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02.09.2015

16:04 Uhr

Assad-Hochburg in Syrien

Mindestens zehn Tote bei Anschlag in Latakia

Lange blieb es ruhig im syrischen Latakia während des ringsum tobenden Bürgerkriegs. Bis jetzt. Noch Unbekannte haben am Mittwoch bei einem Bombenanschlag mindestens zehn Menschen getötet. Dutzende wurden verletzt.

Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Doch gilt es als wahrscheinlich, dass eine der sunnitischen Bürgerkriegsmilizen für das Attentat verantwortlich ist. ap

Autobombe

Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Doch gilt es als wahrscheinlich, dass eine der sunnitischen Bürgerkriegsmilizen für das Attentat verantwortlich ist.

AmmanBei einem Anschlag in der syrischen Stadt Latakia sind nach einer Meldung des staatlichen Fernsehens am Mittwoch mindestens zehn Menschen getötet worden. Zudem seien durch die Explosion auf einem Hauptplatz der Küstenstadt zahlreiche weitere Menschen verletzt worden. In ersten Berichten war von 40 die Rede. Auf Videos in staatlichen Medien und im Internet waren mehrere brennende Autos und viele durch die Wucht der Explosion zerstörte Fahrzeuge zu sehen. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Latakia gilt als Hochburg von Präsident Baschar al-Assad. Die größte Hafenstadt des Landes ist in dem vierjährigen Bürgerkrieg bislang weitgehend von Gewalt verschont geblieben. Hingegen ist das Umland in der gleichnamigen Provinz heftig umkämpft. Sunnitische Milizen, darunter der Al-Kaida-Ableger Nusra Front kontrollieren viele Ortschaften in der Region, die mehrheitlich von Alawiten bewohnt ist. Staatschef Assad gehört zu den Alawiten, die dem schiitischen Islam zugerechnet werden.

Glossar – der politische Islam

Einen einheitlichen Islam...

… gibt es nicht. Die Religion hat etwa 1,6 Milliarden Anhänger weltweit. Doch die regional unterschiedlichen Spielarten des Glaubens variieren stark. Die meisten Muslime leben beispielsweise nicht etwa in einem Land auf der arabischen Halbinsel, sondern in Indonesien. Dort sind mit knapp 13 Prozent aller Muslime der Welt so viele Gläubige beheimatet wie in keinem anderen Staat.

Die Verwendung...

… von Begriffen wie Islamismus, politischem Islam, Fundamentalismus, radikalem Islam und Dschihadismus erfolgt in der Debatte oft nicht trennscharf. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 werden sie oftmals synonym und wenig trennscharf verwendet. Meist sollen mit „Islamismus“ solche fanatischen und gewalttätigen Gruppen mit terroristischer Ausrichtung erfasst werden, die sich auf den Islam beziehen.

Islamismus...

… bzw. Islamisten stehen für für alle politischen Auffassungen und Handlungen, die im Namen des Islams die Errichtung einer allein religiös legitimierten Gesellschafts- und Staatsordnung anstreben.

Problematisch ist,...

… dass gerade späteren Strömungen die Absicht eigen ist, den Islam nicht nur zur verbindlichen Leitlinie für das individuelle, sondern auch für das gesellschaftliche Leben zu machen. Oft geht das einher mit einer Ablehnung der Trennung von Religion, was ein Spannungsverhältnis schafft zu den Prinzipien von Individualität, Menschenrechten, Pluralismus, Säkularität und Volkssouveränität.

Friedliche Islamisten...

… sehen die Gewaltanwendung zur Durchsetzung ihres Ziels – der Errichtung eines islamischen Staats - nicht als ihr vorrangiges politisches Instrument.

Als Mittel des Widerstands...

… haben sich islamistische Strömungen allerdings in vielen Staaten entwickelt. Grobe Faustregel: Je stärker sie unterdrückt wurden, desto eher neigten sie zur Radikalisierung und einer Fokussierung auf den bewaffneten Kampf. So etwa in Syrien und in Ägypten.

Terrorismus...

… ist daher eines von mehreren Mitteln und Handlungsstilen, die Islamisten benutzen. Andere Beispiele sind Parteipolitik und Sozialarbeit.

Der Dschihad...

… bedeutet wörtlich „Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz“ für Gott, nicht Gotteskrieg. Man muss unterscheiden zwischen dem „großen Dschihad“ als Kampf gegen sich selbst, also umgangssprachlich gesagt Überwindung des eigenen „inneren Schweinehundes“ und dem „kleinen Dschihad“, dem Kampf im militärischen Sinne. Die Übersetzung von Dschihadisten als „Gotteskrieger“ verzerrt den Begriff daher, weil es einen einseitigen Fokus auf den bewaffneten Kampf legt.

Von

rtr

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