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21.03.2014

17:03 Uhr

Atomgipfel in Den Haag

Elitetruppen rüsten sich für Großeinsatz

Die Niederlande erwarten in der kommenden Woche 53 Staats- und Regierungschef zum Gipfel über Atomsicherheit. Doch Allein der Gedanke an Barack Obama ruft bei manchem Sicherheitsexperten ein mulmiges Gefühl hervor.

Im Konferenz-Zentrum von Den Haag sind bereits Spürhunde im Einsatz. dpa

Im Konferenz-Zentrum von Den Haag sind bereits Spürhunde im Einsatz.

Den HaagDie Luftabwehrgeschütze sind aufgestellt, Polizei und Militär in höchster Alarmbereitschaft, die Straßen um das Konferenzzentrum in Den Haag hermetisch abgeriegelt. Die Niederlande sind auf die größte Konferenz ihrer Geschichte vorbereitet. Zum internationalen Gipfel über Atomsicherheit am 24. und 25. März in Den Haag verwandelt sich das gesamte Ballungsgebiet von Amsterdam bis Rotterdam in eine Festung.

53 Staats- und Regierungschefs werden erwartet, unter ihnen US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Dann muss man auf alle Szenarien vorbereitet sein“, sagt der stellvertretende Kommandant der Streitkräfte, General Hans Wehren. Die Elitetruppen von Militär und Polizei rüsten sich bereits seit einem Jahr für diesen Großeinsatz.

Schon seit Tagen ziehen sich wie ein eiserner Vorhang die kilometerlangen Absperrgitter durch die königliche Residenzstadt – zum Schutz der hohen Gäste. Während diese im World Forum in der beschaulichen Nordseestadt über den Schutz vor atomaren Terroranschlägen beraten, soll schließlich auch draußen nichts dem Zufall überlassen werden.

Rund 13.000 Polizisten sollen im Einsatz sein, dazu 8000 Soldaten. Das ist weit mehr als bei den Feiern zum Thronwechsel am 30. April 2013. Der Luftraum wird rund um die Uhr von zwei F-16 der niederländischen Luftwaffe überwacht. Drei Schiffe der Marine patrouillieren vor der Nordseeküste. Die Autobahnen werden für die freie Fahrt der Delegationen vom Amsterdamer Flughafen Schiphol bis nach Den Haag abgeriegelt.

In Den Haag werden die rund 8000 Teilnehmer über Schritte gegen den nuklearen Terrorismus beraten. Ihr Ziel ist es, atomwaffenfähiges Material optimal zu schützen und die Bestände zu verringern.

Friedens- und Umweltschutzorganisationen geht das nicht weit genug. Angesichts des „Balkens von Tausenden von Nuklearwaffen“ sei der nukleare Terrorismus nur ein „Splitter“, heißt es in einem offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs. Doch diese werden nicht über weitere Abrüstungsschritte verhandeln. Auch die Gefahren von Kernenergie stehen nicht zur Debatte.

Mehrere Organisationen wollten ihren Protest bei Demonstrationen unterstreichen. Auch wenn die Einsatzkräfte nicht mit Ausschreitungen rechnen. Sie sind darauf vorbereitet.

Etwas mulmig wird so manchem Sicherheitsexperten allerdings bei dem Gedanken an den Besuch von US-Präsident Obama in Amsterdam. Denn noch bevor die Konferenz im rund 30 Kilometer entfernten Den Haag beginnt, will Obama am Montagmorgen noch einen Blick auf Rembrandts berühmte „Nachtwache“ im Amsterdamer Reichsmuseum werfen. Es wäre auch die einzige Gelegenheit während seines Besuchs in den Niederlanden für einen direkten Kontakt mit ganz gewöhnlichen Bürgern.

Von

dpa

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