Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.04.2012

10:21 Uhr

Argentinien und Großbritannien

Der Falkland-Krieg ist noch nicht vorbei

Vor 30 Jahren tobte der Falkland-Krieg - und er ist noch immer nicht vorbei. Auch wenn Argentinien und Großbritannien einen hohen Blutzoll zahlten, geht das politische Ringen um die Inselgruppe weiter.

Eine Frau trauert an den Gräbern argentinischer Soldaten, die während des Falkland-Krieges 1982 getötet worden sind. dpa

Eine Frau trauert an den Gräbern argentinischer Soldaten, die während des Falkland-Krieges 1982 getötet worden sind.

LondonWenn in Großbritannien die Sprache auf die Falkland-Inseln kommt, melden sich als erstes die alten Militaristen zu Wort. Großbritannien brauche schnell wieder einen eigenen Flugzeugträger samt einer Staffel von Senkrechtstartern, sonst drohe ein neuer Angriff Argentiniens auf die Inselgruppe im Südatlantik, schrieb eine Gruppe von Veteranen des Falkland-Krieges jüngst an die Regierung. Es ist eine Mischung aus Nationalstolz, Drohgebärden und ein klein wenig Vernunft, die 30 Jahre nach dem Falkland-Krieg noch immer die Diskussionen beherrscht.

Am 2. April 1982 hatte die damalige argentinische Militärjunta die Inselgruppe besetzt - ein britisches Überseegebiet seit 1833. Argentinien begründet seinen Anspruch mit der Rechtsnachfolge eines früheren spanischen Inselherrn. Die nur gut 80 britischen Soldaten hatten gegen die argentinische Übermacht keine Chance und mussten kapitulieren.

Chronologie des Falkland-Kriegs

2. April 1982

Rund 5000 argentinische Soldaten landen auf den Falklands und besetzen die Hauptstadt Port Stanley. Nach kurzem Kampf kapituliert die kleine britische Streitmacht von nur etwa 80 Mann.

3. April 1982

Der UN-Sicherheitsrat fordert den sofortigen Abzug Argentiniens.

5. April 1982

Premierministerin Margaret Thatcher setzt eine Flotte von zunächst 36 Kriegsschiffen mit 5000 Mann in Marsch.

8. April 1982

Die USA versuchen bis Ende April politisch zu vermitteln, scheitern aber, wie auch die Vereinten Nationen.

25. April 1982

Die ebenfalls von Argentinien besetzte Inselgruppe Süd-Georgien wird zurückerobert.

1. Mai 1982

Der erste militärische Schlag gegen die Besatzungstruppen auf den Falklands ist ein Bombenangriff auf den Flughafen von Port Stanley. Kleine Spezialeinheiten landen an mehreren Orten.

2. Mai 1982

Der argentinische Kreuzer „General Belgrano“ wird außerhalb einer von London festgesetzten 200-Meilen-Zone versenkt, 323 Besatzungsmitglieder sterben.

4. Mai 1982

Der britische Zerstörer „HMS Sheffield“ wird von einer Exocet-Rakete getroffen, 20 Seeleute kommen ums Leben. Das ausgebrannte Schiff sinkt am 10. Mai.

28. Mai 1982

Britische Fallschirmjäger erobern die Siedlung Goose Green sowie Port Darwin und zwei weitere Ortschaften.

8. Juni 1982

Britische Landungsschiffe werden bombardiert - 51 Tote.

11. Juni 1982

Die Kämpfe um Port Stanley beginnen.

14. Juni 1982

Der argentinische General Mario Menendez unterzeichnet 74 Tage nach der Invasion die Kapitulationsurkunde um 21 Uhr Ortszeit.

Die Regierung in London unter der konservativen Premierministerin Margaret Thatcher zog unter lautem Getöse in den Krieg. Er wurde zu einem extrem blutigen Gemetzel. Rund 1000 Soldaten mussten ihr Leben lassen. Allein bei der höchst umstrittenen Versenkung des argentinischen Kreuzers „General Belgrano“ durch ein britisches U-Boot kamen über 300 Argentinier um. Nach wenigen Wochen folgte der militärische Sieg der übermächtigen britischen Streitkräfte. Die Argentinier mussten von den Falklands abziehen, die Militärjunta abdanken.

Ein nochmaliger Angriff der Argentinier wird von allen unabhängigen Experten - trotz allen Säbelrasselns - ausgeschlossen. Für die argentinische Führung um Präsidentin Cristina Kirchner wäre es ein Verfassungsbruch. Aus militärischer Sicht wäre es Selbstmord. Selbst wenn es wollte, hätte das Pleiteland Argentinien gar nicht die Mittel und die militärische Potenz für einen bewaffneten Konflikt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×