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28.04.2012

14:57 Uhr

Atomprogramm

USA lenken im Konflikt mit Iran ein

Im Streit um das iranische Atomprogramm schlagen Teheran und Washington einen neuen, freundlicheren Ton an - doch die starre Haltung bleibt. Aber zumindest wird weiter miteinander geredet.

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad spricht über sein Atomprogramm. dpa

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad spricht über sein Atomprogramm.

Washington/TeheranIm Atomstreit mit dem Iran sind die USA jetzt zu Zugeständnissen an Teheran bereit. Wie die „Los Angeles Times“ am Samstag berichtete, erwäge die Regierung von Präsident Barack Obama, Teheran die Anreicherung von Uran bis auf fünf Prozent zuzubilligen. Im Gegenzug müsse das Land unbehinderten internationalen Kontrollen seines Atomprogramms zustimmen. Wenn der Iran auf diese Forderungen eingehe, könne es Verhandlungen darüber geben, zitiert die Zeitung einen hochrangigen Regierungsvertreter. „Und vielleicht können wir dorthin gelangen“.

Der namentlich nicht genannte Politiker zeigte sich aber skeptisch mit Blick auf die bisherige starre Haltung des Irans. Schon im Vorfeld hatten Nuklearexperten des Weißen Hauses von einem Verhandlungsspielraum gesprochen. „Wir erkennen an, dass Iran das Recht auf ein ziviles Atomprogramm hat, sofern es auf unsere Besorgnis mit Blick auf die nuklearen Aktivitäten eingeht“, sagte der Atomexperte Gary Samore dem Sender Radio Free Europe-Radio Liberty.

Der Iran und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA wollen ihre Gespräche Mitte Mai fortsetzen. Eine entsprechende Ankündigung des iranischen Botschafters bei der IAEA, Ali-Asgar Soltanieh, bestätigte ein Sprecher der Behörde am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. „Teheran beabsichtigt, mit der Behörde zu kooperieren und zu beweisen, dass bestimmte Behauptungen gegen den Iran grundlos sind“, sagte Soltanieh der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Der Westen befürchtet, dass der Iran seine Fähigkeit zur Anreicherung von Uran zum Bau von Atombomben nutzen könnte.

„Ziel ist, die Verhandlungen, die in diesem Jahr begonnen wurden, wieder aufzunehmen,“ sagte der IAEA-Sprecher. Unklar ist jedoch das genaue Datum. Soltanieh kündigte Gespräche am 13. und 14. Mai in Wien an. Nach Angaben des IAEA-Sprechers soll das Treffen jedoch am 14. und 15. Mai in den Räumen der iranischen Botschaft in Wien abgehalten werden. Am 23. Mai treffen sich iranische Vertreter in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu Atomgesprächen mit der sogenannten 5+1-Gruppe - USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Das Treffen war bei der vorangegangenen Verhandlungsrunde mit der internationalen Gemeinschaft Mitte April in Istanbul - nach über einem Jahr Pause - vereinbart worden. Grundlage der Gespräche soll der Atomwaffensperrvertrag sein, wobei die 5+1-Gruppe das Recht des Irans auf friedliche Nutzung der Atomenergie vollständig achten will.

Von

dpa

Kommentare (17)

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OrakelVomKapitalHuegel

28.04.2012, 17:57 Uhr

Die Amis wedeln mal wieder mit der Banane und die Iraner sollen ihren guten Willen zeigen.
Der, das ist jetzt schon vorhersehbar, nicht reichen wird und die Banane wedelt immer noch...

Wenn die Iraner klug sind, und ich schätze sie allemal klüger ein als die Amis, werden sie zuerst die Sanktionsaufhebung verlangen und erst dann auf die Amis zugehen.

Sozusagen ein Neustart.

Alles andere wäre eigentlich nur blöde bis superblöde.

Aber so schätzen die Amis halt alle anderen Nationen ein.

Account gelöscht!

28.04.2012, 18:08 Uhr

Wie sagt man so schön: Arroganz muss bestraft werden!

AlexanderIlli

28.04.2012, 18:30 Uhr

Den US-Strategen sind ihre Grenzen aufgezeigt worden und auf dem "geordneten" Rückzug rufen sie 'den Iranern' noch ein paar Gesichtswahrungsgesten zu.

Immerhin: besser späte Einsicht...

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