus von 25000 auf dem Zettel.

Die Aussichten für den britischen Arbeitsmarkt sind aus Sicht von Experten düster: „Die Wirtschaft wächst einfach nicht stark genug, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten“, sagte Ökonom Alan Clarke von Scotia Capital.

Auch Arbeitsminister Chris Grayling bewertet die jüngsten Daten als „überhaupt nicht positiv“. Großbritannien spüre die Folgen der internationalen Finanzkrise und der Probleme in der Euro-Zone. Zum Abbau des staatlichen Schuldenbergs will die Regierung kräftig sparen und streicht massenhaft Stellen: Schätzungen zufolge werden in den kommenden Jahren mehr als 300000 staatliche Jobs dem Rotstift zum Opfer fallen.

Um der schwächelnden Wirtschaft Beine zu machen, hat sich die Bank of England (BoE) Anfang des Monats zu neuen Konjunkturspritzen entschlossen. Die Zentralbank pumpt in den nächsten Monaten durch Staatsanleihenankäufe zusätzliche 75 Milliarden Pfund in das Finanzsystem. BoE-Chefökonom Spencer Dale ließ im Gespräch mit Reuters jedoch offen, ob die Summe zur Stabilisierung der lahmenden Wirtschaft ausreichen wird: „Es wird entscheidend davon abhängen, was sich in unserer Wirtschaft tut, aber noch weit mehr davon, was sich im Rest der Welt tut.“ Das europäische Vorgehen in der Griechenland-Krise habe in den vergangenen Monaten mit dazu beigetragen, dass es global zu einer Abwärtsspirale beim Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung gekommen sei. Die BoE werde die Lage weiter genau beobachten.

 

Von

rtr

Kommentare (2)

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Erstaunlichst

12.10.2011, 15:27 Uhr

das ist nicht zu fassen. wie kann ein Land, das nächstes Jahr die Olympischen Sommerspiele austrägt, eine Jobkrise haben. Da stinkt was gewaltig. Sind diese Jobs also doch alles Schwarzarbeiterfakes?

Account gelöscht!

12.10.2011, 15:45 Uhr

wenn man seine ganze eigene Wirtchaft zerstört und alles ins Ausland verlagert, ist so etwas kein Wunder.
Bei uns ist es doch nicht viel anders.
Nur bei uns müssen die Leute, vom Staat befohlen, zu Billigstlöhnen arbeiten, die Firmen brauchen dafür nichts zahlen, denn das zahlt der Staat. Die DDR läßt grüßen Damit wird bei uns die Arbeitslosigkeit schön gerechnet.
Dass uns diese Globalisierung die falsch verstanden wurde und der Abbau der Wirtschaft weil man in China und sonstwo so schön billig produzieren kann, mal um die Ohen schlägt, war doch voraus zu sehen.
Aber wenn man nur noch blöde Politiker hat, die zudem ihr eigenes Land nicht mehr achten und vertreten, sondern fremde Interesen, braucht man sich nicht wundern.
Europa wird mit seinem Gejage nach Globalisierung, Produzieren in anderen Ländern und somit Ausbeutung dieser Leute dort, gnadenlos untergehen. Wir sind bereits auf denm Weg in den Untergang

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