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01.08.2013

21:40 Uhr

Asyl für Snowden

US-Politiker wüten gegen Putin

VonNils Rüdel

Das Asyl für Snowden in Russland wühlt Amerikas Politik auf: Präsident Obama zeigt sich „äußerst enttäuscht“ und stellt seinen Besuch infrage. Der einflussreiche John McCain bemüht gar eine Rhetorik wie im Kalten Krieg.

US-Präsident Obama (l.) und Senator John McCain (auf einem Bild aus dem Jahr 2009): Beide Politiker sind empört von Russlands Asyl-Entscheidung. Reuters

US-Präsident Obama (l.) und Senator John McCain (auf einem Bild aus dem Jahr 2009): Beide Politiker sind empört von Russlands Asyl-Entscheidung.

New YorkDie Welle der Wut ließ nicht lange auf sich warten. Nur Stunden nachdem das Foto von Edward Snowdens Einreisedokument aus Moskau in den USA über die Fernsehschirme gelaufen war, überboten sich Politiker in Washington mit Verurteilungen. Machtlos hatten sie zusehen müssen, wie der gesuchte Geheimdienst-Informant am Donnerstag unbehelligt am Flughafen Scheremetjewo in ein Auto stieg – und nun vielleicht für ein Jahr irgendwo in Russland untertaucht.

Empört zeigte sich Jay Carney, der Sprecher von US-Präsident Barack Obama. „Wir sind äußerst enttäuscht darüber, dass die Russische Föderation diesen Schritt gegangen ist“, sagte er im Weißen Haus. Dies untergrabe die Zusammenarbeit in der Verbrechensbekämpfung. Als Konsequenz werde Obama nun sogar erwägen, den für September geplanten Staatsbesuch zum G20-Gipfel in St. Petersburg abzusagen. Snowden sei „kein Whistleblower“, so Carney, sondern ein Verdächtiger, der von der Justiz wegen der Weitergabe von Geheimnissen gesucht werde und deshalb ausgeliefert werden müsse.

Der 30-jährige ehemalige Geheimdienstmitarbeiter hatte in den vergangenen Wochen enthüllt, wie die US-Abhörbehörde NSA systematisch und grenzüberschreitend den Internet- und Telefondatenverkehr überwacht. Der große Lauschangriff mit Programmen wie „Prism“ und „XKeyscore“ sorgt seitdem weltweit für Empörung, auch die Bundesregierung ist wegen der ungeklärten Rolle der deutschen Dienste unter Druck geraten.

US-Whistleblower: Snowden bedankt sich bei Russland für Asyl

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Edward Snowden hat laut seinem Anwalt das lange erwartete Dokument den russischen Behörden erhalten. Der Whistleblower verließ ersten Meldungen zufolge bereits den Moskauer Flughafen – er will aber in Russland bleiben.

Der Snowden-Fall belastet vor allem die amerikanisch-russischen Beziehungen, seitdem der Amerikaner am 23. Juni von Hongkong aus in die Transitzone des Moskauer Flughafens floh. Von Beginn an hatten Obama, Außenminister John Kerry und zahlreiche Abgeordnete Russlands Präsident Wladimir Putin mit Konsequenzen gedroht, sollte er Snowden nicht ausliefern und Asyl gewähren.

Putin hat sich nun darüber hinweggesetzt, indem er dem Informanten ein Visum ausstellen ließ, das für ein Jahr gültig ist. Bereits vorher hatte er klargemacht, Snowden unter keinen Umständen auszuliefern. Nach Ansicht des Kremls wird sich das amerikanisch-russische Verhältnis dadurch aber nicht verschlechtern. Es handele sich um eine „ziemlich unbedeutende Angelegenheit“, sagte Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass Obama das Gipfeltreffen absagen werde.

In Washington wurden die Nachrichten vom Donnerstag allerdings nicht gerade als „unbedeutende Angelegenheit“ aufgefasst. Im Gegenteil: Die Situation eskalierte weiter. Der einflussreiche republikanische Senator John McCain sprach von einer „Schande und einem durchdachten Manöver, die USA zu blamieren“. Putins Schritt sei ein „Schlag ins Gesicht aller Amerikaner“.

Kommentare (30)

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Wie_waere_es_mit_Krieg

01.08.2013, 21:58 Uhr

wie wäre es mal wieder mit einem krieg!?
früher oder später wird er sowieso kommen!
die meisten kriege sind nur doch lügen oder solche gehirnfürze entstanden, also legt los. ich wette gegen 100 euro gegen putin, wegen der übermacht an atomwaffen der usa.
russalnd hat zwar die schöneren frauen, aber amerika ist dass schönere land.

BigBrother

01.08.2013, 22:15 Uhr

Alle Freien Bürger dieser Welt sind Mr. Snowden sehr dankbar dafür, daß er die USA mit ihrer (...) weltweit betriebenen Daten-Ausspäh-Politik im Sinne von 'BIG BROTHER IS WATCHING YOU' endlich bloßgestellt hat.... (...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

01.08.2013, 22:17 Uhr

Zitat : Die Welle der Wut ließ nicht lange auf sich warten.

- nun die Welle der Wut der Yankees geht die Russen sowas am Ar******* vorbei, dass diese sich dabei nicht mehr kriegen !

Wann wird denn Deutschland sich solch eine Haltung leisten ?

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