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25.05.2011

16:06 Uhr

Athen in Not

Griechische EU-Kommissarin denkt über Euro-Austritt nach

Die Debatte um Hilfen für das angeschlagene Griechenland erreicht einen neuen Höhepunkt. Erstmals wird auf griechischer Seite offen über ein Ende der Mitgliedschaft in der Währungsunion gesprochen.

Die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki. Quelle: dapd

Die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki.

AthenDie griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki hat ihr Land in einem dramatischen Appell auf einen drastischen Sparkurs eingeschworen. "Ich bin gezwungen, offen zu reden", sagte Damanaki am Mittwoch in Athen. "Entweder einigen wir uns mit unseren Schuldnern auf ein Programm mit brutalen Opfern, oder wir kehren zu Drachme zurück." Griechenland stehe an einem Scheideweg, sagte die in Brüssel für Fischerei und Maritime Angelegenheiten zuständige sozialistische Politikerin laut der halbamtlichen Athener Nachrichtenagentur weiter. Die größte Errungenschaft des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg, der Beitritt zur Eurozone, sei in Gefahr. Deshalb sei alles andere zweitrangig.

Die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou wirbt derzeit mit Nachdruck um die Unterstützung der Griechen für einen härteren Sparkurs, plant zur Durchsetzung des Sparprogramms zunächst aber keine Volksbefragung. Ein Referendum sei allerdings nicht grundsätzlich auszuschließen, sagte ein Regierungssprecher. Papandreou mahnte bei einem Treffen mit Staatspräsident Karolos Papoulias eindringlich zu einem breiten Konsens. "In dieser kritischen Stunde brauchen wir nationale Einigkeit", sagte er.

Papandreou verfügt zwar über eine komfortable Mehrheit im Parlament, hat aber mit sinkenden Umfragewerten zu kämpfen. Auch die Europäische Union dringt auf eine breite Zustimmung der Griechen, bevor sie über zusätzliche Hilfen entscheidet. Der sozialistischen Regierung gelang es aber zuletzt nicht, die konservative Opposition mit ins Boot zu holen. Die Partei Neue Demokratie kritisiert, dass der Sparkurs die Wirtschaft abwürge und einen Ausweg aus der Krise versperre.

Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit warnte, dass die hoch verschuldeten Euro-Länder wegen ihres Sparzwangs den Anschluss an die übrigen Volkswirtschaften im Währungsraum zu verlieren drohen. Dennoch führe für die meisten Euro-Länder kein Weg an einem andauernden Sparkurs vorbei, um die steigende Verschuldung in den Griff zu bekommen, erklärte die OECD.

Kommentare (23)

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Petra

25.05.2011, 16:29 Uhr

Optimale Lösung! Zuerst durch Lug und Betrug die EU-Mitgleidschaft erschleichen, dann über Jahrzehnte hinweg Vorteile (Subventionen) erschleichen, einen riesigen Schuldenberg anhäufen, für den andere bürgen (!), dann die Drachme wieder einführen und bis zum geht nicht mehr abwerten. Dann das ganze Spiel von neuem beginnen.
Clever die Griechen! Die sind uns weit voraus! Wir sind nur die Blödmänner/Frauen, die das dann alles bezahlen...

EUMOLOCH

25.05.2011, 17:01 Uhr

Alle Staaten sind Bankrott, nicht nur Griechenland. Je länger diese Euro Geschichte von der Politik weiter gesponnen wird, desto desaströser wird das Ende werden. Die Politiker der "Geberländer" halten sich mit weiteren Hilfskrediten so lange selbst über Wasser, bis das Schiff sinkt u. das wahre Ausmaß dieser Katastrophe offensichtlich wird. Es ist zu befürchten, dass die Laternen in u. um Berlin demnächst Namen von Politikern tragen werden.

Und_tschuess

25.05.2011, 17:14 Uhr

Haha. Unser Geld haben sie ja nun.

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