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19.01.2012

20:02 Uhr

Atomstreit mit Iran

Russland und Türkei fordern politische Lösung

Wenige Tage vor einem möglichen EU-Einfuhrstopp für iranisches Öl rufen Russland und die Türkei zu weiteren Verhandlungen im Atomstreit auf. Beide Länder halten eine politische Lösung des Konflikts für möglich.

Russlands Außenminister Sergei Lavrov plädiert dafür, weiter mit dem Iran zu verhandeln. Reuters

Russlands Außenminister Sergei Lavrov plädiert dafür, weiter mit dem Iran zu verhandeln.

Moskau/IstanbulIm Atomstreit mit dem Iran arbeiten die Türkei und Russland mit Hochdruck an einer diplomatischen Lösung. In Moskau sprach sich Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen mit dem iranischen Unterhändler Ali Bageri für weitere Verhandlungen aus. Eine militärische Lösung des Konflikts lehnte er erneut ab.

Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung die Entwicklung von Atomwaffen voranzutreiben. Israel fühlt sich in seiner Existenz bedroht. In Ankara rief der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu die internationale Gemeinschaft und auch den Iran zur Fortsetzung der Gespräche auf. Die Türkei sei zur Unterstützung bereit, sagte Davutoglu am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit seinem iranischen Amtskollegen Ali-Akbar Salehi. „Es ist höchste Zeit für Gespräche und eine Lösung“, wurde Davutoglu von der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zitiert.

Die Gespräche waren vor etwa einem Jahr in Istanbul wegen fehlender Fortschritte auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Der Iran hatte es abgelehnt, die Urananreicherung zu stoppen - ein zentrales Anliegen der 5+1-Gruppe (die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland). Die Außenminister der 27 EU-Staaten planen bei einem Treffen am Montag, den Stopp der Öleinfuhren aus dem Iran zu beschließen.

In Moskau sagte Lawrow, das Riesenreich wolle sich weiter aktiv um eine politische Lösung des Streits bemühen. Russland appelliere aber auch an den Iran, schnell zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung beizutragen. Lawrow hatte erst am Vortag nachdrücklich vor einem Militärschlag gegen den Iran gewarnt.

An diesem Sonntag reist der iranische Innenminister Mostafa Mohammed Nadschar zu Verhandlungen nach Moskau. Russland ist ein enger Handelspartner des Irans und lehnt neue Sanktionen gegen das Land im Weltsicherheitsrat ab. Der Iran hatte sich in der Vorwoche für die Fortsetzung der Gespräche in der Türkei ausgesprochen. Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton als Verhandlungsführerin der 5+1-Gruppe will nach Angaben von Davutoglu den Gesprächsfaden wieder aufnehmen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Audit

19.01.2012, 21:14 Uhr

Eigentlich ist die weltweite Ächtung der Atomwaffen seit den 80zigern soweit bekannt. A-Waffen dürfen- und werden seit dieser Zeit nicht mehr eingesetzt, auch nicht im Rahmen von oberirdischen A-Versuchen.

Jemand deshalb als gefährlich einzustufen, nur weil er A-Waffen besitzt ist eine bewusste Irreführung der Menschen, die um das "Nichteinmischungsdekret" nicht wissen. (Ohne diese Ächtung hätten die beschnittenen Glaubensbrüder bestimmt schon lange ihre friedliebenden Nachbarn von der Bildoberfläche gefegt. Aber diesen Glaubensbrüdern kann man zwar fast alle Verbrechen gegen die Menschlichkeit nachsagen, aber nicht, dass sie dumm oder Suizid-gefährdet sind).

Hinzu kommt, dass der IRAN eine besonders friedliebende Nation ist und dass schon seit Jahrhunderten von diesem Volk kein Krieg ausgegangen ist.

Fritz

20.01.2012, 08:44 Uhr

Ja , und die Erde ist eine scheibe !

Cassandra70

20.01.2012, 22:24 Uhr

Was soll die einseitige Sicht auf den Iran? Israel entwickelt nicht nur, sondern es hat bereits ein nicht unbeträchtliches, einsatzbereites Atomwaffenpotential. Warum redet darüber keiner? Gibt es zweierlei Recht, eines für Israel und eines für den Rest der Welt?

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