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07.07.2016

14:03 Uhr

Atomendlager-Suche

Wohin mit dem atomaren Müll?

VonAndré Ballin, Ozan Demircan, Maike Freund, Tanja Kuchenbecker, Helmut Steuer

In Deutschland ist die Suche nach einem Atommüll-Endlager schwierig. Zu groß sind die Proteste vieler Bürger. In anderen Ländern gibt es weniger Probleme. Manche Regionen nehmen den Müll sogar gerne. Ein Streifzug.

In Deutschland wird weiter nach Endlagern für radioaktiven Müll gesucht. Doch wie ist es im Ausland? dpa

Atommülllager Morsleben

In Deutschland wird weiter nach Endlagern für radioaktiven Müll gesucht. Doch wie ist es im Ausland?

Mehr als 400 Atomkraftwerke weltweit versorgen viele Länder mit Strom – aber sie produzieren auch tausende Tonnen radioaktiven Müll. In Deutschland gibt es bisher kein Endlager für den Atommüll – und die Suche gestaltet sich schwierig und langwierig. Das liegt auch daran, dass unklar ist, wie sicher welche Stätten zum Lagern sind. Soll der Müll unterirdisch gelagert werden? Und wenn ja, wie sicher ist das?

Denn in dem ehemaligen Salzbergwerk Asse in Niedersachsen lagern schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Doch die Kammern und Stollen sind nicht so stabil wie erhofft und Grundwasser konnte eindringen. Das will man bei anderen Lagerstätten vermeiden. Auch das ehemalige Salzbergwerk Morsleben wurde als Lager für schwachen und mittel radioaktiven Müll benutzt. Doch die Einlagerung wurde wegen Sicherheitslücken gestoppt, das Lager soll geschlossen werden. Ab 2019 sollen im Schacht Konrad, einer ehemaligen Einerzgrube, schwach und mittel radioaktive Abfällen gelagert werden.

Sicher, sauber und bezahlbar: So soll die Energiewende aussehen

Drei Ziele

Die Energiewende wurde 2011 nach der Atomkatastrophe von Fukushima ausgerufen. Die drei Ziele: sicher, sauber, bezahlbar.

Atomausstieg

Acht Atomkraftwerke wurden sofort stillgelegt, im Sommer 2015 folgte das bayerische AKW Grafenrheinfeld. Die letzten Meiler sollen 2022 vom Netz gehen.

Ökostrom

Der Ökostrom-Anteil an der Versorgung soll 2025 bis zu 45 Prozent betragen.

Klimaschutz

Der Treibhausgasausstoß soll bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken, bis 2050 sogar um 80-95 Prozent. Erreicht wurden bis 2014 aber nur 27,7 Prozent Minderung.

Netze

Windstrom muss vom Norden in den Süden, aber oberirdische Hochspannungsleitungen sind bei Anwohnern unbeliebt. Wenn die Netze überlastet sind, müssen die Verbraucher für den Ausfall der Produktion aufkommen – der Netzausbau ist deshalb ein Zankapfel.
(Quelle: dpa)

Auch der Salzstock Gorleben, das seit Jahrzehnten erkundet wird, kommt weiter als mögliches Endlager in Frage. Die Endlagerkommission des Bundestages sprach sich diese Woche dafür aus, die abgebrannten Brennelemente unterirdisch zu lagern. Sie legte auch fest, dass der Atommüll nur in einem Bergwerk versenkt werden darf, aus dem man ihn notfalls wieder herausholen kann - falls eines Tages doch unerwartete Sicherheitsrisiken auftauchen sollten. Doch es gibt viele Kritiker und Gegenstimmen.

Doch wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? Ist die Suche dort einfacher? Unsere Korrespondenten berichten.

Kommentare (28)

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Account gelöscht!

07.07.2016, 14:12 Uhr

Ganz einfach. Das EEG abschaffen da die Energiewende eh gegen die wirtschaftliche und Technische Wand fährt. Die Laufzeitverlängerung für die bestehenden Kernkraftwerke wieder einführen. Und die Wiederaufbereitung in Deutschland einführen. Auch den Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland wieder zulassen. Russland hat den Reaktor BN-800 bereits in Betrieb. Dieser kann den Wertstoff der in den End- und Zwischenlagern Deutschland gelagert wird problemlos in billige und saubere Energie/Strom/Wärme umwandeln. Zum Vorteil der deutschen Volkswirtschaft und Wohlstandsgesellschaft.
Enerigewende = erst kommt die Lüger, dann der Betrug/Selbstbetrug danach der Mangel und zum Schluss die Armut.

Rainer von Horn

07.07.2016, 14:23 Uhr

Ich würde mit Russland einen Lagervertrag abschliessen, damit die deutschen und die -weitaus grösseren- russischen Atomabfälle in einem neu zu errichtenden Endlager in einer Granitlagerstätte im menschenleeren Sibirien gelagert werden könnte. Wenn dann dieser Reaktor neuester Produktion diese Abfälle verwerten kann, könnten diese Abfälle rcycelt und wiederverwertet werden. Für einige MRD wäre das Problem gelöst - und man hätte noch für eine sehr lange Zeit billigen Strom.

Aber lieber befassen wir uns in Kürze mit der Dimension der deutschen Beteiligung an der Rettung italienischer Banken und anderen sozialistischen Weltenrettungsvisionen. Zumindest ist letzteres viiiel wahrscheinlicher.

Account gelöscht!

07.07.2016, 14:31 Uhr

Jungs,

ich bin SOOOO STOLZ auf Euch!

Marc und Rainer......einfach UNGLAUBLICH

Artikel 14:03 Uhr

Kommentar Marc: 14:12 Uhr

Kommentar Rainer: 14:23 Uhr


Das schaffe ich einfach nicht. Leider kann ich momentan nur ca. einmal in der Stunde nach offenen Kommentarfunktionen schauen.

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