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11.01.2011

12:34 Uhr

Arizona-Attentat

Schüsse von Tucson treiben Palin in die Enge

VonMarkus Ziener

Die Tatmotive des US-Attentats sind weiter unklar. Währendessen sucht die konservative US-Politik nach dem richtigen Umgang mit der Tragödie. Sarah Palin, Ikone der Tea Party-Bewegung, die oft zu einem schärferen Umgang mit den Demokraten aufgefordert hatte, hat sich bislang noch nicht geäußert. Eine Top-Anwältin will offenbar den Todesschützen verteidigen.

Sarah Palin, Ikone der Tea Party, schweigt bislang zum Attentat in Arizona. Reuters

Sarah Palin, Ikone der Tea Party, schweigt bislang zum Attentat in Arizona.

WASHINGTON. Zwei Tage nach der Tragödie von Arizona hat der konservative Flügel der republikanischen Partei noch keine Antwort auf den Vorwurf gefunden, er trage eine Mitverantwortung an den Ereignissen. Unmittelbar nach den Schüssen auf die demokratische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords war von mehreren Seiten die verletzende Rhetorik insbesondere aus den Reihen der Tea-Party-Bewegung angeprangert worden. Sie habe erst das politische Klima geschaffen, das den Angriff auf Giffords möglich machte. Die Ikone der Tea Party, die frühere Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, schweigt jedoch bislang.

Derweil analysieren die Ermittler, welche Motive Jared Lee Loughner zu der Tat, bei der sechs Menschen starben und dreizehn verwundet wurden, veranlasst haben könnten. So fanden sich in einem Safe in seiner Wohnung in Tucson handschriftliche Vermerke, die auf eine länger geplante Tat hinweisen. Zudem existiert ein Brief von Giffords an Loughner, in der die Politikerin für die Teilnahme an einer ihrer Veranstaltungen dankt. Das Schreiben stammt aus dem Jahr 2007.

Palin hatte auf ihrer Website, aber auch bei öffentlichen Auftritten in der Vergangenheit immer wieder dazu aufgerufen, missliebige demokratische Politiker härter anzugehen. Dazu gehörte auch Giffords, die Anfang 2010 für das Gesetz zur Gesundheitsreform gestimmt hatte. Vertreter der Tea Party schreckten nicht davor zurück, Präsident Barack Obama und andere Regierungsmitglieder zu diffamieren. Doch bisher hat Palin selbst nur ein schriftliches Statement abgegeben, in dem sie den Angehörigen der Opfer von Tucson ihr Beileid ausspricht. Lediglich eine ihrer Beraterinnen hatte die Vorwürfe gegen die Ex-Gouverneurin, sie trage eine Mitschuld an den Schüssen, als "abscheulich" bezeichnet. Beobachter glauben indes, dass Palins Umgang mit den Ereignissen entscheidend dafür sein kann, wie es mit ihrer politischen Zukunft weitergeht.

Palin war 2008 als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin gemeinsam mit Senator John McCain gegen Obama angetreten. Seither steht die 46-Jährige im öffentlichen Rampenlicht. So war sie bis vor kurzem in einer regelmäßigen Personality-Show aus Alaska zu sehen und kommentiert auf dem konservativen TV-Sender Fox News. Bei den Kongresswahlen im Herbst hatte ihre Stimme Gewicht, wenn es um die Unterstützung republikanischer Kandidaten ging. Bisher hat Palin aber offengelassen, ob sie bei den kommenden Präsidentschaftswahlen 2012 ins Rennen gehen will. Im Laufe dieses Jahrs, wenn sich das Kandidatenfeld sortiert, wird sie sich zu ihren Absichten erklären müssen.

Kommentare (7)

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Stony

11.01.2011, 14:51 Uhr

Die angebliche Trauer der Republikaner ist ebenso verlogen wie pharisäerhaft. Wer sich beharrlich weigert, die Schießwütigkeit von Teilen des amerikanischen Volkes durch schärfere Waffengesetze etwas einzudämmen, hat einfach keinen Anspruch auf Trauerarbeit.
Darüber hinaus darf auch etwas anderes nicht vergessen werden: Seit dem Abschlachten der indianer hat sich an der generellen Gewalttätigkeit der Amerikaner, die ja in ihrem Kern aus eingewanderten religiösen (!) Minderheiten bestehen, nicht das Geringste geändert, bis heute.

B_ernd

11.01.2011, 14:53 Uhr

Wären Palin oder bush zur Zeit der Kuba-Kriese statt JFK im Amt gewesen, würde es den Planeten so wahrscheinlich nicht mehr geben.

Leider führt wohl intellektuelle Engstirnigkeit zu der illusion, klarer zu sehen.

bedenkt man das, dann sind wir in den letzten Jahren doch ganz gut davon gekommen. Hoffen wir, dass Politiker wieder umsichtiger sind, bevor die Kriesen noch gefährlicher werden.

halloaberauch

11.01.2011, 15:44 Uhr

@Stony Die Einwanderungswell in Amerika brachte dem Kontonent nicht nur religiösen Minderheiten. Es waren meist Arbeitslose und Kriminelle, die das Glück im damals gelobten Land Amerika suchten. indianer abgemetzelt, Neger verfolgt der Ku Klux Klan und brachte viele um. Und heute bringen sie sich gegenseitig um. Eine total irre Nation westlicher bauart mit vielen Sarah Palin Führernaturen.

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