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22.11.2013

03:40 Uhr

Atomgespräche

Iran sieht „keine Fortschritte“ in Genf

Trotz großen Drucks neuer, verschärfter Sanktionen gegen Iran stocken die Atomgespräche in Genf bisher. Dem zum Trotz hoffen einige, dass ein Durchbruch noch diese Woche kommen könnte.

Zuversicht trotz verhärteter Fronten

Atom-Abkommen mit Iran noch in dieser Woche?

Zuversicht trotz verhärteter Fronten: Atom-Abkommen mit Iran noch in dieser Woche?

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GenfBei den Atomverhandlungen mit dem Iran ringen die Unterhändler um Kompromisse bei den Problempunkten Urananreicherung und Sanktionen. Konkret gehe es um die iranische Fähigkeit, Atombrennstoff herzustellen und um Erleichterungen für den von Sanktionen hart getroffenen Öl- und Bankensektor Irans, verlautete am Donnerstagabend aus Verhandlungskreisen in Genf.

Der iranische Vize-Außenminister, Abbas Araktschi, sagte in der Nacht am Ende des zweiten, in den entscheidenden Streitfragen sei „kein Fortschritt“ erzielt worden.

Ein europäischer Diplomat sagte hingegen, die Gespräche hätten durchaus Fortschritte erzielt. „Es werden immer weniger Punkte, die noch geklärt werden müssen. Allerdings sind diejenigen, die noch verbleiben, auch die schwierigsten“, sagte der Diplomat.

Im Kern des Streits steht die Anreicherung von Uran, da dieses zur Energiegewinnung und zu Forschungszwecken, in einer höher angereicherten Form aber auch zur Herstellung von Atomwaffen genutzt werden kann. Im Gespräch sind eine Aussetzung der Anreicherung auf 20 Prozent, ein Abbau der bestehenden Uranbestände und strengere UN-Inspektionen.

Die iranischen Atomanlagen

Schwerwasserreaktor in Arak

Eine zentrale Rolle im Atomstreit spielt der geplante Schwerwasserreaktor in Arak, rund 250 Kilometer südwestlich von Teheran. Solche Reaktoren werden mit gewöhnlichem, nicht angereichertem Uran befeuert und mit sogenanntem schwerem Wasser, einer molekularen Variante, gekühlt. Schwerwasserreaktoren sondern als Nebenprodukt mehr Plutonium ab als Reaktoren, die mit gewöhnlichem Wasser gekühlt werden. Plutonium wiederum kann für die Herstellung von Atomwaffen eingesetzt werden.

Der Bau des Reaktors in Arak begann 2004 und ist fast fertig. Ein Datum für die Inbetriebnahme ist jedoch noch nicht bekannt. Der Iran gibt an, die Anlage für die Herstellung von Isotopen für medizinische und industrielle Zwecke nutzen zu wollen. Die UN-Inspektoren haben die Anlage bereits besichtigt. Vor knapp zwei Wochen sagte die Regierung ihnen überdies zu, weitere Kontrollen zu ermöglichen.

Urananreicherungsanlage in Natans

Der Iran betreibt zwei bedeutende Urananreicherungsanlagen. Die älteste und größte befindet sich in Natans, rund 260 Kilometer südwestlich von Teheran. Die Schutzmaßnahmen sind aufwendig: Die Zentrifugen stehen unter der Erde und die Anlage wird von mehreren Luftabwehrgeschützen verteidigt. Seit 2006 drehen sich die Zentrifugen und reichern Uran an. Insgesamt soll der Iran nach UN-Angaben 18.000 Zentrifugen besitzen

Urananreicherungsanlage in Fordo

Die zweite Anlage liegt in Fordo, im bergigen Süden der Hauptstadt Teheran. Die Regierung hielt die Urananreicherungsanlage lange geheim. Erst 2009 wurde ihre Existenz durch ausländische Geheimdienste bekannt. Das Gelände wird von den elitären Revolutionsgarden geschützt. Die UN-Inspektoren haben beide Anlagen in Natans und in Fordo bereits besucht und Systeme für eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung eingerichtet. Der Iran will aber nach eigenen Angaben zehn weitere Anlagen zur Urananreicherung bauen. Details zu den Plänen sind jedoch noch nicht bekannt.

