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20.07.2012

13:59 Uhr

Armee entmachtet

Kim stellt Nordkoreas Firmen unter zivile Führung

Der neue Machthaber Kim sorgt in Nordkorea weiter für Bewegung: Nach der Entmachtung der Armeeführung will er dem verarmten Land offenbar die umfangreichsten Wirtschaftsreformen seit Jahrzehnten verordnen - zu Lasten des Militärs.

Kim Jong Un im Beisein von Militärs. dapd

Kim Jong Un im Beisein von Militärs.

PekingDer junge Herrscher Kim Jong Un und sein einflussreicher Onkel Jang Song Thaek wollten der Armee das Kommando über die daniederliegenden Betriebe nehmen und diese einer zivilen Führung unterstellen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider. Dazu seien in der Regierung und in der kommunistischen Arbeiterpartei spezielle Gruppen eingesetzt worden. Generalstabschef Ri Yong Ho habe gegen den Bedeutungsverlust der Armee als Folge der geplanten Reformen opponiert und sei deshalb geschasst worden.

"In der Vergangenheit hatte die Regierung in der Wirtschaft nichts zu sagen. Die Armee kontrollierte die Wirtschaft, aber das wird sich nun ändern", sagte der Insider mit Verbindungen nach Pjöngjang und Peking. In der Regierung sei ein "politisches Büro" eingesetzt worden, das den Soldaten die Zuständigkeit für die Betriebe und die Landwirtschaft nehmen soll. Ein vergleichbares Gremium sei auch in der Partei geschaffen worden. Die Reformen orientierten sich an China, dem einzigen Verbündeten des international isolierten Landes.

Militär in Nord- und Südkorea

Zwei militärische Regionalmächte

An Koreas Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich zwei von Großmächten unterstützte militärische Regionalmächte gegenüber. Während im westlich orientierten Südkorea Angaben über das Militär meist öffentlich zugänglich sind, beruhen Daten zur Armee des abgeschotteten Nordens meist auf Schätzungen.

Truppenstärke

Rund 1,19 Millionen Streitkräfte stehen Nordkorea zur Verfügung. Davon entfallen 1,02 Millionen auf das Heer, 60.000 auf die Marine und 110.000 auf die Luftwaffe. Außerdem stehen 600.000 Reservisten bereit. Südkorea besitzt eine Truppenstärke von rund 655.000 Menschen, wobei 522.000 auf das Heer, 68.000 auf die Marine und 65.000 auf die Luftwaffe entfallen. Zusätzlich gibt es in Südkorea 4,5 Millionen Reservisten.

Kampfpanzer

Nordkorea verfügt über 3.500 Kampfpanzer. In Südkorea sind es 2.750 an der Zahl.

Artilleriegeschütze

10.774 Artilleriegeschütze befinden sich im Besitz von Südkorea. Mehr als das doppelte, insgesamt etwa 21.000 Stück sind es in Nordkorea.

Boden-Boden-Raketen

Zu den Boden-Boden-Raketen zählen solche, die vom Boden aus gegen Bodenziele eingesetzt werden. Darunter fallen unter anderem Raketengranaten oder Panzerfäuste. 64 solcher Waffen hat Nordkorea zur Verfügung, 30 sind es in Südkorea.

Kampfflugzeuge

Etwa 620 Kampfflugzeuge sind in Nordkorea für den Einsatz bereit, davon entfallen 458 auf Jagdflugzeuge, 80 sind reine Bomber. Südkorea verfügt über 490 einsatzbereite Kampfflugzeuge, worunter sich 467 Jagdflugzeuge befinden.

Kriegsschiffe

Über lediglich drei Kriegsschiffe verfügt Nordkorea - allesamt Fregatten. 47 Schiffe stehen Südkorea zur Verfügung, darunter ein Kreuzer, 6 Zerstörer, 12 Fregatten und 30 Korvetten.

Taktische U-Boote

Solche U-Boote sind für gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet. 70 dieser Boote hat Nordkorea auf Lager, 23 sind es in Südkorea.

Kleinere Küstenwachtboote

Nordkorea verfügt zusätzlich über 383 Küstenwachtboote. Südkorea kommt auf eine Zahl von 111.

Unter Kims verstorbenen Vater Kim Jong Il galt in der Politik und der Wirtschaft Nordkoreas der Grundsatz "Das Militär zuerst". Das sicherte den 1,2 Millionen Soldaten zählenden Streitkräften den Vorrang vor anderen gesellschaftlichen Gruppen. Vize-Marschall Ri sei der entschiedenste Anhänger Politik des alten Staats- und Parteichefs gewesen, sagte der Insider. Der Generalstabschef, dessen Vater im Zweiten Weltkrieg an der Seite von Staatsgründer Kim Il Sung gegen die Japaner kämpfte, habe die Änderungen abgelehnt. Ri sei deshalb aller Ämter enthoben worden.

Kommentare (6)

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petr

20.07.2012, 14:17 Uhr

Nordkorea unter der Leitung von Herrn Kim Jong Un ist auf einen guten Weg.
Die gute Schweizer Schule, die Herr Kim Jong Un genossen hat,lässt hoffen.
Viel Glück und Erfolg Herr Kim Jong Un.
Die Welt wartet darauf.....!

sons_of_liberty

20.07.2012, 15:11 Uhr

Na dann wollen wir mal hoffen, dass er in der Schweiz auch gelernt hat wie man mit der Hochfinanz umgeht ...
</ironie>

Account gelöscht!

20.07.2012, 17:09 Uhr

Mal schauen wie lange er noch lebt...

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