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08.03.2013

01:03 Uhr

Atom-Drohung

Uno verschärft die Sanktionen gegen Nordkorea

Trotz der Drohgebärden aus Nordkorea hat der Uno-Sicherheitsrat seine Sanktionen gegen das asiatische Land verschärft. Zuvor hatte die Führung in Pjöngjang vor einem „präventiven Atomangriff“ auf die USA gewarnt.

Nordkorea droht den USA mit einem Atomschlag. dpa

Nordkorea droht den USA mit einem Atomschlag.

New York/PjöngjangDie USA haben die Atombomben-Drohungen Nordkoreas zurückgewiesen und den Kurs des kommunistischen Landes kritisiert. Die Führung in Pjöngjang treibe sich damit nur noch weiter in die internationale Isolation, erklärte ein Sprecher von US-Präsident Barack Obama am Donnerstag.

„Die Vereinigten Staaten sind voll und ganz in der Lage, sich gegen nordkoreanische Raketendrohungen zu verteidigen“, sagten wortgleich die Sprecher von Weißem Haus und Außenministerium. Ohnehin seien die Drohungen nicht neu, das Land habe bereits häufiger bewiesen, dass ihm nicht an einer Verbesserung der internationalen Beziehungen gelegen sei, sagte Außenministeriums-Sprecherin Victoria Nuland.

Chronologie: Nordkorea und seine Atombomben

1989

Ein US-Spionagesatellit macht erste Aufnahmen der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon.

1994

Pjöngjang legt den Atomreaktor im Rahmen eines Abkommens mit den USA still und erhält dafür Zusagen für den Bau zweier Leichtwasserreaktoren.

1998

Abschuss einer nordkoreanischen Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-1.

2002

US-Präsident George W. Bush erklärt Nordkorea im Januar zu einem Teil der "Achse des Bösen". Im Dezember reaktiviert Pjöngjang den Atomreaktor Yongbyon und weist Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus.

2003

Nordkorea kündigt im Januar den Atomwaffensperrvertrag auf. Im August beginnen Sechs-Nationen-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms mit Nord- und Südkorea, China, USA, Japan und Russland.

2005

Nordkorea gibt im Februar bekannt, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben.

2006

Nordkorea nimmt am 9. Oktober den ersten Atombomben-Test vor. Der UN-Sicherheitsrat beschließt Sanktionen.

2007

Nordkorea erklärt sich im Februar bereit, die Anlage in Yongbyon abzuschalten und Atominspektoren wieder ins Land zu lassen. Im Juli erklärt die IAEA, Yongbyon sei geschlossen.

2009

Im April startet Nordkorea eine Langstreckenrakete mit tausenden Kilometern Reichweite. Die Regierung in Pjöngjang zieht sich aus den Sechs-Parteien-Gesprächen zurück und kündigt die Wiederaufnahme des Atomprogramms an. Am 24. Mai nimmt Nordkorea einen zweiten Atombombentest vor. Am 12. Juni werden die UN-Sanktionen verschärft.

2011

Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember kommt sein jüngster Sohn Kim Jong Un an die Macht.

2012

Nach einem fehlgeschlagenen Test der Rakete Unha-3 im April gelingt ein zweiter Abschuss des Raketentyps im Dezember.

2013

Der UN-Sicherheitsrat verschärft am 22. Januar die Sanktionen erneut, zwei Tage später kündigt die Führung in Pjöngjang einen neuen Atomtest an. Am 12. Februar vollzieht Nordkorea nach eigenen Angaben "erfolgreich" einen unterirdischen Atomtest.

2014

In seiner Neujahrsansprache kündigt Diktator Kim Jong-Un gegenüber den USA eine „massive nukleare Katastrophe“ an, sollte auf der koreanischen Halbinsel ein Krieg ausbrechen. Im September veröffentlicht die IAEA einen Bericht, wonach der Atomreaktor Nyongbyon wieder in Betrieb sei, und belegt dies mit Satellitenbildern.

2015

Im Januar bietet Kim Jong-Un an, das Atomwaffenprogramm Nordkoreas aufzugeben, wenn die USA auf gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea verzichten. Im Mai verbreitet Pjöngjang, dass Nordkorea inzwischen auch Langstreckenraketen mit entsprechend miniaturisierten Nuklearwaffen ausrüsten zu können – eine offene Drohung in Richtung USA.

2016

Gleich zu Beginn des Jahres gibt Nordkorea bekannt, erstmals erfolgreich den Einsatz einer Wasserstoff-Bombe getestet zu haben. Chinesische und US-amerikanische Behörden bezweifeln die Behauptung aufgrund seismischer Signale in der Nähe des Testgeländes, die eher auf die Explosion einer Spaltbombe hindeuten. Einen Monat später führt Pjöngjang einen Raketentest durch: Am 7. Februar startet eine Unha-3-Trägerrakete und bringt einen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Die USA, Südkorea und Japan werten den Start jedoch als Test einer atomar bestückbaren Langstreckenrakete – und erlassen erneut Sanktionen gegen Nordkorea.

