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05.09.2015

08:31 Uhr

Asylsuchende

Die ungewöhnlichen Routen der Flüchtlinge

VonKatharina Kort, Tanja Kuchenbecker, Lars-Thorben Niggehoff, Helmut Steuer

Traumziel Europa – doch wie dorthin kommen? Eine der bekanntesten Routen ist die über den Balkan. Doch längst nicht alle Asylsuchenden nehmen diesen Weg. Unsere Korrespondenten berichten.

Auf dem Weg nach Europa versuchen Flüchtlinge, einen Grenzzaun zu überwinden. dpa

Grenzzaun

Auf dem Weg nach Europa versuchen Flüchtlinge, einen Grenzzaun zu überwinden.

Düsseldorf/Paris/Rom/StockholmDeutschland ist das Traumziel vieler Flüchtlinge, die nach Europa kommen. Die meisten reisen über Land ein, aktuell vor allem über die Balkanroute, die in Bayern endet. Die bayerische Stadt Passau hat im ersten Halbjahr bereits 13.000 neue Flüchtlinge registriert.

Doch es gibt auch ungewöhnlichere Wege, um nach Deutschland zu kommen: Einige wenige Flüchtlinge kommen zum Beispiel über die Flughäfen nach Deutschland. Haben diese keine gültigen Ausweispapiere oder kommen aus einem sicheren Herkunftsland, dann müssen sie sich dem sogenannten „Flughafenverfahren“ unterziehen. An insgesamt fünf deutschen Flughäfen (Berlin-Schönefeld, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und München) gibt es spezielle Unterkünfte, in denen diese Asylbewerber untergebracht werden. Betroffen waren davon im ersten Halbjahr 2015 382 Menschen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entscheidet dann über den Antrag, währenddessen dürfen die Asylsuchenden das Flughafengelände nicht verlassen.

Reuters

Flüchtlinge am Brenner-Bahnhof

Im Extremfall müssen sie bis zu 18 Monate dort bleiben. Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte diese Art der Unterbringung 1996 zwar als Verstoß gegen die europäische Menschenrechtskonvention. Das Bundesverfassungsgericht sah das aber anders, weswegen Deutschland das Verfahren weiterhin anwendet.

Die Mehrzahl der Menschen, die per Flugzeug nach Deutschland fliehen, sind – ähnlich wie auf dem Landweg – Syrer. 105 Flüchtlinge kamen aus dem bürgerkriegsgeplagten Land. Auch aus Afghanistan (47) und Iran (34) kamen viele der Asylbewerber. Auffällig: Bis auf drei Ausnahmen kamen alle am Frankfurter Flughafen an, der damit die Hauptlast solcher Fälle schultert. Allerdings ist Frankfurt auch der deutsche Flughafen mit den meisten Langstreckenverbindungen. Die Unterkunft auf dem dortigen Gelände bietet bis zu 100 Menschen Platz.

Lars-Thorben Niggehoff, Düsseldorf

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