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12.06.2017

13:16 Uhr

Asylpolitik

EU-Länder nehmen zu wenig Flüchtlinge zurück

Nach EU-Dublin-Regel sollen Asylanten ihr Verfahren in ihrem ersten Einreiseland durchlaufen. Im Zuge dessen hat Deutschland bereits tausende Übernahmeersuchen an andere EU-Länder gestellt. Meist ohne Erfolg.

Nur rund sieben Prozent der deutschen Übernahmeersuchen an andere EU-Länder wurden umgesetzt. dpa

Überstellungen von Asylanten

Nur rund sieben Prozent der deutschen Übernahmeersuchen an andere EU-Länder wurden umgesetzt.

BerlinDie EU-Staaten nehmen nur zögerlich Asylbewerber aus Deutschland zurück, für deren Verfahren sie eigentlich zuständig sind.

Im ersten Quartal dieses Jahres hat Deutschland 16.631 Übernahmeersuchen an andere EU-Länder gestellt, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die Reuters am Montag vorlag. Zurückgeführt wurden nach den Dublin-Regelungen aber lediglich 1344 Personen. Die meisten Rücknahmeersuchen gingen an Italien mit 6743. Es erfolgten aber nur 371 Überstellungen.

Von Anfang 2016 bis Ende März dieses Jahres wurden damit insgesamt 72.321 Übernahmeersuchen an andere EU-Länder gestellt, wie zuvor schon die „Bild“-Zeitung berichtet hatte. Zurückgeführt wurden aber nur 5312 und damit rund sieben Prozent der Personen. Umgekehrt stellten andere EU-Mitgliedstaaten 39.251 Übernahmeersuchen. Aufgenommen wurden von Deutschland 14.566 (37,1 Prozent). Nach den EU-Dublin-Regeln sollen Asylsuchende ihr Verfahren eigentlich in dem Land durchlaufen, in das sie zuerst eingereist sind.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Rainer von Horn

12.06.2017, 13:50 Uhr

Ist egal, wenn andere Länder die Überstellten nicht übernehmen wollen, wir schaffen das.

Herr Peter T. Kroeger

12.06.2017, 14:15 Uhr

Wen wundert es? Die Flüchtlinge sind schließlich auch auf irregulärem Weg unter Ungehung von Schengen und Dublin und jeglicher Abstimmung zwischen den EU-Ländern durch unsere Kanzlerin hereingebeten worden.

Herr Alessandro Grande

12.06.2017, 16:00 Uhr

Das zeigt doch am Ende nur eines: Nicht wie unfair andere EU-Länder sind, sondern wir unfähig und superdämlich wir Deutsche sind, uns 1.) das gefallen zu lassen und 2.) überhaupt zu fragen. Einsammeln, verbringen und abladen hieße die Devise, denn rein rechtlich gibt es keinerlei Zweifel am Ort der Betreuung nach Eintritt in die EU und vor dem Hintergrund, dass wir Idioten eh schon mit ABSTAND die meisten der Nobrainer aus Middle East und Afrika hier bei uns im Streichelzoo haben!

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