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22.02.2015

23:00 Uhr

Aserbaidschan und Turkmenistan

EU setzt auf Gas aus Ex-Sowjet-Staaten

Die EU deckt zwei Drittel ihres Gasverbrauchs aus Importen. Rund ein Drittel des Bedarfs wird von Russland gedeckt – dabei kommt es immer wieder zu Problemen. Laut einem Bericht schaut sich die EU nach Alternativen um.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Schwierigkeiten bei der Gaslieferung, die auch zu Engpässen führten. Reuters

Gas-Leitung in der Ukraine

In den letzten Jahren gab es immer wieder Schwierigkeiten bei der Gaslieferung, die auch zu Engpässen führten.

HamburgAngesichts des Gas-Streits zwischen der Ukraine und Russland strebt die EU-Kommission laut einem Medienbericht rasche Verhandlungen über Gaslieferungen aus Aserbaidschan und Turkmenistan an. Das gehe aus einem Entwurf zur sogenannten EU-Energieunion hervor, berichtete „Spiegel Online“ am Sonntag.

Noch in diesem Jahr solle es demnach ein „Memorandum of Understanding“ zwischen der EU und den beiden Ex-Sowjet-Staaten geben. Bis 2016 wolle Brüssel ein umfassendes Paket zur Diversifikation der europäischen Gasversorgung entwickeln.

Die EU deckt rund zwei Drittel ihres Gasverbrauchs aus Importen. Russland ist der größte Importeur und liefert knapp ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases. Davon wiederum fließt rund die Hälfte durch die Ukraine. In den letzten Jahren gab es dabei immer wieder Schwierigkeiten, die auch zu Engpässen führten. Vergangenes Jahr kam der große Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Krim und die Ostukraine hinzu.

Die EU-Kommission hatte Anfang des Monats angekündigt, die Energiepolitik in Europa umzugestalten. Dabei soll die Energieunion die engere Zusammenarbeit von EU-Staaten bei Energiefragen regeln. Am Mittwoch die EU ihr neues Konzept vorstellen.

Von

afp

Kommentare (12)

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Herr Peter Noack

23.02.2015, 07:31 Uhr

Bald kann sich Russland seine Exporte an Erdgas und Erdöl in die EU schenken. Dann ist es auch pleite. Die EU will scheinbar auch nichts mehr nach Russland exportieren, weil Aserbaidschan und Turkmenistan diese Güter importieren wollen.
Los geht es mit dem Memorandum! So ging es auch mit Desertec los. Wird das Gasgeschäft auch genau so enden?

Herr John Smidt

23.02.2015, 10:20 Uhr

Warum auch nicht, sagen wir NEIN zum russischen Gas und kaufen lieber Flüssiggas aus Fracking Produktion aus USA, ist ja nur 50% teurer, wir haben es ja! Oder am besten wir Fracken selbst. Die Sache mit Umweltverschmutzung ist je übertrieben.
Zusätzlich kaufen wir auch kein Rohöl mehr in Russland. Wozu auch, die Saudis sind sehr fair, streben nicht nach Gewinn und gar nicht dominant auf dem Rohölmarkt.
Und auch Holz werden wir auch nicht mehr in Russland kaufen, wir verwenden unsere Wälder zum Heizen. Bauindustrie freut sich, wir bekommen mehr Bauland durch die Waldabholzung.
Und Heizen, heizen werden wir mit der Kohle und Atomenergie. Zum Teufel mit der Ökobilanz!!!

Aber ernsthaft, erst schießt man sich das erste Mal in den Fuß, mit dem Umsturz der legitimen Regierung in Ukraine, ist offen über Eintritt der Ukraine in die NATO, obwohl Russland schon mehrmals verlauten ließ, dass dies die „Rote Linie“ für die ist. Dann schießt man sich zweites Mal in den Fuß mit der Blockade des „South Stream“, was die Sicherheit der Lieferungen extrem gesichert wäre.
Und jetzt schreit man, dass es weh tut, Gasliefersicherheit gefährdet sei, Russland sei kein sicherer Gaslieferant, usw.
Entweder sind die Leute in der Regierungen komplett irre oder es handelt sich um ein „abgekartetes Spiel“ vor Außen, mit dem Wunsch die Stabilität zu gefährden und die Lieferungen auf andere Quellen umzuschwenken.
Wie würden wohl die Bürger reagieren, wenn sie 50% mehr für die Wärme im Haus zahlen würden!?
Die Ukrainer freuen sich gerade, +280% mehr für Warmwasser, Gas und Co. Was natürlich dazu kommt, ist die Abwertung der Griwna, von 8,80 auch 30,50 zum Dollar.

Herr Walter Gerhartz

23.02.2015, 11:38 Uhr

Die einzige Bedrohung, die Russland darstellt ist, dass es sich im Aufschwung befand und eine Gefahr für den Dollar und die Hegemonie der USA bedeutete. Die aktive Abkoppelung Russlands vom Dollar richtete sich zu keiner Zeit gegen die EU. Ganz im Gegenteil, Russland hatte stets angeboten sich dem neuen Wirtschaftsraum anzuschließen! Und das trotz Streit um die Ukraine.

So gesehen hat Russland durch die offene Kriegserklärung an den Dollar durchaus eine Mitschuld an der Konfrontation zwischen Ost und West. Allerdings war die Entscheidung, sich nicht mehr dem Dollarsystem zu unterwerfen, für einen souveränen Staat absolut legitim!

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