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15.02.2016

22:54 Uhr

Asean-Gipfeltreffen

Politische Gespräche auf der Luxusranch

Südostasien spielt für die Weltwirtschaft eine immer größere Rolle. Das weiß auch Barack Obama und lädt die Asean-Vertreter zu Gesprächen auf den luxuriösen Landsitz Sunnylands. Dort nimmt er sich zwei Tage Zeit für sie.

Der US-Präsident lädt Delegierte der Asean-Gruppe auf seinen Landsitz in der kalifornischen Wüste ein. ap

Barack Obama in Sunnylands

Der US-Präsident lädt Delegierte der Asean-Gruppe auf seinen Landsitz in der kalifornischen Wüste ein.

Rancho MirageIn Sunnylands, einem riesigen Anwesen in der kalifornischen Wüste, waren in den vergangenen Jahrzehnten viele Prominente zu Gast: Frank Sinatra, Bob Hope, Fred Astaire, Bing Crosby, Warren Buffet, Bill Gates und Königin Elizabeth II., um nur einige zu nennen. Nun wird die Liste noch ein wenig länger, denn US-Präsident Barack Obama hat die zehn Staats- und Regierungschefs des Verbandes Südostasiatischer Nationen, kurz Asean genannt, zu einem zweitägigen Gipfeltreffen nach Sunnylands eingeladen.

Es handelt sich nicht um einen offiziellen Gipfel.

Das informelle Treffen in Rancho Mirage, einer Kleinstadt 180 Kilometer südöstlich von Los Angeles, ist die erste Asean-Konferenz ihrer Art auf US-Boden. Nach Angaben des Weißen Hauses und des US-Außenministeriums soll das Treffen unterstreichen, wie wichtig Asien für die internationalen Beziehungen der USA ist.

Thema wird auch der Konflikt im südchinesischen Meer sein. China beansprucht dort eine Inselgruppe und liegt deswegen überkreuz mit Anrainern und auch den USA, die auf die Unversehrtheit internationaler Handelswege pochen. Gleichwohl richtet sich das Treffen in Kalifornien laut Diplomaten ausdrücklich nicht gegen China. Der Verband südostasiatischer Nationen umfasst Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.

Fakten zu Indonesien

Der weltgrößte Inselstaat

Indonesien hat rund 240 Millionen Einwohner und gilt damit als der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt.

Folgende Inselregionen...

... umfasst Indonesien: Sumatra (rund 55 Millionen Einwohner), Java (rund 145 Millionen Einwohner), Kleine Sundainseln (rund 14 Millionen Einwohner), Kalimantan (rund 15 Millionen Einwohner), Sulawesi (rund 18 Millionen Einwohner), Molukken (rund zwei Millionen Einwohner) und Westneuguinea (rund vier Millionen Einwohner).

„Indonesien“

Der Name ist aus dem Griechischen entstanden und setzt sich aus „Indo-“ für Indien und „nesos“ für Insel zusammen.

Unabhängig seit...

... 1949: Ehemalig war Indonesien eine niederländische Kolonie. Heute ist der Inselstaat eine sogenannte Präsidialrepublik.

Regierungspolitik

Staatsoberhaupt und Regierungschef von Indonesien ist seit 2014 Joko Widodo. Erst zehn Jahre zuvor wurde der erste Präsident direkt vom Volk gewählt. Indonesien gilt seitdem weltweit als demokratisch regierter Staat. Der Majelis Permusyawaratan Rakyat, die Beratende Volksversammlung ist das Parlament im Zweikammersystem. Es besteht aus 550 Abgeordneten des DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) und 128 Regionalvertretern der DPD (Dewan Perwakilan Daerah).

Außenpolitik

Indonesien verfolgt bezüglich der Außenpolitik das Motto „bebas dan aktif“, was auf Deutsch „unabhängig und aktiv“ bedeutet. Jakarta versucht somit, eine Abhängigkeit an Mächte außerhalb der südostasiatischen Region zu vermeiden – das gilt für die Volksrepublik China wie für die USA. Stattdessen versucht die Regierung einen eigenen Weg für die internationalen Beziehungen zu finden.

200 Millionen Muslime...

... leben ungefähr in Indonesien, obwohl der Islam nicht die Staatsreligion ist. Das sind fast 90 Prozent der Gesamtbevölkerung. Davon sind die meisten Sunniten, nur etwa 100.000 Muslime dort sind Schiiten. 23 Millionen Indonesier sind Christen. 1,8 Prozent sind Hindus und ein Prozent Buddhisten. Zudem gibt es eine sehr kleine jüdische Minderheit.

Traditionelle Glaubensrichtungen

Alle Einwohner müssen eine der fünf anerkannten Weltreligionen (Islam, Christentum – katholisch und evangelisch–, Buddhismus und Hinduismus) angeben. Vermutlich geben indonesische Volksgruppen also eine dieser Religionen an und leben ihren Glauben heimlich aus.

Währung

In Indonesien ist Rupiah die Staatswährung.

In den vergangenen Jahren flog Obama zu den jährlichen Treffen nach Asien. Im vergangenen Herbst in Malaysia lud er die Führung der zehn Mitgliedstaaten erstmals zu einem Gipfel in die USA ein – Teil seiner Bemühungen, den Fokus der US-Außenpolitik stärker auf die schnell wachsende asiatisch-pazifische Region zu richten.

Bereits bei früheren Gelegenheiten nutzte Obama die abgeschiedene Lage des Anwesens für diplomatische Zwecke. Für Sunnylands spricht aus Sicht des golfbegeisterten Präsidenten auch der dortige Golfplatz, einer der besten des Landes.

Obama schätze die lockere Atmosphäre fernab von Washington für politische Gespräche, sagt Ben Rhodes, stellvertretender nationaler Sicherheitsberater. Staats- und Regierungschefs könnten einander dort in friedlicher Umgebung näher kennenlernen, besser als bei einem einstündigen Treffen im Weißen Haus, erklärt Rhodes.

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