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29.06.2015

18:17 Uhr

Atomverhandlungen mit dem Iran

Feinarbeit vor dem Finale

Gibt es Hoffnungen für ein Ende des Dauerstreits mit dem Iran? Der angepeilte Atom-Vertrag wird samt Anhängen mehrere Dutzend Seiten haben. Noch fehlen vielen Passagen die exakten Formulierungen. Die Hoffnung bleibt.

US-Außenminister (2. von links) John Kerry mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif (2. von rechts) samt ihrer Delegationen in einem Wiener Hotel. AFP

Am Verhandlungstisch

US-Außenminister (2. von links) John Kerry mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif (2. von rechts) samt ihrer Delegationen in einem Wiener Hotel.

WienBei den Atomverhandlungen mit dem Iran geht die Textarbeit an einem umfassenden Abkommen in die entscheidende Phase. Experten trafen sich dazu am Montag in Wien. Nach ihrer Vorarbeit wollen spätestens von Mittwoch an die Außenminister der beteiligten Länder wieder selbst das Ruder in die Hand nehmen.

So wird Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nach kurzen Konsultationen mit der Führung in Teheran am Dienstag zurückerwartet. „Die Atmosphäre in Wien gibt Grund zur Hoffnung, dass die Verhandlungen nicht mehr in einer Sackgasse stecken“, sagte der Sprecher des Auswärtigen Ausschusses im iranischen Parlament, Nosar Schafiei, der Nachrichtenagentur Tasnim.

Damit beginnt nun nach Einschätzung aller beteiligten Länder die heiße Phase der Gespräche zur Beilegung des seit 2002 schwelenden Streits. Die ursprüngliche Frist für eine Lösung, der 30. Juni, ist aufgegeben worden. Alle Delegationen rechnen mit noch mehrtägigen Verhandlungen.

Die iranischen Atomanlagen

Schwerwasserreaktor in Arak

Eine zentrale Rolle im Atomstreit spielt der geplante Schwerwasserreaktor in Arak, rund 250 Kilometer südwestlich von Teheran. Solche Reaktoren werden mit gewöhnlichem, nicht angereichertem Uran befeuert und mit sogenanntem schwerem Wasser, einer molekularen Variante, gekühlt. Schwerwasserreaktoren sondern als Nebenprodukt mehr Plutonium ab als Reaktoren, die mit gewöhnlichem Wasser gekühlt werden. Plutonium wiederum kann für die Herstellung von Atomwaffen eingesetzt werden.

Der Bau des Reaktors in Arak begann 2004 und ist fast fertig. Ein Datum für die Inbetriebnahme ist jedoch noch nicht bekannt. Der Iran gibt an, die Anlage für die Herstellung von Isotopen für medizinische und industrielle Zwecke nutzen zu wollen. Die UN-Inspektoren haben die Anlage bereits besichtigt. Vor knapp zwei Wochen sagte die Regierung ihnen überdies zu, weitere Kontrollen zu ermöglichen.

Urananreicherungsanlage in Natans

Der Iran betreibt zwei bedeutende Urananreicherungsanlagen. Die älteste und größte befindet sich in Natans, rund 260 Kilometer südwestlich von Teheran. Die Schutzmaßnahmen sind aufwendig: Die Zentrifugen stehen unter der Erde und die Anlage wird von mehreren Luftabwehrgeschützen verteidigt. Seit 2006 drehen sich die Zentrifugen und reichern Uran an. Insgesamt soll der Iran nach UN-Angaben 18.000 Zentrifugen besitzen

Urananreicherungsanlage in Fordo

Die zweite Anlage liegt in Fordo, im bergigen Süden der Hauptstadt Teheran. Die Regierung hielt die Urananreicherungsanlage lange geheim. Erst 2009 wurde ihre Existenz durch ausländische Geheimdienste bekannt. Das Gelände wird von den elitären Revolutionsgarden geschützt. Die UN-Inspektoren haben beide Anlagen in Natans und in Fordo bereits besucht und Systeme für eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung eingerichtet. Der Iran will aber nach eigenen Angaben zehn weitere Anlagen zur Urananreicherung bauen. Details zu den Plänen sind jedoch noch nicht bekannt.

