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19.01.2010

14:00 Uhr

Asse-Sanierung

Bergung des Atommülls kostet rund 1,5 Milliarden Euro

Die Fässer aus der Asse sollen wieder ans Tageslicht – koste es was es wolle. Jetzt hat das Bundesamt für Strahlenschutz eine erste Zahl in den Raum gestellt: 1,5 Milliarden Euro. Doch was die mehrjährige Aktion im Atomklo der Republik wirklich kostet, ist wohl erst nach der Bergung der teils leck geschlagenen Fässer klar.

Raus mit den Fässern: Die Asse soll geräumt werden. ap

Raus mit den Fässern: Die Asse soll geräumt werden.

HB WOLFENBÜTTEL. Das geplante Ausräumen des Atommülllagers Asse stößt bei Kommunalpolitikern und Bürgerinitiativen der Region auf Zustimmung. „Die Entscheidung ist nachvollziehbar, gut begründet und sie trifft das Herz der Region“, sagte am Montagabend der Landrat des Kreises Wolfenbüttel, Jörg Röhmann (SPD), bei einer Bürgerveranstaltung in der niedersächsischen Stadt. Auch der Wolfenbütteler Bürgermeister Thomas Pink (CDU) sprach von einer „richtigen Entscheidung“ des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Der Bürgermeister mahnte zudem ein schnelles Rückholen der 126 000 Atommüllfässer aus dem ehemaligen Salzbergwerk bei Wolfenbüttel an. Die geplanten Entnahmen von Proben aus den Einlagerungskammern des Bergwerks und die Planung des Ausräumens müssten „zeitgleich und möglichst schnell erfolgen“, sagte der CDU-Kommunalpolitiker. Eine zügiges Rückholen des Atommülls verlangten auch die im Asse-Koordinationskreis zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen.

Man müsse schon jetzt Bergungstechniken für jeden denkbaren Zustand der möglicherweise durchgerosteten oder zerstörten Fässer entwickeln, verlangten sie. Mit der Bergung der ersten etwa 3 000 Fässer müsse unverzüglich begonnen werden.

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, betonte bei der Veranstaltung vor 500 Anwohnern, Sicherheit sei nicht nur eine Frage der Einhaltung von Grenzwerten: „Sicherheit ist auch eine Frage des Vertrauens.“ Gerade am Atommülllager Asse habe das Vertrauen der Bevölkerung in der Vergangenheit erheblich gelitten.

Das Bundesamt hatte sich vergangene Woche grundsätzlich für ein Ausräumen des Atommülllagers entschieden, weil nur dann in der Umgebung langfristig die Grenzwerte für Radioaktivität sicher eingehalten werden könnten. Die Sanierung des Atommülllagers wird nach Expertenschätzung mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, sagte am Dienstag im Deutschlandradio Kultur, derzeit gebe es zwar keine belastbaren Schätzungen. Man könne jedoch einen Analogieschluss zur Schließung des DDR-Atommülllagers Morsleben vornehmen. „Dort rechnen wir mit rund 1,5 Mrd. Euro für das Schließungsprojekt“, sagte König. Ein BfS-Sprecher bestätigte die Angaben.

Kommentare (4)

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Stefan Krüßmannn

19.01.2010, 17:34 Uhr

Sicher werden RWE, Vattenfall und EON doch die Rechnung übernehmen, oder?

JAK

22.01.2010, 09:37 Uhr

Na ganz sicher..... nicht.

Wie sollte man sonst Atomstrom weiterhin günstig rechnen..... ?

Tom

22.01.2010, 11:37 Uhr

was könnten die sozialkassen, oder die arbeitsagentur mit 1,5 mrd. € anfangen ?
ist das ein bedeutungsloser betrag ? bitte schaltet eure grauen zellen ein, schlaft eine nacht darüber, beratet solange ihr wollt. aber bitte, überlegt es euch nochmal !!!!

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