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11.11.2015

23:36 Uhr

Atom-Torpedos

Russischem TV rutschen Waffenpläne ins Programm

Der Kreml hat die Fernsehsender NTW und Kanal Eins unter Kontrolle. Eigentlich. Bei einem Bericht über ein Militärtreffen strahlten die Sender versehentlich Geheimdokumente aus – und offenbarten Atompläne.

Der Kreml zeigt sich entsetzt: Geheimdokumente über Militärpläne tauchen im russischen Fernsehen auf. dpa

Kreml in Moskau

Der Kreml zeigt sich entsetzt: Geheimdokumente über Militärpläne tauchen im russischen Fernsehen auf.

MoskauZwei russische Fernsehsender haben versehentlich Dokumente über ein neues System atomar bestückter Torpedos veröffentlicht. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte und sagte, ein derartiges Versehen dürfe sich nicht wiederholen.

Die staatlich kontrollierten Sender NTW und Kanal Eins hatten am Dienstag in Berichten über ein Treffen von Präsident Wladimir Putin mit Militärvertretern in Sotschi Geheimdokumente zu einem noch in der Entwicklungsphase steckenden Torpedo-System mit der Bezeichnung Status-6 gezeigt. In dem deutlich sichtbaren Begleittext heißt es, die auf U-Booten stationierten Torpedos würden bei ihrem Einschlag die Gebiete derart stark radioaktiv verseuchen, dass sie für lange Zeit für jede "militärische, landwirtschaftliche oder wirtschaftliche Aktivität unbrauchbar" seien.

Zwar wurden die Aufnahmen von den beiden Sendern später wieder gelöscht, doch auf mehreren Internetseiten wurden Screenshots veröffentlicht. Wie die Aufnahmen in die Sendungen gerieten, war zunächst unklar. Beide Sender stehen unter strikter Kontrolle des Kreml.

Putin hatte diese Woche den USA und ihren Verbündeten vorgeworfen, Moskaus atomare Kapazitäten ausschalten zu wollen. Moskau brauche deshalb Waffen, die in der Lage sein müssten, jede Form von Raketenschutzschild zu überwinden, erklärte er.

Von

afp

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