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12.07.2015

22:32 Uhr

Atomverhandlungen mit Iran

Noch offene Fragen auf der Zielgeraden

Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm stehen laut Beteiligen kurz vor dem Ziel: Doch noch könnte alles scheitern, heißt es. Irans Außenminister glaubt nicht an eine endgültige Vereinbarung vor Montag.

Ein Sicherheitsbeamter schaut nach dem Rechten: Die Verhandlungen zum Atomprogramm mit dem Iran haben im Wiener Hotel Palais Coburg stattgefunden. AFP

Hotel Palais Coburg

Ein Sicherheitsbeamter schaut nach dem Rechten: Die Verhandlungen zum Atomprogramm mit dem Iran haben im Wiener Hotel Palais Coburg stattgefunden.

WienIn den Atomverhandlungen mit dem Iran sind nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen immer noch einige wenige Fragen offen. Noch könne alles scheitern, aber man stehe in der Tat kurz vor dem Ziel, verlautete am Sonntagabend aus dem Umfeld von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Wien. „Der Moment der Entscheidung ist gekommen“, hieß es. Die Gespräche seien in der absoluten Schlussphase und liefen in der Nacht auf Hochtouren.

Steinmeier habe am Sonntag ständig mit seinen Kollegen der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich) beraten, um die Linie für die letzten offenen Fragen abzustimmen, die jetzt politisch entschieden werden müssten. Es gebe nur noch wenige fehlende Elemente, die aus Sicht des Ministers für eine „wasserdichte Vereinbarung“ mit dem Iran notwendig seien. „Mit der Bereitschaft Teherans, die letzten Schritte zu machen, könnte es jetzt schnell gehen. Wir sind bereit, notfalls die ganze Nacht zu verhandeln.“

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Der iranische Außenminister, Mohammad Javad Zarif, glaubt laut der Nachrichtenagentur Reuters nicht an die Veröffentlichung einer endgültigen Vereinbarung vor Montag. „Heute kein Deal“, soll er Journalisten vom Balkon seines Hotels aus gesagt haben. Die Gesprächspartner hätten noch Arbeit vor sich.

Die Atomverhandlungen hatten vor mehr als zwei Wochen begonnen und waren wiederholt verlängert worden. Ziel ist ein Abkommen, damit der Iran keine Atombombe bauen, die Atomkraft aber zivil nutzen kann. Im Gegenzug sollen Sanktionen gegen die Islamische Republik fallen. Beide Seiten wollen die Verhandlungen an diesem Montag abschließen.

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