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11.05.2011

02:33 Uhr

Atomprogramm

Iran schert sich nicht um UN-Sanktionen

Das Atomprogramm des Iran ist umstritten. Das liegt unter anderem daran, dass das Land so wenige Informationen liefert. Ein UN-Bericht deutet darauf hin, dass der Iran Sanktionen umgeht. Ein Kernreaktor ist in Betrieb.

Das Atomkraftwerk bei Buschehr. Quelle: dpa

Das Atomkraftwerk bei Buschehr.

New York, MoskauIran umgeht mithilfe von Strohfirmen, geheimen Finanztransaktionen und verdeckten Transporten die wegen des umstrittenen Atomprogramms gegen das Land verhängten Sanktionen. Das geht aus einem Bericht der UN hervor, der der Nachrichtenagentur AP vorliegt.

Zwar hätten die UN-Sanktionen die Beschaffung der Materialien für das Atom- und Raketenprogramm schwerer, teuerer und risikoreicher gemacht, schreiben die Experten in dem Report. „Gleichzeitig umgeht Iran vorsätzlich die Sanktionen in allen Bereichen. Iran hält an seinen Programmen zur Uran-Anreicherung und zur Herstellung von schwerem Wasser fest“, heißt es dort weiter.

Indessen kommt auch das offizielle Atomprogramm des Irans in Schwung. Der Atomreaktor im iranischen Buschehr ist nach Angaben der russischen Herstellerfirma in Betrieb gegangen. Die Kernspaltung habe am Sonntag begonnen, teilte das russische Staatsunternehmen Atomstrojexport am Dienstag mit.

Der Reaktor sei auf ein „kontrolliertes, minimales Energieniveau“ hochgefahren worden, hieß es in der Mitteilung. Nun würden die Kontroll- und Schutzsysteme des Reaktors überprüft.

Die Inbetriebnahme des Kernreaktors in Buschehr war bereits mehrfach verschoben worden. Zuletzt mussten die Brennelemente entfernt werden, weil sie möglicherweise mit Metallpartikeln verschmutzt waren.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Meryem_Azimi

11.05.2011, 09:18 Uhr

Merkwürdig, dass in den Ländern, die die Sanktionen verhängen, anscheinend niemand versteht, dass mit dieser Methode sich an Irans Atomprogramm nichts ändern wird, das könnte man doch nach über 30 Jahren mal begreifen. Die iranische Bevölkerung steht, ob regierungstreu oder-kritisch, hinter dem zivilen Atomprogramm.Iran hat sich zudem gegen Massenvernichtungswaffen und für eine nuklearwaffenfreie Zone ausgesprochen.Wohl kein Land wird mehr kontrolliert, ohne dass es wirkliche Erkenntnisse zu einem Atomwaffenprogramm gibt und trotzdem hören die Verdächtigungen nicht auf.Bleiben die Gegner Irans beim bisherigen Verhandlungsstil, wird sich nichts ändern.Es könnte auch anders gehen, wenn sich beide Seiten bewegen.Hier eine Liste von Vorschlägen des ehemaligen iranischen Botschafters in Deutschland, der auch Sprecher der iranischen Atom-Delegationen war:http://tinyurl.com/5rmbbwe (deutsche Übersetzung, Original dort nachzuschlagen, auch ein Video-Version des Vortrages ist verlinkt)

Jasper

11.05.2011, 15:32 Uhr

Jahaa, der Iran hat sicher AUCH massenvernichtungswaffen. hmm das doofe ist, dass das ja nicht geht, weil nur EIN land einfach so solche waffen einsetzt oder/und verkauft (oder eher einen Staatenbund). Man stelle sich vor die USA regen sich über deutschland auf, weil es waffen exportiert und das auch noch an "krisengebiete"... einfach lächerlich.

mfG Jasper

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