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01.04.2011

02:48 Uhr

Argentinien-Besuch

Tschechischer Präsident kritisiert Euro

Vondpa

Der tschechische Präsident hat sich bei seinem Staatsbesuch in Argentinien erleichtert gezeigt, dass sein Land den Euro noch nicht eingeführt hat. Klaus gilt als ein starker Euro-Kritiker.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner (Mitte) und Tschechiens Präsident Vaclav Klaus (links). Quelle: Reuters

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner (Mitte) und Tschechiens Präsident Vaclav Klaus (links).

Buenos AiresDer als außerordentlich vehementer Euro-Skeptiker bekannte tschechische Präsident Vaclav Klaus hat bei einem offiziellen Besuch in Argentinien am Donnerstag (Ortszeit) den Euro kritisiert. Das südamerikanische Land habe sich „relativ leicht“ von der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahreswende 2001/2002 erholt, sagte Klaus.

Dies sei Dank einer eigenen Währung, die extrem abgewertet wurde, gelungen. Die derzeitige Krise einiger europäischer Länder ähnele der Argentiniens vor knapp zehn Jahren. Der Euro versperre aber einen „argentinischen“ Ausweg aus der Misere. „Die Krise in Ihrem Land wurde durch die starre Bindung ihrer Währung an den Dollar ausgelöst, und in Europa spielt der Euro heute eine ähnlich negative Rolle, weil er verhindert, dass die Wechselkurse den jeweiligen wirtschaftlichen Gegebenheiten eines Landes angepasst werden können“, betonte Klaus bei einem Essen der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner zu Ehren des Staatsgastes.

„Gott sei Dank hat Tschechien den Euro noch nicht eingeführt“, fügte Klaus hinzu, der als vehementer Euro-Skeptiker und schwieriger Gesprächspartner in der EU gilt. Er ist gegen die Übertragung von Aufgaben an Brüssel, weil er Machteinbußen bei den nationalen Zuständigkeiten befürchtet. Kirchner bedankte sich für den Zuspruch und lobte den Gast für seine klaren Visionen hinsichtlich der Abwägung zwischen Integration und Nation.

Zugleich sprach sich Kirchner für den Ausbau der bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen aus. Auch hier äußerte sich Klaus wieder kritisch über die EU. Tschechien exportiere vor allem in die EU. Dies sei aber wegen der Krise in einigen der EU-Länder riskant und tschechische Unternehmen deshalb sehr an einer Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen mit Ländern wie Argentinien interessiert. Der Staatsbesuch endet am Sonntag. Zuvor stand noch ein Besuch in dem Touristenort El Calafate in Patagonien auf dem Programm. Dort hat die Präsidentin ein Privatanwesen.

Kommentare (10)

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gdopamin

01.04.2011, 08:13 Uhr

Yeaph. Kurz präzise und treffend. Der Euro ist Mist.

Hoffentlich setzt sich solch wirtschaftlicher Sachverstand endlich auch in den Regierungen andere Euroländer durch.

Davor steht allerdings die Einsicht, einen Fehler gemacht zu haben und ihn entsprechend zu korrigieren. Und da sehe ich bei unserer heutigen Politikergarde leider tiefschwarz.

Also weiter bis zu „Endsieg“.

wolf

01.04.2011, 08:20 Uhr

Schön dass der Präsident der Tschechischen Republik noch den Mut hat als Euro-Kritiker aufzutreten, die anderen schauen schweigend zu wie die Karre immer weiter in den Dreck fährt.

Benutzer

01.04.2011, 08:23 Uhr

Klaus hat wahrscheinlich einen Schulabschluss im Unterschied zu einigen unserer Politiker in Deutschland.
Übrigens hat Orban / Ungarn kürzlich eine Milliardenanleihe über die PNB platziert, um den IMF auszuzahlen. Hoffentlich tauchen dort nicht bald Rebellen auf.

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