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06.10.2016

01:46 Uhr

Atomforschungsabkommen gestoppt

Russland lässt keine Amerikaner ins AKW

Mitten im Streit mit den USA über Syrien stichelt Russland bei einem anderen Thema: Die US-Sanktionen wegen der Annexion der Krim. Sie seien Anlass dafür, die Zusammenarbeit in punkto Atomenergie zu stoppen.

Das Tor vor der radioaktiv verseuchten Bannmeile um den Meiler von Tschernobyl schließt sich. Auch der Kooperation mit den USA in Atomenergiefragen schiebt Russland einen Riegel vor. Reuters

Warnschild in Tschernobyl

Das Tor vor der radioaktiv verseuchten Bannmeile um den Meiler von Tschernobyl schließt sich. Auch der Kooperation mit den USA in Atomenergiefragen schiebt Russland einen Riegel vor.

MoskauAngesichts der wachsenden Spannungen im Verhältnis zu Washington hat Russland ein Abkommen mit den USA zur gemeinsamen Forschung im Bereich der Atomenergie ausgesetzt. Die Regierung veröffentlichte am Mittwoch ein von Ministerpräsident Dmitri Medwedew unterzeichnetes Dekret, wonach das 2013 geschlossene Abkommen zur Kooperation in den Bereichen Forschung und Entwicklung zur Atomenergie gestoppt werden soll.

Es handele sich um eine Antwort auf US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt. In der aktuellen Situation sei es nicht ratsam, US-Bürger in russische Atomanlagen hineinzulassen oder eine direkte Zusammenarbeit zwischen russischen und US-Forschungseinrichtungen zu erlauben, hieß es weiter.

Von der Entscheidung sei auch eine Vereinbarung zwischen der russischen Atomenergiebehörde Rosatom und dem US-Energieministerium betroffen, in der die Umwandlung russischer Forschungsreaktoren zur Verwendung von schwach angereichertem Uran untersucht werden sollte, erklärte Moskau.

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Das russische Außenministerium teilte mit, die USA hätten die Zusammenarbeit schon zuvor „praktisch eingefroren“. Dass die russische Seite das Abkommen nun aussetze, sei eine „Antwort auf unfreundliche Akte der USA“. Ein Sprecher von Rosatom sagte der Nachrichtenagentur Tass, die Zusammenarbeit habe bereits seit zwei Jahren geruht. Neue Verträge seien nicht geplant gewesen.

Am Montag hatte Russland bereits ein Abkommen mit den USA zur Entsorgung von waffenfähigem Plutonium ausgesetzt. Der Kreml begründete den Schritt mit einem „drastischen Wandel der Lage, dem Auftauchen einer Bedrohung der strategischen Stabilität“ infolge „unfreundlicher Handlungen der Vereinigten Staaten gegenüber Russland“.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington sind seit der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Frühjahr 2014 auf einem Tiefpunkt. Der Syrien-Konflikt, in dem Moskau die Führung in Damaskus unterstützt, hat die Spannungen weiter verschärft.

Am Montag hatten die USA angesichts der heftigen Angriffe auf die nordsyrische Stadt Aleppo die Gespräche mit Russland über eine Beilegung des Konflikts für beendet erklärt. Am Mittwoch kam es jedoch dennoch zu Gesprächen zwischen den Außenministern der beiden Länder.

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Holger Narrog

06.10.2016, 08:18 Uhr

Russland hat die zivile und militärische Kerntechnik kontinuierlich entwickelt. In den USA ist die Entwicklung der zivilen Kernenergie und der militärischen Kerntechnik in den 80er Jahren heruntergefahren worden. Russland ist in dieser Technik mittlerweile führend. Russische Kernkraftwerke werden mittlerweile weltweit verkauft. Reale neue Reaktorkonzepte kommen aus Russland.

Insofern können die Amerikaner von den Russen lernen. Ein Stopp tut den Amerikanern mehr weh als den Russen.

Ich nehme auch an, dass die Russen die militärische Kerntechnik weiter ausbauen werden.

Herr Old Harold

06.10.2016, 13:35 Uhr

Wer andere Völker, wie Georgier und Ukrainer überfällt und besetzt, anderen Machthabern dabei hilft, das eigene Volk auszuradieren, wie in Syrien, sollte generell von der Völkergemeinschaft geächtet und ausgeschlossen werden.

Dazu gehört auch jegliche Isolation im Handel, unabhängig vom Gejammere eigener Wirtschaftsverbände.

Erst wenn kein anderes Volk mehr russisches Gas und Öl abnimmt, kommen die Russen wieder zurück, in die Zivilisation.

Herr Bernhard Ramseyer

06.10.2016, 14:36 Uhr

Die Zusammenarbeit ruht schon seit 2 Jahren.
Aktuell ist die Meldung, dass Russland keine Amerikaner mehr ins AKW lässt, not a big thing.

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