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02.04.2015

21:43 Uhr

Atomkonflikt mit Iran

Teilweise Entschärfung

VonJan Dirk Herbermann

Der Iran lenkt ein: Nach hartem Feilschen stimmte das Mullah-Regime tiefen Einschnitten in sein Nuklearprogramm zu. Ein großer Durchbruch für die internationale Gemeinschaft. Doch auch der Iran wird stark profitieren.

Ein Bild mit Seltenheitswert: Zufriedene Außenpolitiker. Die internationale Gemeinschaft hat sich mit dem Iran im Atomstreit geeinigt. dpa

Erfolg vereint

Ein Bild mit Seltenheitswert: Zufriedene Außenpolitiker. Die internationale Gemeinschaft hat sich mit dem Iran im Atomstreit geeinigt.

LausanneJohn Kerry, Frank-Walter Steinmeier, Mohammed Dschawad Sarif und die anderen Delegationschefs reihten sich auf einem eilig mit Fahnen geschmückten Podest auf. Sie wirkten abgekämpft – und erleichtert. Nach harten Verhandlungen konnten sie auf einen Durchbruch im Atomkonflikt mit dem Iran blicken: Teheran einigte sich am Donnerstag in Lausanne mit den USA, China, Frankreich, Großbritannien, Russland und Deutschland auf eine politische Vereinbarung: Sie soll dem Iran den illegalen Griff nach Atombomben unmöglich machen.

Das Abkommen von Lausanne könnte eine Entschärfung des Atomkonflikts mit dem Iran einleiten, der die Welt seit Jahren in Atem hält. Das Mullah-Regime akzeptierte tiefe Einschnitte und harte Kontrollen, im Gegenzug sollen die internationalen Sanktionen aufgehoben werden.

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„Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht“, unterstrich der US-Außenminister John Kerry. Bundesaußenminister Steinmeier sagte: „Wir sind durch. Das ist gut.“ Allerdings sei es zu früh für „Jubelstimmung“. Man habe die Grundlage gelegt um ein abschließendes Abkommen mit dem Iran zu vereinbaren. Diese Gesamtübereinkunft mit allen technischen Details soll bis Ende Juni stehen. Auch Irans Außenminister Sarif gab sich zufrieden und betonte, sein Land nutze die Atomkraft nur friedlich.

Am Donnerstag vergangener Woche waren US-Außenminister Kerry und Irans Außenminister Sarif mit ihren Delegationen in Lausanne eingetroffen. Dann stießen die Außenminister Chinas, Frankreichs, Großbritanniens, Russlands und Deutschlands hinzu. Im Edelhotel Beau Rivage-Palace mit Blick auf den Genfer See dauerten das Feilschen jeweils bis tief in die Nacht. Eine selbst gesetzte Frist für ein Abkommen wurde gerissen.

Seit Jahrzehnten hatte kein US-Außenminister nicht mehr so viel Zeit am Stück im Ausland verbracht, um über ein Thema zu verhandeln. Allein daraus lässt sich die Bedeutung des Atomkonflikts für die Administration von Präsident Barack Obama ablesen. „Es ist inakzeptabel, dass Iran nukleare Waffen hat“, machte US-Präsident Barack Obama mehrfach klar.

Falls der islamische Gottesstaat sich tatsächlich mit Atomwaffen ausrüstet, würde sich die Macht-Balance in der Konflikt-Region Naher und Mittlerer Osten zugunsten Teherans verschieben, ein zerstörerisches atomares Wettrüsten wäre möglicherweise die Folge. Zudem warnen Experten vor dem Szenario eines heißen Konfliktes einer neuen Atommacht Iran mit der etablierten Atommacht Israel.

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