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02.06.2016

14:29 Uhr

Armenien-Resolution

Türkei ruft Botschafter aus Berlin zurück

Die Türkei ist nicht einverstanden mit der Entscheidung des Bundestages. Nun ruft das Land laut Medienberichten den türkischen Botschafter aus Berlin zurück – aus Protest.

Aus Protest gegen die Armenier-Entschließung des Bundestages ruft die Türkei ihren Botschafter aus Berlin zurück. dpa

Recep Tayyip Erdogan

Aus Protest gegen die Armenier-Entschließung des Bundestages ruft die Türkei ihren Botschafter aus Berlin zurück.

IstanbulAls Reaktion auf die Völkermord-Resolution des Bundestages zu den Massakern an den Armeniern im Osmanischen Reich ruft die Türkei ihren Botschafter aus Berlin zurück. Der Botschafter werde zu Beratungen nach Ankara reisen, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Donnerstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte das bei einem Besuch in Kenia während einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Erdogan sagte in Nairobi, er habe wegen der Bundestags-Resolution mit Yildirim telefoniert. Nach seiner Rückkehr in die Türkei werde über die Angelegenheit beraten werden.

Der Deutschland-Botschafter Hüsein Avni Karslioglu werde noch am Donnerstagnachmittag ins Flugzeug nach Ankara besteigen, meldete die regierungsnahe Zeitung „Yeni Safak“ auf ihrer Internetseite. Die Türkei hatte nach der Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern durch andere Länder in den vergangenen Jahren ebenfalls mit der vorübergehenden Rückbeorderung ihrer Botschafter reagiert. In Parteikreisen hieß es, die Regierungspartei AKP plane dem Parlament in Ankara eine Erklärung vorzulegen, in dem die deutsche Entscheidung kritisiert werde.

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Der Bundestag stimmt fast einstimmig für die Armenien-Resolution. Prompt ruft die türkische Regierung den Botschafter zurück: Die Resolution sei ein „historischer Fehler“. Die Kanzlerin versucht, die Wogen zu glätten.

Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus nannte die Verabschiedung der Völkermord-Resolution im Bundestag einen „historischen Fehler“. „Als Türkei werden wir auf diese Entscheidung natürlich auf jeder Plattform die nötige Antwort geben“, teilte Regierungssprecher Kurtulmus auf Twitter mit. „Für die Türkei ist diese Entscheidung nichtig.“ Die Resolution sei „verzerrt und haltlos“. Die türkische Regierung hatte Deutschland mehrfach vor der Annahme der parteiübergreifenden Armenien-Resolution gewarnt und mit Folgen für das deutsch-türkische Verhältnis gedroht.

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