Reaktor Buschehr

Das Kraftwerk Buschehr befindet sich im Südwesten des Landes an der Küste des Persischen Golfs. Das Projekt hatte schon vor der islamischen Revolution 1979 mit deutscher Beteiligung begonnen, später wurde es mit russischer Unterstützung weiter betrieben. 2011 wurde Buschehr als erstes iranisches Atomkraftwerk ans Netz angeschlossen.

Reaktor Teheran

Der wichtigste Forschungsreaktor steht in der iranischen Hauptstadt. Dort werden vor allem Isotope für medizinische Zwecke produziert. Die UN-Experten haben Zugang zu der Anlage.

Reaktoren in Planung

In den kommenden 20 Jahren plant der Iran den Bau mehrerer neuer Reaktoren. Wenige Details sind bekannt. Der meistdiskutierte Vorschlag ist ein Reaktor zur Energiegewinnung in Darchowin in der südwestlichen Provinz Chusestan. Er soll ausschließlich mit iranischer Technologie konstruiert werden. Der Iran hat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) versprochen, seine Pläne zu erläutern.

Uranmine Saghand

Die bedeutendste Uranmine des Landes liegt in Saghand in der zentralen Provinz Jasd. Dort lagern die größten iranischen Vorkommen. Die Inspektoren dürfen die Mine betreten.

Uranmine Gachin

Eine kleinere Uranmine liegt am Persischen Golf. Ganz in der Nähe gibt es eine Raffinerie in Bandar Abbas. Seit 2006 wurden hier kleine Mengen von sogenanntem Yellowcake hergestellt. Dabei handelt es sich um ein gelbes, pulverförmiges Material aus Uranverbindungen, aus dem Brennstäbe hergestellt werden.

Uranmine Ardakan

Rund 500 Kilometer südlich von Teheran ist eine Raffinerie zur Produktion von Yellowcake geplant. Sie ist noch nicht in Betrieb.

Militäranlage Parchin

In Parchin südöstlich von Teheran befindet sich ein Militärgelände, auf dem konventionelle Waffen getestet werden. Die IAEA vermutet, dass dort eine unterirdische Anlage existiert, in der Zünder für Atomsprengköpfe getestet worden sein sollen. Der Iran weist die Vorwürfe zurück. Zwar konnten die Inspektoren den Stützpunkt 2005 besuchen, seither verlangt die IAEA aber erneut Zugang, den sie aber bislang nicht bekam.

Mehrere US-Senatoren stemmen sich gegen das in Genf diskutierte Interims-Abkommen, das im Gegenzug für Einschränkungen bei der Urananreicherung und Nutzung des Schwerwasserreaktors im iranischen Arak eine Lockerung der gegen Teheran verhängten Sanktionen vorsieht.

Sollten die Atomgespräche nicht bald greifbare Ergebnisse bringen, könnte die im Juli vom Repräsentantenhaus beschlossene Verschärfung der Sanktionen Anfang Dezember vom Senat besiegelt werden, warnte der Mehrheitsführer der Demokraten, Harry Reid.

In Deutschland hatte sich der israelische Botschafter für eine harte Linie ausgesprochen. „Jedes Ergebnis, das nicht das Ende des Atomprogramms bedeutet, wäre ein fataler Fehler“, sagte Yakov Hadas-Handelsman den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“.

„Wir wissen, dass die Iraner in sechs Monaten die Atombombe haben können. Dem muss die Welt etwas entgegensetzen. Ein Aufweichen der Sanktionen wäre ein falsches Signal.“

Kommentare (3)

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pajan.tavafi

22.11.2013, 10:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Pajan.Tavafi

22.11.2013, 12:33 Uhr

Ein Land, das im Besitz über 250 Sprengköpfe ist, kann keine Einwände bzw. Angst haben, vorausgesetzt, möchte man seine unmenschliche Politik den Anderen aufzuzwingen, wie bisher.
(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

nevergiveup

22.11.2013, 13:24 Uhr

Vampir wird nie eine Taube in die Welt bringen!

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