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16.01.2016

15:53 Uhr

Atomabkommen mit Iran

Ringen bis zur letzten Minute

Es ist nicht einfach, Geschichte zu schreiben: Die Umsetzung des Atom-Deals mit dem Iran wäre historisch, aber eine Formsache ist sie nicht. Offenbar sind noch immer Fragen offen. Doch der Iran sendet Zeichen der Annäherung.

In Wien diskutieren die Parteien noch über weitere Details des Abkommens. Noch ist der historische Deal nicht offiziell abgeschlossen. ap

Detailverhandlungen

In Wien diskutieren die Parteien noch über weitere Details des Abkommens. Noch ist der historische Deal nicht offiziell abgeschlossen.

Wien/TeheranFür sie hat sich schon vor dem offiziellen Inkrafttreten des Atom-Abkommens mit dem Iran alles zum Guten gewendet: Unmittelbar vor der lange erwarteten Ratifizierung hat Teheran vier Gefangene mit doppelter Staatsbürgerschaft freigelassen. Die Freilassungen erfolgten im „nationalen Interesse“ im Rahmen eines Gefangenen-Austauschs auf Anweisung des Nationalen Sicherheitsrates, erklärte der Teheraner Generalstaatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi am Samstag.

Unter den Freigelassenen ist offenbar auch der „Washington Post“-Korrespondent Jason Rezaian, bestätigte die iranische Staatsanwaltschaft nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars. Die Ankündigung erfolgte, während in Wien über die Umsetzung des im Juli geschlossenen Abkommens zum iranischen Atomprogramm debattiert wurde.

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Teheran macht offenbar Ernst: Der Abtransport angereicherten Urans nach Russland gehört zu den wichtigsten Punkten des internationalen Atomabkommens. Bald könnten die Sanktionen des Westens gegen den Iran fallen.

Denn die Umsetzung des Abkommens scheint nicht die erwartete Formsache zu sein. Es gebe noch in einzelnen Punkten Klärungsbedarf, hieß es am Samstag aus diplomatischen Kreisen in Wien. „Der Teufel liegt im Detail.“

Seit dem Vormittag waren der iranische Außenminister Dschawad Mohammed Sarif und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini deshalb zu Gesprächen in Wien. Am Nachmittag traf wie geplant US-Außenminister John Kerry ein. Es folgte sofort eine Unterredung unter vier Augen mit Sarif.

Auch der ursprünglich längst erwartete Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über den Rückbau des iranischen Atomprogramms lag bis zum Nachmittag nicht vor. Das grüne Licht der IAEA ist Voraussetzung für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen.

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