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29.04.2015

12:58 Uhr

Atomenergie und die Risiken

Die horrenden Kosten nach dem Super-Gau

VonSilke Kersting

Die Atom-Katastrophe von Tschernobyl kostet nach fast 30 Jahren noch immer Geld. Viel Geld, das bislang fehlt. Eine Geberkonferenz in London soll es nun richten. Aber ein weiteres Problem ist ebenfalls nicht gelöst.

Ein Schutzmantel soll die Strahlung abschirmen. Doch von den insgesamt notwendigen 2,2 Milliarden Euro fehlen noch 615 Millionen Euro, um sie bis Ende 2017 fertigzustellen. dpa

Der Kernkraftwerk Tschernobyl

Ein Schutzmantel soll die Strahlung abschirmen. Doch von den insgesamt notwendigen 2,2 Milliarden Euro fehlen noch 615 Millionen Euro, um sie bis Ende 2017 fertigzustellen.

BerlinAm 26. April 1986 explodierte ein Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl im Norden der Ukraine. Das ist 29 Jahre her – aber längst nicht passé. Die noch immer radioaktiv strahlende Atomruine muss dauerhaft mittels einer Schutzhülle von der Umwelt abgeschirmt werden.

Ein neuer 108 Meter hoher Sarkophag soll die brüchige Schutzhülle aus Beton ersetzen, die über den Reaktortrümmern gebaut worden war. Der aber kostet Geld, Geld, das gerade wieder mühsam zusammengekratzt werden muss. Eine Geberkonferenz heute in London soll es richten. Denn von den insgesamt notwendigen 2,2 Milliarden Euro für die neue Schutzhülle fehlen noch 615 Millionen Euro, um sie bis Ende 2017 fertigzustellen.

Atomkraft ist ein teures Abenteuer. Vor allem die Abwicklung der Atomwirtschaft wird in Deutschland noch richtig viel Geld kosten. Wenn hierzulande 2022 das letzte AKW abgeschaltet wird, dann fällt trotzdem noch jahrelang der strahlende Müll an, allein durch den langwierigen Rückbau der Atomkraftwerke.

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Die Energieversorger haben dafür 36 Milliarden Euro zurückgestellt – doch die Bundesregierung ist skeptisch, ob das ausreichen wird. Dazu gesellt sich das Problem, überhaupt ein Endlager für hochradioaktiven Abfall zu finden.

Für schwach- und mittelradioaktiven Müll gibt es Schacht Konrad, aber dessen Kapazitäten reichen nicht aus. Es klappt ja in Deutschland noch nicht einmal mit einem Zwischenlager, was Bundesministerin Barbara Hendricks (SPD) schwer nervt. Wohin mit den nächsten Castor-Behältern, die Deutschland bald zurücknehmen muss? Auf alle diese Fragen müssen schnell Antworten her.

Kommentare (5)

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Herr Old Harold

29.04.2015, 13:17 Uhr

...wer hätte denn das auch ahnen können??

Herr Lee Rtasche

29.04.2015, 13:46 Uhr

Sehr richtig: Tschernobyl liegt in der Ukraine. Und man kann es gar nicht genug herausstellen.
Und so kann auch der Zusammenhang mit immensen Gesundheits- und Sozialkosten des Landes Ukraine für die betroffene Bevölkerung auf Jahrzehnte nicht verwundern.
Die Feststellung, dass "Atomkraft (ist) ein teures Abenteuer" ist, ist wohl wahr: Bezeichnet das Wort "Abenteuer" den ungewissen Fortgang eines Vorhabens mit noch ungewissenerem Ausgang!

Herr Franz Paul

29.04.2015, 13:53 Uhr

Und dabei war der deutsche Atomausstieg völlig unnötig. Wir sind nicht die Ukraine, und auch nicht Fukushima. Hier gibts keine Flutwellen, Erdbeben und besoffene Atomtechniker. Und eine ganz andere Reaktortechnologie haben wir auch. Der einzige Sinn des deutschen Atomausstiegs war, Angie die Macht zu erhalten und den GrünInnen ihr Haupthema zu stehlen.

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