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15.03.2011

22:12 Uhr

Atompolitik

USA bleiben trotz Atom-Horror cool

VonReuters

Während Oettinger und Merkel in Europa panisch die Rolle Rückwärts machen, setzen die USA weiter auf die Atomtechnik. Neue Reaktoren sollen wie geplant gebaut werden - die US-Meiler sind sicher, glaubt die US-Regierung.

Energieminister Steven Chu sieht keine Notwendigkeit für eine Kehrtwende. Quelle: dapd

Energieminister Steven Chu sieht keine Notwendigkeit für eine Kehrtwende.

WashingtonDie Atomkatastrophe in Japan ist für die US-Regierung kein Grund für eine Wende in der Energiepolitik.

Nach Worten von Energieminister Steven Chu soll der Bau neuer Kernkraftwerke wie geplant vorangetrieben werden. Chu sprach sich am Dienstag gegen einen Aufschub der Baugenehmigungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRC aus. Die bestehenden US-Reaktoren nannte er sicher. Sie seien so konstruiert, dass sie auch Erdbeben standhalten könnten. Welche Lehren die USA aus dem Atomunfall im japanischen AKW Fukushima zieht, ließ er offen. „Es ist wahrscheinlich zu früh, um irgendetwas zu sagen - außer dass wir daraus lernen werden“, äußerte Chu.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama setzt auf einen breiten Energiemix, in dem auch die Kernkraft eine wichtige Rolle spielt. Sie trägt derzeit rund 20 Prozent zur Stromversorgung des Landes bei und soll ausgebaut werden. Dies soll sowohl zur Deckung des hohen Energiebedarfs beitragen als auch zur Erreichung von Klimazielen. Sorgen um die nukleare Sicherheit schürte in den USA insbesondere ein Unfall im AKW Three Mile Island im Bundesstaat Pennsylvania im Jahr 1979. Seitdem hat die Branche rund 30 Jahre lang nicht mit dem Bau neuer Kernkraftwerke begonnen.

Obama will die Errichtung zusätzlicher Anlagen mit Kreditgarantien von bis zu 36 Milliarden Dollar fördern. Die Entscheidungen der Aufsicht über die Baugenehmigungen stehen im vierten Quartal an. Es geht um jeweils zwei neue Reaktoren der Betreiber Southern und Scana. Chu sagte, die Anträge würden in einem langen und sorgfältigen Prozess geprüft. „Ich denke, wir sind in guten Händen“, sagte der Minister, der 1997 den Nobelpreis für Physik erhalten hatte.

Kommentare (5)

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15.03.2011, 23:29 Uhr

Wer sich mittlerweile eine 15% Preisermäßigung für das Erdöl einräumt (Preisunterschied zwischen Brent u. WTI Öl, ein Epochenwechsel in dieser Angelegenheit), wird mit so Dingen wie der Atomtechnologie noch viel weniger Skrupel haben.
Das ständige Dollar Drucken scheint wohl langsam aufzufallen. Bei der Kreativität bieten sich ja solche Alternativen an.

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15.03.2011, 23:46 Uhr

Als Alternative zum "gleicher Erdölpreis für alle" wie es ja Jahrzehnte zuvor war, könnte aber auch die Abmachung stehen "der Außenwert des Euros (für die Europäer) bleibt hoch und dafür kritisieren wir euren (den für die USA) günstigeren Erdölpreis nicht !


Wenn der Deutsche sein Geld nicht ausgeben möchte, muß eben ein höherer Erdölpreis her. Dafür schützen wir (USA) den Euro (Deutschland und Frankreich) vor dem Untergang.


Das wäre ein guter Deal für beide Seiten !

Getreu dem Motto "wir sitzen beide in der Pattsche, lass uns einen Ausweg finden".

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15.03.2011, 23:57 Uhr

Wie das funktionieren soll ?

Die Amerikaner lassen die Zinsen unten die Europäer kriegen dafür einen höheren Erdölpreis gestellt.

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