Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.02.2016

20:21 Uhr

Atomkraftwerk nahe New York

Umweltschützer warnen vor „bevorstehendem Desaster“

Im Atomkraftwerk Buchanan nahe New York ist es vermehrt zu Störfällen gekommen. Öl ist in den Hudson River gelangt, die Konzentration an radioaktiven Stoffen im Grundwasser ist erhöht. Umweltschützer schlagen Alarm.

Das Atomkraftwerk in Buchanan nahe New York. Der Gouverneur Andrew Cuomo hat die Zwischenfälle dort als „extrem beunruhigend“ bezeichnet. AP

Atomkraftwerk Buchanan

Das Atomkraftwerk in Buchanan nahe New York. Der Gouverneur Andrew Cuomo hat die Zwischenfälle dort als „extrem beunruhigend“ bezeichnet.

New YorkWegen einer deutlich erhöhten Konzentration radioaktiver Stoffe im Grundwasser nahe New York werden die Rufe nach der Schließung des Atomkraftwerks Indian Point lauter. An dem rund 50 Kilometer nördlich von der Millionenstadt gelegenen Werk waren Anfang Februar Werte des radioaktiven Stoffes Tritium um 80 Prozent über dem normalen Wert gemessen worden.

Die Umweltorganisation River Keeper sprach von einem „bevorstehenden Desaster“.

Zuvor war es an dem in der Stadt Buchanan gelegenen Akw mehrfach zu Zwischenfällen gekommen, etwa zu einem Stromausfall in einem Reaktorkern und einem Brand an einem Transformator, bei dem auch Öl in den Hudson River gelangte. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hatte die Zwischenfälle als „extrem beunruhigend“ bezeichnet.

Alarm im ältesten US-Meiler: „Sandy“ legt AKWs zwischenzeitlich lahm

Alarm im ältesten US-Meiler

„Sandy“ legt AKWs zwischenzeitlich lahm

Mitten im Wirbelsturm bekommen mehrere Meiler der USA Probleme. Mit der Katastrophe von Fukushima sei das nicht zu vergleichen, meint ein deutscher Experte. Die erhöhte Alarmbereitschaft sei aber berechtigt.

Nun kommt der umstrittene Bau einer Gaspipeline hinzu, deren Bauarbeiten Cuomo am Montag stoppte. Da eine Explosion der Gasleitung eine nukleare Katastrophe auslösen könnte, soll die zuständige Behörde klären, ob die Leitung sicher in Betrieb genommen werden kann. „Die Sicherheit der New Yorker ist bei jeder Entscheidung der Regierung oberste Verantwortung“, teilte Cuomo mit.

Der Streit um Indian Point läuft seit Jahren. Anwohner und Aktivisten hatten unter anderem nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima und nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Schließung des Werks gefordert. Die beiden noch genutzten Blöcke des Kraftwerks wurden 1974 und 1976 in Betrieb genommen. Indian Point kann etwa ein Viertel des Energiebedarfs von New York decken.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×