Als Antwort auf den jüngsten Atomtest Nordkoreas verhängten unterdessen die Vereinten Nationen scharfe Sanktionen gegen das kommunistische Regime. Der Uno-Sicherheitsrat beschloss am Donnerstag einstimmig, die schon bestehende Strafmaßnahmen durch Reiseverbote und Kontensperrungen zu verstärken.

Zuvor hatte Nordkorea am Donnerstagmorgen den USA mit einem Atomschlag gedroht. Ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang erklärte, Nordkorea könne von seinem Recht eines Präventivschlags gegen „das Hauptquartier des Aggressors“ Gebrauch machen. „Solange die USA einen Atomkrieg anstreben, haben unsere revolutionären Streitkräfte das Recht auf einen präventiven Atomschlag.“

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Südkorea hat inzwischen die Alarmbereitschaft seiner Streitkräfte erhöht. Das Militär sei „vollständig“ auf mögliche Provokationen vorbereitet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag in Seoul. Nach Einschätzung des Ministeriums bereitet Nordkorea derzeit ein „massives“ Militärmanöver vor.

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Mit der Ankündigung hatte das Regime in Pjöngjang, das am 12. Februar erfolgreich einen unterirdischen Atomwaffentest unternommen hat, auf die Sitzung des Uno-Sicherheitsrats Anfang der Woche reagiert. Dort hatten sich die USA und China auf neue Sanktionen gegen Nordkorea verständigt – und diese nun einstimmig durchgebracht.

US-Botschafterin Rice hatte nach einer Sitzung des Sicherheitsrats gesagt, dass die Resolution die Sanktionen gegen Nordkorea „auf die nächste Ebene“ heben werde. Erstmals würden die „illegalen Aktivitäten“ der Diplomaten Pjöngjangs, die Bankbeziehungen Nordkoreas sowie der „gesetzwidrige Transfer von Bargeld“ ins Visier genommen.

„Wir müssen die Möglichkeiten Pjöngjangs zur Aufrüstung unterbinden“, sagte Rice. Die Sanktionen würden Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm empfindlich treffen. „Und sie beinhalten unsere Bereitschaft, sie weiter zu verstärken, wenn es zu einem neuen Raketenstart oder Atomtest kommt. Die internationale Gemeinschaft ist einig und sehr entschlossen. Wenn Pjöngjang dagegen vorgeht, wird es sich nur noch weiter isolieren.“


Kommentare (23)

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Account gelöscht!

07.03.2013, 11:44 Uhr

Na und ? Drohgebärden können doch alle Atommächte ziemlich gut, warum also auch nicht Nordkorea.

Letztendlich ist es immer nur derselbe angeberische und großkotzige Tenor analog wer hat den Längsten !

Man darf da nicht zuviel hineininterpretieren.

Pro-D

07.03.2013, 11:51 Uhr

oje, da hat sich der AMI das alles echt was kosten lassen. Womit sollten sie sonst wohl rechtfewrtigen, dass sie Unsummen für Rüstung ausgeben

Wolfsfreund

07.03.2013, 11:51 Uhr

Nuklearer Erstschlag gegen die USA??? Ja ist denn dieser größenwahnsinnige Giftzwerg Kim jetzt völlig abgedreht? Der stürzt in seinem Verfolgungswahn noch die ganze Region ins Unglück.

"„Wir müssen die Möglichkeiten Pjöngjangs zur Aufrüstung unterbinden“, sagte US-Botschafterin Rice. Die Sanktionen würden Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm empfindlich treffen."
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Müssen??? Kann mir mal einer mit einfachen, logischen Worten erklären, wieso das nicht seit vielen Jahren geschehen ist? In die Hände eines solchen Landes gehört NICHTS, was komplexer ist als ein primitiver 2-Takt-Mofa-Motor. Der Zugang zu Hochtechnologie, speziell nuklearer und raketentauglicher, sowie zu einschlägigem Wissen ist m.E. rigoros zu unterbinden. Auch der Zugang zu spaltbarem Material gehört auf den Index. Ein weitere Maßnahme wäre die Abriegelung des Landes vom internationalen Handel und Finanzverkehr, will sagen: Totale Isolierung und Ächtung!
Ich bin ein friedliebender Mensch aber in diesem Fall sollte man mal über ein Kommandounternehmen nachdenken, um diesen Wahnsinnigen aus dem Verkehr zu ziehen und in eine geschlossene Anstalt zu verfrachten, natürlich in Abstimmung mit den Chinesen, die wohl kaum Wert auf einen irren Nachbarn legen, der leichtfertig mit nuklearen "Streichhölzern" spielt.
Wie heißt der Kinderreim gleich noch?
"Messer, Gabel, Schere, Licht, sind für kleine Kinder nicht!" Im übertragenen Sinne gilt das auch für kleine Kims, die in unverantwortlicher Weise mit Atomraketen spielen, wie die Made im Speck in Saus und Braus leben, während regelmäßig zigtausende in diesem Land verhungern und erfrieren oder in unzähligen Lagern zu Tode gefoltert oder versklavt werden. Wohin Appeasement-Politik führt, das hat die Geschichte ja wohl gezeigt. Also: Handeln!

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