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04.04.2014

06:30 Uhr

Arbeitsmarktreform Spanien

Ein bisschen demonstrieren

VonAnne Grüttner

Die Spanier wollten in 50 Großkundgebungen gegen das „Fiasko der liberalen Politiklinien“ protestieren. Doch die Gewerkschaften locken keine Massen mehr an, denn Spanien geht es besser – und die Menschen hoffen.

Ein paar Hundert Demonstranten versammelten sich um 18:30 Uhr auf der wunderschönen Plaza de Cibeles, um gegen die Arbeitsmarktreform zu demonstrieren. ap

Ein paar Hundert Demonstranten versammelten sich um 18:30 Uhr auf der wunderschönen Plaza de Cibeles, um gegen die Arbeitsmarktreform zu demonstrieren.

MadridSo richtig Empörung wollte nicht aufkommen bei der für gestern Abend von den großen Dachgewerkschaften einberufenen Kundgebung in Madrid. Die Sache erinnerte eher an eine Pflichtübung. Ein paar Hundert Demonstranten versammelten sich um 18:30 Uhr auf der wunderschönen Plaza de Cibeles, um dann hinter einem großen Tuch mit der Aufschrift „Gegen die Arbeitsmarktreform“ zur besten Hauptverkehrszeit die Madrider Hauptachse Paseo de la Castellana hinunter und zum zentralen Platz „Puerta del Sol“ zu marschieren. Ein Ein großes Kontingent stellten dabei die Arbeiter mehrerer Coca-Cola-Abfüllbetriebe, die sich seit Wochen vergeblich gegen eine Massenentlassungsverfahren wehren, das mehr als tausend Arbeiter betrifft. Eines hatten die Veranstalter, die drei nationalen Gewerkschaften CCOO, UGT, USO sowie die gewerkschaftsnahe Bewegung „Cumbre Social“, auf jeden Fall schon erreicht: Ein Verkehrschaos im Zentrum der spanischen Hauptstadt.

Auf der Puerta del Sol wurden dann eine halbe Stunde lang Reden gehalten. Ein Referendum, forderten unter anderem die Madrider Vertreter der CCOO und UGT, um festzustellen ob das Volk die Politik des konservativen Regierungschefs Mariano Rajoy noch gutheißt. Eine Politik, die in einem „Fiasko“ geendet habe. Dem „Fiasko der liberalen Politiklinien“.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission


Um 20 Uhr gingen dann friedlich alle nach Hause zum Abendessen. Innerhalb weniger Minuten wurde die Puerta del Sol wieder, als wäre nichts passiert, von den als Sponge Bob oder Micky Mouse verkleideten Luftballonverkäufern besetzt. Die Mariachis mit ihren großen Hüten und den Instrumenten nahmen ihren Platz an einer der Fontänen wieder ein, sogleich scharte sich eine Traube von Touristen um sie herum. Auf der anderen Seite des Platzes wurde still die Tribüne abgebaut, ein Grüppchen von zehn Gewerkschaftlern standen daneben noch zusammen und klönten. Auf die Frage, ob nicht ziemlich wenig Leute dem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt seien, erklärte eine freundliche Mittfünzigerin, sie könne dazu nichts sagen, da sie ganz vorne im Zuge gelaufen sei. Von da habe sie nicht sehen können, wie lang sich der Menschenschweif hinter ihr herzog.

Ähnliches spielte sich in insgesamt 53 spanischen Städten ab – als Vorspiel zu einer für heute geplanten Großdemonstration in Brüssel, organisiert vom Europäischen Gewerkschaftsbund. Ein anderes Europa sei notwendig, ein europäischer Investitionsplan zur Schaffung qualitativer Arbeitsplätze, hatte der Madrider UGT-Generalsekretär José Ricardo Martínez im Vorfeld der Demonstration erklärt. Die neuen Generationen wüßten doch leider schon gar nicht mehr, was ein fester Arbeitsvertrag überhaupt sei.

Das Motto der Kundgebung sei keinesfalls neu, gab wenigstens der für Madrider Chef der Gewerkschaft CCOO, Jaime Cedrún, zu. Anders sei aber, dass man diesmal „für eine Alternative“ auf die Straße gehe. „Für eine Beschäftigungspolitik, statt einer Sparpolitik.“

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

04.04.2014, 09:43 Uhr

Hallo "Klopapier",
nehmen Sie doch bitte zur Kenntnis:
"Es ischt alle auf gutem Wäg!"

Account gelöscht!

04.04.2014, 17:53 Uhr

Liebe Frau Grüttner, warum schreiben Sie solch einen oberflächlichen, schönrednerischen "Blödsinn"?

Liebes Handelsblatt, warum veröffentlichen Sie solch einen oberflächlichen, schönrednerischen "Blödsinn"?

Unter den Lesern des Handelsblattes gibt es eine große Menge von Leuten, die aufmerksam und kritisch die Ereignisse in der EU verfolgen - wie ja das Handelsblatt selbst eigentlich auch. Niemand fällt auf solche Berichte herein. Nur weil es in Spanien gerade mal einen Moment ziemlich ruhig war, kann man noch lange nicht von einer Trendwende sprechen. Und die Zahlen zum wirtschaftlichen Aufschwung in Spanien will eh keiner mehr hören. Die Zahlenschiebereien der Vergangenheit sprechen eine zu deutliche Sprache.

Vielleicht waren ja auch spanische Gewerkschafter auf dem Weg nach Brüssel und konnten sich daher "zu Hause" gerade nicht so engagieren.

_ _ _

Eine Groß-Demo der Europäischen Gewerkschaften in Brüssel eskalierte. Rund 30.000 Teilnehmer protestierten gegen das „Kaputtsparen“ der EU.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/04/ausschreitungen-in-bruessel-brandbomben-bei-demo/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/zehntausende-demonstrieren-in-bruessel-gegen-europas-sparpolitik-a-962600.html

- - -

Mit solchen Artikeln wie diesem setzt das Handelsblatt noch seinen guten Ruf auf´s Spiel.

Account gelöscht!

04.04.2014, 17:53 Uhr

Liebe Frau Grüttner, warum schreiben Sie solch einen oberflächlichen, schönrednerischen "Blödsinn"?

Liebes Handelsblatt, warum veröffentlichen Sie solch einen oberflächlichen, schönrednerischen "Blödsinn"?

Unter den Lesern des Handelsblattes gibt es eine große Menge von Leuten, die aufmerksam und kritisch die Ereignisse in der EU verfolgen - wie ja das Handelsblatt selbst eigentlich auch. Niemand fällt auf solche Berichte herein. Nur weil es in Spanien gerade mal einen Moment ziemlich ruhig war, kann man noch lange nicht von einer Trendwende sprechen. Und die Zahlen zum wirtschaftlichen Aufschwung in Spanien will eh keiner mehr hören. Die Zahlenschiebereien der Vergangenheit sprechen eine zu deutliche Sprache.

Vielleicht waren ja auch spanische Gewerkschafter auf dem Weg nach Brüssel und konnten sich daher "zu Hause" gerade nicht so engagieren.

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Eine Groß-Demo der Europäischen Gewerkschaften in Brüssel eskalierte. Rund 30.000 Teilnehmer protestierten gegen das „Kaputtsparen“ der EU.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/04/ausschreitungen-in-bruessel-brandbomben-bei-demo/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/zehntausende-demonstrieren-in-bruessel-gegen-europas-sparpolitik-a-962600.html

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