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19.11.2013

16:06 Uhr

Argentinien

Kirchner bildet nach Genesungspause das Kabinett um

Argentiniens Präsidenten Cristina Fernández de Kirchner war Anfang Oktober an einer Hirnhautblutung operiert worden. Nach der Genesungspause hat sie nun ihr Kabinett umgebildet und das Wirtschaftsteam ausgewechselt.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat die Regierungsgeschäfte wieder aufgenommen. AFP

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat die Regierungsgeschäfte wieder aufgenommen.

Buenos AiresNach einer zweieinhalb Monate langen Genesungspause hat Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner am Montag die Arbeit wieder aufgenommen und ihr Kabinett umgebildet. Die Wechsel betreffen hautsächlich das Wirtschaftsteam, wie Regierungssprecher Alfredo Scoccimarro mitteilte.

Das Wirtschaftsministerium wird vom bisherigen Vizeminister Axel Kiciloff besetzt. Der scheidende Minister Hernán Lorenzino soll als Botschafter bei der EU nach Brüssel versetzt werden und auch die Umstrukturierung der Auslandsschulden mit dem Pariser Club übernehmen. Jorge Capitanich, bislang Gouverneur der Provinz Chaco, übernimmt den Posten des Kabinettschefs von Juan Manuel Abal Medina. Agrarminister Norberto Yahuar und die Zentralbankchefin Mercedes Marcó del Pont schieden ebenfalls aus. Ihre Nachfolger sind anerkannte Experten in ihren jeweiligen Bereichen.

Am 27. Oktober erlitt die Regierung bei Parlamentswahlen zur Neubestimmung der Hälfte der Abgeordneten und eines Drittels der Senatsmitglieder eine Wahlniederlage in den größten Wahlbezirken. Capitanich wurde jedoch ohne Probleme in die Volksvertretung gewählt. Er gilt als einer der Anwärter für die Nachfolge Kirchners bei der Präsidentenwahl 2015. Capitanich war bereits 2002 unter Ex-Präsident Eduardo Duhalde Kabinettschef.

Dank einer Inflationsrate von 25 Prozent, einem starken Reservenschwund der Zentralbank und starken Importbeschränkungen wächst die Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik der Regierung. Kiciloff, der als linkspopulistischer Volkswirt eingestuft wird, gilt laut Medienberichten als Befürworter einer Aufsplittung des Devisenhandels in einen differenzierten Dollarkurs für Importe und Exporte und einen höheren für Reiseausgaben. Der Dollar wird bislang auf dem Schwarzmarkt rund 60 Prozent über dem offiziellen Wert gehandelt.

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Kirchner war Anfang Oktober an einer Hirnhautblutung operiert worden. Auch musste sie sich Untersuchungen wegen einer Herzrhythmusstörung unterziehen. Die Ärzte schrieben sie vor einer Woche gesund, verordneten ihr jedoch eine behutsame Wiederaufnahme der Arbeit. Sie solle Stress vermeiden und bis zum 10. Dezember auch nicht per Flugzeug reisen.

Die Präsidentin zeigte sich am Montag erstmals seit ihrer Erkrankung auf einem Begrüßungsvideo, das sie über YouTube verbreitete. Kirchner, die keine politische Erklärungen abgab, ließ sich mit einem Welpen sehen, den ihr der Bruder des verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez geschenkt habe.

Von

dpa

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