Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.06.2016

04:47 Uhr

Argentinien

Ex-Behördenchef mit Säcken voll Geld festgenommen

In Argentinien ist ein Ex-Staatssekretär mit Tüten voller Geld gefasst worden. Die Polizei nahm José Lopez fest, als er versuchte, sechs große Plastiktüten mit Geld-Bündeln über die Mauer eines Klosters zu werfen.

Festgenommen: Argentiniens früherer Sekretär für Öffentliche Beschäftigung, José Lopez (Mitte). AFP; Files; Francois Guillot

Argentinien

Festgenommen: Argentiniens früherer Sekretär für Öffentliche Beschäftigung, José Lopez (Mitte).

Buenos AiresIn Argentinien ist ein ehemaliger Behördenchef der abgewählten Regierung Cristina Fernandez de Kirchner festgenommen worden, weil er mit Tüten voller Geld im Wert von etwa sieben Millionen Dollar in einem Kloster verstecken wollte. Ein Nachbar hatte die Polizei alarmiert, weil er einen Mann auf dem Anwesen sah, der dort Tüten ablegte. Die Beamten identifizierten den Mann schließlich als den früheren Sekretär für Öffentliche Beschäftigung, José Lopez.

Er wurde zunächst wegen illegalen Besitzes eines Gewehrs festgenommen. Dann entdeckte die Polizei Bündel von Bargeld sowie Uhren in mehr als 160 Päckchen in den Säcken. Auch in der Küche des Klosters fanden die Beamten Geld, ebenso im Kofferraum eines Autos.

Der Sicherheitsminister der Provinz Buenos Aires, Cristian Ritondo, sagte, Lopez habe sich bei seiner Festnahme in einem Schockzustand befunden. Er habe erzählt, er habe das Geld den Nonnen im Kloster spenden wollen, sagte Ritondo. „Es gibt Dollar, Yen, Euro und eine Währung aus Katar. Es ist eine Menge Geld.“

Um welche Beträge es genau geht, sagte er aber nicht. Der für die Region zuständige Bürgermeister Dario Kubar sprach aber von sieben Millionen Dollar. Das Kloster liegt rund 55 Kilometer westlich der Hauptstadt Buenos Aires. Nach Angaben der Nonnen war López häufiger zu Besuch in dem Kloster.

Entlassungsstopp: In Argentinien fliegt niemand mehr raus

Entlassungsstopp

In Argentinien fliegt niemand mehr raus

Zehntausende Angestellte in Argentinien haben in den letzten Monaten ihren Job verloren. Durch eine Einigung mit einheimischen Firmen macht Präsident Macri dem ein Ende – zumindest bis zur bereits feststehenden Frist.

„Es hört sich fast an wie ein Film“, sagte Marcos Pena, der Kabinettschef des jetzigen Präsidenten Mauricio Macri. „Wir sind schockiert, weil das kein einfacher Beamter war. Er führte die Öffentliche Beschäftigung, die so in Frage stand, wo wir täglich so viel Korruption gesehen haben“.

Präsident Macri selbst sagte, der Vorfall sei beschämend. „Wir sind alle überrascht. Wir wandeln uns eindeutig und es ist gut, dass wir Arten von Praktiken beleuchten, die wir in Argentinien ausrotten wollen.“

Der oppositionelle Abgeordnete Juan Manuel Abal Medina schrieb auf Twitter, er verurteile die „beschämenden Taten von José Lopez“ energisch. „Korruption ist Diebstahl von uns allen, vor allem von denjenigen, die am wenigsten haben.“

López war zwölf Jahre lang unter den Regierungen der Präsidenten Néstor Kirchner (2003-2007) und Cristina Kirchner (2007-2015) die Nummer zwei im Planungsministerium. Er hatte eine Schlüsselposition bei der Vergabe milliardenschwerer Bauaufträge inne. Nach seiner Steuererklärung beträgt das Vermögen von López umgerechnet knapp 120 000 Euro. Fernandez de Kirchner hatte ihre Amtszeit im Dezember beendet. Ihr Nachfolger Macri hat versprochen, die Korruption zu bekämpfen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×