Reaktor Buschehr

Das Kraftwerk Buschehr befindet sich im Südwesten des Landes an der Küste des Persischen Golfs. Das Projekt hatte schon vor der islamischen Revolution 1979 mit deutscher Beteiligung begonnen, später wurde es mit russischer Unterstützung weiter betrieben. 2011 wurde Buschehr als erstes iranisches Atomkraftwerk ans Netz angeschlossen.

Reaktor Teheran

Der wichtigste Forschungsreaktor steht in der iranischen Hauptstadt. Dort werden vor allem Isotope für medizinische Zwecke produziert. Die UN-Experten haben Zugang zu der Anlage.

Reaktoren in Planung

In den kommenden 20 Jahren plant der Iran den Bau mehrerer neuer Reaktoren. Wenige Details sind bekannt. Der meistdiskutierte Vorschlag ist ein Reaktor zur Energiegewinnung in Darchowin in der südwestlichen Provinz Chusestan. Er soll ausschließlich mit iranischer Technologie konstruiert werden. Der Iran hat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) versprochen, seine Pläne zu erläutern.

Uranmine Saghand

Die bedeutendste Uranmine des Landes liegt in Saghand in der zentralen Provinz Jasd. Dort lagern die größten iranischen Vorkommen. Die Inspektoren dürfen die Mine betreten.

Uranmine Gachin

Eine kleinere Uranmine liegt am Persischen Golf. Ganz in der Nähe gibt es eine Raffinerie in Bandar Abbas. Seit 2006 wurden hier kleine Mengen von sogenanntem Yellowcake hergestellt. Dabei handelt es sich um ein gelbes, pulverförmiges Material aus Uranverbindungen, aus dem Brennstäbe hergestellt werden.

Uranmine Ardakan

Rund 500 Kilometer südlich von Teheran ist eine Raffinerie zur Produktion von Yellowcake geplant. Sie ist noch nicht in Betrieb.

Militäranlage Parchin

In Parchin südöstlich von Teheran befindet sich ein Militärgelände, auf dem konventionelle Waffen getestet werden. Die IAEA vermutet, dass dort eine unterirdische Anlage existiert, in der Zünder für Atomsprengköpfe getestet worden sein sollen. Der Iran weist die Vorwürfe zurück. Zwar konnten die Inspektoren den Stützpunkt 2005 besuchen, seither verlangt die IAEA aber erneut Zugang, den sie aber bislang nicht bekam.

US-Außenminister John Kerry beriet sich am Montag in Wien mit dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte eine Unterredung mit Amano. Die IAEA wird eine entscheidende Rolle bei der Überprüfung eines Abkommens spielen. Teherans Atomchef Ali Akbar Salehi soll nach Angaben iranischer Medien trotz seiner gesundheitlichen Probleme für die möglichen Final-Tage nach Wien kommen

Die 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) verhandelt seit rund zwei Jahren mit dem Iran. Dessen Atomprogramm löste im Westen und dabei vor allem in Israel die Sorge aus, dass Teheran eine Atombombe bauen will. Dies hat der Iran stets bestritten.

Im Fall einer Einigung sollen die Wirtschaftssanktionen des Westens gegen den Iran schrittweise aufgehoben werden. Im April hatten sich im schweizerischen Lausanne alle Beteiligten auf Eckpunkte eines Abkommens geeinigt, die jetzt präzisiert werden müssen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Helmut Paulsen

29.06.2015, 19:18 Uhr

"Raute-Goldman-Merkel" ist die grösste Diktatorin aur dem Kontinent Europa.

Das ist der Chef von Deutschland !!

CEO Goldman Sachs Mr. Blankfein

Grinst wie Merkel.

http://dalje.com/slike/slike_3/r1/g2011/m03/ox281260503944085244.jpg

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