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02.12.2014

13:06 Uhr

Atomverhandlungen

„Ende der Iran-Phobie“

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sieht die Verhandlungen über das Atomprogramm seines Landes kurz vor dem Abschluss. „Noch nie waren wir einer Einigung so nah“, sagte er am Dienstag.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. dpa

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif.

TeheranDie Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm stehen nach Einschätzung des iranischen Außenministers kurz vor dem Abschluss.

„Noch nie waren wir einer Einigung so nah“, sagte Mohammed Dschawad Sarif am Dienstag laut Nachrichtenagentur ISNA. Der Rahmen dafür sei schon vergangene Woche bei den Verhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland in Wien erreicht worden.

Die Kernpunkte der Genfer Iran-Vereinbarung

Uran-Vorrat

Der Iran verpflichtet sich, den gesamten Vorrat des auf bis zu 20 Prozent angereicherten Urans - genannt wurden 196 Kilogramm - unter eine Schwelle von fünf Prozent abzuschwächen oder so zu verändern, dass er nicht mehr angereichert werden kann.

Schwerwasserreaktor

Der Schwerwasserreaktor Arak, in dem als Nebenprodukt Plutonium anfallen könnte, darf nicht in Betrieb genommen werden.

Zentrifugen

Der Iran darf keine weiteren, neuen Zentrifugen produzieren.

Urananreicherung

Der Iran soll die Urananreicherung in den Anlagen Natans und Fordo limitieren.

Öl-Einnahmen

Im Gegenzug erhält das Land eingefrorene Öl-Einnahmen in Höhe von ungefähr drei Milliarden Euro, die schrittweise freigegeben werden.

Banksanktionen

Teile der Banksanktionen für Einfuhr, insbesondere von Medikamenten und Nahrungsmitteln, werden aufgehoben.

Versicherungen

Sanktionen bezüglich Versicherungen für die Wirtschaft, auch von Öltankern, werden aufgehoben.

Handel und Import

Der Iran kann wieder Ersatzteile für Flugzeuge kaufen, mit Gold handeln sowie Kraftfahrzeuge und Ersatzteile importieren.

Petrochemische Industrie

Sanktion in der petrochemischen Industrie werden aufgehoben.

Die Verlängerung der Gespräche bis zum 1. Juli 2015 diene nur dazu, alle Details zu klären.

Sarif zeigte sich davon überzeugt, dass die Verhandlungen zu einem „Ende der Iran-Phobie“ im Westen geführt hätten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Josef Schmidt

02.12.2014, 13:40 Uhr

Jetzt will die USA Russland wegen Geschäfte mit Iran sanktionieren.

Bald diktiert uns die USA mit wem wir noch sprechen dürfen. Über was wir spechen wissen die ja schon Bescheid.

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