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16.12.2011

00:53 Uhr

Armut in den USA

Immer mehr Amerikaner haben nichts zu essen

Die USA sind eine der reichsten Nationen der Welt. Und doch hungern dort immer mehr Menschen. Eine Studie belegt, dass die Nachfrage nach Lebensmittel-Beihilfen steigt - und den großen Städten dafür die Mittel ausgehen.

Ein ehrenamtlicher Helfer serviert kostenloses Essen zu Thanksgiving. dapd

Ein ehrenamtlicher Helfer serviert kostenloses Essen zu Thanksgiving.

WashingtonImmer mehr Familien in den USA haben wegen der zunehmenden Armut in großen Städten Mühe, sich Nahrungsmittel zu kaufen. Eine Studie des US-Städtetages zu Hunger und Obdachlosigkeit im Jahr 2011 ergab, dass in fast allen 29 untersuchten Metropolen zwischen September 2010 und August 2011 die Nachfrage nach Lebensmittel-Beihilfen stieg.

Etwa die Hälfte der Anträge sei von Menschen gekommen, die in Familien lebten. 26 Prozent der Bedürftigen hätten Jobs gehabt. 19 Prozent der Antragsteller seien Alte gewesen, elf Prozent obdachlos.

Die Studie zeigt eine Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise, von der sich die USA noch immer nicht richtig erholt haben. 24,4 Millionen Amerikaner sind arbeitslos oder geringfügig beschäftigt. Die Zahl der Beschäftigten liegt noch immer um 6,3 Millionen unter dem Wert vom Dezember 2007.

Nach einer Erhebung der Regierung lebten 2010 49,1 Millionen Amerikaner in Armut. Die Zahl jener Haushalte, die Beihilfen für die täglichen Lebensmittel bekommt, die sogenannten food stamps, stieg von 2007 bis 2010 um 16 Prozent auf 13,6 Millionen.

Die Studie des Städtetages nennt Arbeitslosigkeit, Armut, niedrige Löhne und hohe Kosten für Wohnungen als Hauptgründe für den Bedarf nach Lebensmittel-Beihilfen. Rund 71 Prozent der Städte erklärten, dass sie ihr gesamtes Budget für Lebensmittelhilfen aufgebraucht hätten. In den 29 Metropolen hätten 27 Prozent der Menschen, die Lebensmittelnothilfe benötigten, keine erhalten, heißt es in der Studie.

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Einen Rückgang des Bedarfs an Lebensmittelhilfe erwartet keine Stadt im kommenden Jahr. Viele rechnen aber damit, dass ihnen die Mittel dafür weiter zusammengestrichen werden.

In Kansas City im Bundesstaat Missouri war der Anstieg des Bedarfs an Lebensmittelhilfe mit 40 Prozent besonders hoch. Ähnlich schlecht schnitten Boston und Salt Lake City ab. Auch ein Dach über dem Kopf fehlt in den USA immer öfter. Die Zahlen für die Obdachlosigkeit stiegen binnen Jahresfrist um sechs Prozent, besonders stark in Charleston im Bundesstaat South Carolina und in Ohio in Cleveland.

„Im reichsten Land der Welt gibt es Menschen, die keinen Platz zum Leben haben“, sagte der Bürgermeister von Kansas City, Sly James, am Donnerstag bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

16.12.2011, 09:03 Uhr

Ein überdeutliches Signal für die dringende Notwendigkeit Vermögen und Einkommen von (ganz) oben nach unten umzuschichten!

Die Politik muss die Blutsauger und Gierschlunde in die Grenzen weisen. Nur sind die Politiker abhängig von der Hochfinanz - daher muss die Bevölkerung entschiedenen Widerstand leisten - jetzt - solange es noch geht und noch ein Rest Demokratie vorhanden ist.

Knechtrupprecht

16.12.2011, 09:33 Uhr

Was hat eigentlich Umverteilung mit Demokratie zu tun? Oder auch umgekehrt! Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun

AlexanderIlli

16.12.2011, 11:53 Uhr

Solange durch Zinseszinsen und nur Reichen praktisch zugängliche Steuerschlupflöcher der Wohlstand unablässig von Fleissig > nach > Reich umverteilt wird, besteht Demokratie nur vordergründig auf dem Papier - eigentlich ist es eine Plutokratie - die Herrschaft der NETTO-Zinsempfänger.

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