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30.03.2016

13:25 Uhr

Arbeitszeiten

So arbeitet die Welt

Deutschland diskutiert über flexiblere Arbeitszeiten und neue Arbeitszeitmodelle. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Wie viel und wie arbeiten die Menschen dort? Unsere Korrespondenten berichten.

Sind die Arbeitszeitmodelle in Deutschland flexibel genug? Deutschland diskutiert. dpa

Büros

Sind die Arbeitszeitmodelle in Deutschland flexibel genug? Deutschland diskutiert.

Düsseldorf/London/Paris/Rom/Stockholm/TokioEs ist dieses eine Zitat, das in Deutschland gerade für Unruhe sorgt: „Es sollte zum Beispiel möglich sein, auch einmal über zehn Stunden hinaus zu arbeiten und den Ausgleich hierfür an anderen Tagen zu nehmen“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.

Ihm ist das deutsche System zu starr. Mehr Flexibilität soll her. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hält dagegen: Flexibleren Arbeitszeiten könne es nur geben, wenn es im Gegenzug mehr Sicherheit für die Beschäftigten gebe. „Wenn Unternehmen Flexibilität einfordern, müssen sie diese auch möglich machen. Wir müssen weg von der reinen Anwesenheits-Kultur, hin zu mehr Homeoffice und anderen flexiblen Möglichkeiten kommen“, sagte sie.

Viele Menschen in Deutschland arbeiten längst jenseits des immer gleichen Vollzeitjobs von neun bis fünf. Das Recht auf Teilzeit ist auch gesetzlich verankert. Doch andere Arbeitszeitmodelle wie Zeitkonten, Jahresarbeitszeitkonten oder Homeoffice sind keinesfalls Standard.

Arbeiten die Deutschen zu viel?

In Deutschland dürfen Arbeitnehmer laut Gesetz maximal acht Stunden täglich arbeiten, in Ausnahmefällen bis zu zehn Stunden – aber auch nur dann, wenn wenn in sechs Monaten die durchschnittliche Tagesarbeitszeit nicht über acht Stunden liegt.

1.656,5 Stunden arbeiteten die Deutschen 2015, im Schnitt 41,5 Stunden pro Woche, damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich zwar im Durchschnitt, doch im weltweiten Vergleich nur darunter. Mexikaner, Südkoreaner, Griechen oder Polen arbeiten weitaus mehr. Laut Gesetz stehen den Deutschen 24 Urlaubstage zu, doch meistens haben Arbeitnehmer wegen bestehender Tarifverträge 30 Tage Urlaub oder mehr. Im Vergleich: In China sind es laut Statista per Gesetz nur 5, in Russland 22, genauso wie in Spanien. Die Frauenerwerbsquote liegt bei 72 Prozent, aber viele Frauen arbeiten in Nebenjobs oder in Teilzeit.

In welchen Berufen es eine Mindestgröße gibt

Körperliche Voraussetzungen

Arbeitgeber verlangen in einigen Berufen bestimmte körperliche Voraussetzungen von ihren Beschäftigten. Beispiele:

Piloten

Bei Lufthansa und Germanwings sollen Piloten zwischen 1,65 und 1,98 Meter groß sein sowie ein gutes Sehvermögen haben. Bei anderen Fluggesellschaften wie Air Berlin gibt es keine Größenvorgaben.

Flugbegleiter

Auch für sie gibt es eine Mindestgröße, die von Gesellschaft zu Gesellschaft variiert. Bei Lufthansa und Air Berlin beträgt sie 1,60 Meter, bei Lufthansa Cityline 1,58 Meter, bei Germanwings 1,65 Meter. Auch eine bestimmte Sehschärfe wird verlangt.

Polizei

Wer bei der Polizei arbeiten möchte, sollte kein Über- oder Untergewicht haben und über ausreichendes Sehvermögen verfügen. Es werden auch Anforderungen an die Körpergröße gestellt: Bei der Bundespolizei muss eine Frau mindestens 1,63 Meter und ein Mann mindestens 1,65 Meter messen, höchstens dürfen sie 1,95 Meter groß sein. In den Ländern ist das unterschiedlich. Die Polizei Baden-Württemberg verlangt etwa eine Mindestgröße von 1,60 Meter, in Bayern liegt die Latte bei 1,65 Meter, in Berlin bei 1,60 Meter für Frauen und 1,65 Meter für Männer.

Zoll

Der Zoll verlangt eine Mindestgröße von 1,60 Meter sowie eine bestimmte Sehschärfe.

Berufsfeuerwehr

Fitness ist Grundvoraussetzung. Die Feuerwehr Nürnberg etwa verlangt einen „Top-Gesundheitszustand“: sehr gutes Sehvermögen, Schwindelfreiheit, Mindestkörpergröße von 1,65 Meter und Atemschutztauglichkeit.

Quelle: dpa

Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Wie viel und wie arbeiten die Menschen dort. Unsere Korrespondenten berichten.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

30.03.2016, 14:21 Uhr

Mindestens 8 Std., Selbstständige & Co. und etwas besserverdienende auch mal 10, 12 bis 15 Stunden.

Davon profitiert die Wirtschaft gegenwärtig und der Steuersäckl brummt vor lauter Einnahmen.

Der Preis der Besserverdienenden ist im Alter gesundheitlich größtenteils sehr hoch, manchmal auch zu hoch. Ob sie das Rentenalter dsbei erreichen werden und genießen können, steht auf eienm anderen Blatt.

Der Rest der Bevölkerung wird sein Dasein im Rentanalter mit inflationsbereinigt vieleicht 800 bis 1000 Euro im Monat dshinleben müssen.

Dafür durfte er täglich mind. 45 Jahre lang zu seiner Arbeit gehen oder fahren.

Die Zukunft der meisten deutschen Arbeitnehmer sieht aufgrund der demogrsphischen Entwicklungen u.a. Fehlentwicklubgen im Sozialsystem eher sehr bescheiden aus.

Das sollte sich der deutsche Michel bewusst sein.

Und wie es woanders aussihet, dürfte ihn nicht jucken.

Herr Marc Otto

30.03.2016, 14:31 Uhr

 
Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Peter Noack

30.03.2016, 14:37 Uhr

Wer Urlaubstage in Prozent abrechnet hat keine Ahnung.
Vergleichbar sind durchschnittliche Arbeitszeiten in den verglichenen Ländern. Die jährlichen Arbeitszeiten kommen im Beitrag nicht vor.
Soll wirklich behauptet werden, dass in den USA 0 % Urlaub gesetzlich garantiert ist? Nehmen Amerikaner keinen Urlaub, niemals?
Die Amerikaner arbeiten viel länger als die Deutschen und die Deutschen arbeiten länger als die Franzosen. Was ist der größte Reichtum? Ist das Freizeit? Dann sind die bedauerlichen Amerikaner wirklich sehr, sehr arm dran.

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