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07.02.2004

12:37 Uhr

Aristide will bis 2006 im Amt bleiben

Umsturz in haitianischer Stadt Gonaives

Die Bewohner von Gonaives in Haiti haben die bisherige Verwaltung vertrieben. Mit dieser «Revolution» wollen sie Präsident Aristide stürzen. Gegen ihn wird seit Wochen protestiert.

HB BERLIN. Mehrere tausend Einwohner von Gonaives habe die bisherige Verwaltung aus der haitianischen Stadt vertrieben. Sie feierten dies als Sieg über Präsident Jean-Bertrand Aristide, dessen Rücktritt auf Massendemonstrationen seit Wochen gefordert wird.

«Die Revolution hat begonnen!» rief eine 27-jährige Demonstrantin am Freitag vor der Polizeiwache in Gonaives, die am Vortag gestürmt worden war. Ein Sprecher der Widerstandsfront von Gonaives, Buteur Metayer, kündigte heftigen Widerstand gegen jeden Versuch der Regierung an, die Stadt wieder zurückzuerobern.

«Wir werden unseren Sieg verteidigen», sagte Metayer der Nachrichtenagentur AP: «Wir errichten Kontrollstellen an den Zufahrten der Stadt, um einen Angriff der Polizei zu verhindern.»

Dem Aufstand haben sich bereits Soldaten angeschlossen, die mit ihren Waffen auf den Straßen von Gonaives patrouillierten. Bei der Erstürmung öffentlicher Gebäude der Stadt kamen am Donnerstag nach Angaben des Roten Kreuzes sieben Menschen ums Leben.

Auch in der Hauptstadt Port-au-Prince wurde am Freitag wieder gegen Aristide demonstriert. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Kundgebung aufzulösen.

Die 200.000 Einwohner zählende Stadt Gonaives liegt 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt im Nordwesten von Haiti. Sie ist eine Hochburg der Gegner Aristides. Der Staatschef lehnt es bislang ab, vor Ende seiner Amtszeit im Jahr 2006 zurückzutreten. Bei politisch motivierten Unruhen sind seit Mitte September vergangenen Jahres mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen.

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