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10.06.2011

18:37 Uhr

Atomkraft

Warum in Japan die Lichter ausgehen könnten

Im April 2012 könnte in Japan Strommangel herrschen - wenn das letzte der 54 Atomkraftwerke des Landes vom Netz ist. Ein Exodus der Industrie droht. Es ist ein unfreiwilliger Atomausstieg.

Anti-Atomkraft-Protest in Tokio. Quelle: Reuters

Anti-Atomkraft-Protest in Tokio.

TokioNach der Katastrophe von Fukushima verweigern die zuständigen Behörden aus Sicherheitsbedenken das Wiederanfahren nach einer Revision. Doch das Ende der Atomkraft käme für Japan viel zu schnell. Die wirtschaftlichen Kosten dafür wären massiv, ein Exodus der Industrie droht, und Experten gehen deswegen nicht davon aus, dass schon 2012 der Ausstieg kommt. „Die Regierung ist wohl der Meinung, dass die Kosten zu hoch wären, und deswegen glaube ich nicht, dass im kommenden Jahr alle Reaktoren stillstehen“, sagte Masamichi Adachi von JPMorgan in Tokio. Denn Alternativen zur Atomkraft gibt es in dem rohstoffarmen Inselstaat kaum.

Derzeit steuern die Atommeiler etwa 30 Prozent zur Stromversorgung bei. Um dauerhafte großflächige Stromausfälle zu vermeiden, müsste Japan massiv in neue Gaskraftwerke investieren und Gas für Milliardensummen importieren. Derzeit reichen die Kapazitäten nicht aus, um einen Ausfall aller Nuklearkraftwerke ausgleichen zu können. Neue Kraftwerke und die dafür benötigte Infrastruktur stehen aber nicht über Nacht, der Bau dürfte sich über Jahre hinziehen. Zudem reichten möglicherweise die Kapazitäten der Häfen nicht aus, um die Schiffe mit Flüssiggas abzufertigen, sagte Flüssiggas-Spezialist Andy Flower.

Erneuerbare Energien spielen in dem ostasiatischen Land zumindest bisher kaum eine Rolle. „Ich bin besorgt“, sagte jüngst die Nummer zwei der regierenden Demokratischen Partei, Katsuya Okada. „Es ist eindeutig, dass die Energieversorgung nicht ausreichend sein wird, wenn alle Atomkraftwerke komplett stillstehen. Es ist deswegen notwendig, die Reaktoren wieder hochzufahren, wenn die Inspektionen abgeschlossen sind.“

Die Sorge Okadas kommt nicht von ungefähr. Seit der Havarie von Fukushima werden nach und nach immer mehr der 54 Atomkraftwerke in Japan abgeschaltet. Grund dafür ist eine Besonderheit in Japan: Nach jeder Revision eines Kraftwerks, die turnusmäßig alle 13 Monate ansteht, muss nicht nur die zuständige Bundesbehörde grünes Licht zum Wiederanfahren geben, sondern auch die Kommune, in der das Kraftwerk steht. Bei den Kommunalpolitikern machten sich nach der schwersten Atomkatastrophe seit Tschernobyl nun Sicherheitsbedenken breit, weswegen sie die Genehmigung zum Hochfahren derzeit verweigern.

Kommentare (8)

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DZukunft

10.06.2011, 20:39 Uhr

Damit hat Deutschland wohl den richtigen Weg beschritten,
Alternative Energien nutzen und weg vom Atom
Begleitende Maßnahmen müssen nun sein:
1. Halbierung Verbrauch aller Autos, das geht!
2. Halbierung Gebäude, auch durch Innendämmung
3. LKW Maut verdriefachen, damit Unötiges weit
transportiert wird

AndreAdrian

10.06.2011, 21:14 Uhr

Die Lichter gehen in Japan nicht aus

Kassandra Rufe sind für Journalisten ein lebensnotwendiger Stoff: eine Katastrophe in der Welt ist das Gegenteil von einer Katastrophe für die Auflage. Der Fukushima GAU war eine schlimme Sache, keine Frage. Die Probleme der Stromversorgung in Japan ist nächsten Jahr ist nur ein leises Rauschen im Blätterwald. Die Japaner werden sich etwas einfallen lassen. Ein bisschen mehr Gas, ein bisschen mehr Strom sparen und soviel AKW Strom das es für alle reicht.

WTF

10.06.2011, 21:42 Uhr

na da sind wohl in ein paar oberstübchen die lichter schon ausgegangen
uff was ist das denn für ein übler artikel - also wirklich liebes handelsblatt sowas muss doch nicht sein

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