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12.04.2006

14:16 Uhr

Atomkonflikt

Iran plant Urananreicherung mit 54 000 Zentrifugen

Der Iran heizt den Streit um sein Nuklearprogramm weiter an: Statt einzulenken kündigte Teheran jetzt an, in Zehntausenden Zentrifugen Uran anzureichern. Diese Menge wird benötigt, um Atomwaffen herzustellen.

HB TEHERAN. Mit der von der Teheraner Regierung gemeldeten ersten erfolgreichen Urananreicherung hat der Iran sein umstrittenes Atomprogramm offenbar einen entscheidenden Schritt vorangebracht. Nach diesem ersten Schritt, bei dem den offiziellen Angaben zufolge 164 Zentrifugen zum Einsatz gebracht wurden, kündigte der stellvertretende Chef der Atombehörde, Mohammad Saidi, bereits einen industriemäßigen Ausbau der Urananreicherung in der Atomanlage Natans in Zentraliran an.

Bis zum Jahresende sollen Saidi zufolge in der Anlage 30000 Zentrifugen installiert werden. Am Ende sollen bis zu 54 000 Zentrifugen für die Urananreicherung zum Einsatz gebracht werden. Einen Zeitrahmen dafür nannte Saidi nicht.

Die Urananreicherung kann der Herstellung von Kernbrennstoff, aber auch von atomwaffentauglichem Material dienen. Um ausreichende Mengen Uran für eines dieser beiden Ziele anzureichern, sind mehrere tausend Zentrifugen erforderlich, die eine Einheit bilden. Die iranischen Wissenschaftler haben nach einer Unterbrechung im vorigen Jahr die Forschungsarbeiten zur Urananreicherung in Natans im Februar 2006 wieder aufgenommen. Bis zur Unterbrechung der Arbeiten verfügte der Iran nach eigenen Angaben über etwa 2.000 Zentrifugen.

Nach iranischer Darstellung dient das Atomprogramm ausschließlich der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Die USA und andere Staaten werfen Teheran dagegen vor, Atomwaffen herstellen zu wollen.

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