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20.07.2014

22:21 Uhr

Armee-Offensive im Gaza-Streifen

Hamas entführt offenbar israelischen Soldaten

Die israelische Armee beschießt ein Viertel von Gaza-Stadt mit Raketen und Granaten beschossen. Unter den Dutzenden Toten sind Frauen und Kinder. Die Hamas behauptet, einen israelischen Soldaten in der Gewalt zu haben.

Zerstörte Straßenzüge, verzweifelte Rettungsteams: Im Gaza-Streifen bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an. AFP

Zerstörte Straßenzüge, verzweifelte Rettungsteams: Im Gaza-Streifen bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an.

Gaza-Stadt/Tel-AvivDer Konflikt zwischen Israel und der Hamas wird zur humanitären Katastrophe für die Bevölkerung des Gaza-Streifens. Am Sonntag nahm die israelische Armee den Stadtteil Sadschaija in Gaza-Stadt massiv unter Feuer. Die Reporter der Nachrichtenagenturen berichten von Leichen auf den Straßen. Die Bevölkerung leidet, wir halten Sie im Live-Blog über die neuesten Ereignisse auf dem Laufenden.

+++ Israelischer Soldat angeblich in Händen der Hamas +++

Hamas-Kämpfer haben nach eigenen Angaben einen israelischen Soldaten in ihre Gewalt gebracht. Die Essedin-al-Kassam-Brigaden, die militanten Milizen der Hamas, berichteten am späten Sonntagabend über den Vorfall, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete. Die Entführer veröffentlichten auch den Namen und eine persönliche Erkennungsnummer. Die Kassam-Brigaden sind der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas.

+++ Netanjahu sieht starken internationalen Rückhalt +++

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sieht „sehr starken“ internationalen Rückhalt für die Gaza-Offensive. Israel habe „internationale Legitimität“ für seine Militäroperation gewonnen, nachdem die radikalislamische Hamas einen von Ägypten ausgearbeiteten Entwurf für einen Waffenstillstand abgelehnt habe, sagte Netanjahu am Sonntag bei einer Pressekonferenz im Verteidigungsministerium in Tel Aviv.

„Wir führen eine komplexe, tiefe, intensive Aktion im Gazastreifen aus und es gibt Rückhalt in der Welt dafür (...) sehr starken Rückhalt in der internationalen Gemeinschaft“, sagte der Regierungschef. Die Hamas müsse „ihre eigene Verantwortung“ für das Geschehen im Gazastreifen erkennen. Die Offensive werde „so weit wie nötig ausgedehnt“, kündigte er an.

+++ Fast 100 Tote bei blutigstem Angriff auf Gaza seit Jahren +++

Bei den schwersten Angriffen auf den Gazastreifen seit fünf Jahren sind am Sonntag fast einhundert Menschen getötet worden. Palästinensische Rettungskräfte zählten mindestens 96 Leichen in dem Küstenstreifen. Die Palästinenserführung und die Arabische Liga warfen den israelischen Streitkräften Massaker an Zivilisten“ und „Kriegsverbrechen“ vor.

Auf den Straßen des östlich von Gaza gelegenen Vororts Schedschaija rannten tausende Zivilisten um ihr Leben. Ihr Fluchtweg wurde von zerbombten Häusern, verbrannten Autos und verkohlten Leichen gesäumt. Etliche Verletzte blieben in den Trümmern ihrer Häuser eingeschlossen.

+++ 13 israelische Soldaten umgekommen +++

Israel meldet, dass 13 Soldaten beim Einsatz im Gaza-Streifen ums Leben gekommen sind. Die Kämpfer der als Elitetruppe geltenden Golani-Einheit seien bei Gefechten im Viertel Sadschaija zu Tode gekommen, erklärte eine Militärsprecherin. Damit kamen seit Beginn der Bodenoffensive am Donnerstagabend 18 israelische Soldaten zu Tode.

Die israelische Armee hat einzelne Stadtteile innerhalb des Gaza-Streifens unter Beschuss genommen. ap

Die israelische Armee hat einzelne Stadtteile innerhalb des Gaza-Streifens unter Beschuss genommen.

+++ USA wollen wieder vermitteln +++

US-Außenminister John Kerry hat eine neue Vermittlungsmission im Nahen Osten angekündigt. „Ich plane, dorthin zu reisen und das wahrscheinlich in Kürze“, sagte Kerry am Sonntag dem Fernsehsender CBS. Noch am Sonntag werde er mit Präsident Barack Obama sprechen, „und es kann sein, dass er mich auffordert, sofort aufzubrechen“.

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