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05.11.2011

09:18 Uhr

Atomwaffen

Israel droht mit einem Militärschlag gegen den Iran

Die Internationale Atomenergiebehörde will Beweise für ein iranisches Atomwaffenprogramm vorlegen. Israel ist gewarnt - und droht mit einem Militärschlag gegen das Mullah-Regime.

Israels Prasident Shimon Peres droht mit einem Militärschlag gegen den Iran. AFP

Israels Prasident Shimon Peres droht mit einem Militärschlag gegen den Iran.

Tel AvivEin Militärschlag Israels und anderer Staaten gegen das iranische Atomprogramm wird nach Einschätzung des israelischen Präsidenten Schimon Peres immer wahrscheinlicher. „Die Geheimdienste aller Länder wissen, dass die Zeit abläuft und warnen ihre Führer“, zitierte die Zeitung „Haaretz“ am Samstag aus einem Fernsehinterview mit dem Staatschef. Iran könne schon in sechs Monaten einen Atombombe haben. Israel und der Westen vermuten seit langem, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch Atombomben entwickelt. Der Iran hat das stets bestritten und für den Fall eines Angriffs eine „apokalyptische“ Antwort angedroht. 

Peres betonte zugleich, die Welt sei nun gegenüber Israel in der Pflicht, die iranischen Atombestrebungen zu stoppen. „In der noch verbleibenden Zeit müssen wir die anderen Staaten der Welt zum Handeln drängen und ihnen sagen, dass es nun Zeit ist, die uns gegebenen Versprechen einzulösen, ihre Pflicht entweder durch harsche Sanktionen oder durch militärisches Handeln zu erfüllen“, betonte der 88-Jährige. 

In Israel wird schon seit mehr als einer Woche eine intensive Debatte über das Für und Wider eines Militärschlags gegen Iran diskutiert. Die Bevölkerung ist einer Umfrage gespalten. Die Angst, dass der Israel extrem feindlich eingestellte Iran Atomwaffen erlangen könnte, hält sich die Waage mit den unkontrollierbaren Folgen eines militärischen Vorgehens, das einen Flächenbrand in der gesamten Region auslösen könnte. 

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA will in der kommenden Woche offenbar neue Beweise für die Existenz eines iranischen Atomwaffenprogramms vorlegen. Wie die Nachrichtenagentur AP am Freitag aus Diplomatenkreisen erfuhr, sollen dabei bislang nicht veröffentlichte Geheimdienstinformationen ans Licht kommen. Das Material soll unter anderem Hinweise darauf enthalten, dass der Iran ein Computermodell eines Atomsprengkopfs entwickelt hat. Außerdem sollen Satellitenbilder gezeigt werden, auf denen ein großer Stahlcontainer zu sehen sein soll, der für Sprengstoffexperimente im Zusammenhang mit dem Atombombenprogramm genutzt worden sein soll.

Die IAEA listete in der Vergangenheit bereits Aktivitäten auf, die ihrer Meinung nach auf ein iranisches Atombombenprogramm hindeuten. Der Iran streitet die Existenz eines solchen Programms ab und besteht darauf, dass das Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene.

Kommentare (27)

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05.11.2011, 09:55 Uhr

Israel wird Iran angreifen…
3. November 2011 – ח׳ במרחשון תשע״ב

„Israel wird den Iran angreifen, um dessen Atomanlagen zu zerstören.“ Entsprechende Behauptungen wurden schon vor zehn Jahren gestreut, unter Berufung auf namenlose „Regierungskreise“…

Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 3. November 2011

Ohne auf die Landkarte geschaut zu haben, wurde spekuliert, dass Israel mit Hubschraubern Bodentruppen in das 3000 Kilometer entfernte Iran verlegen wolle. Dass Hubschrauber unbemerkt über die Türkei, Syrien, Saudi Arabien oder Jordanien und Irak fliegen müssten, störte die Polit-Spekulanten genauso wenig wie die irre Vorstellung, dass die Israelis mit bunkerbrechenden Bomben Löchlein in iranische Berge bohren könnten, um darunter versteckte Nuklearanlagen mit „unterirdischen Atomexplosionen“ zu zerstören. Ein namentlich zitierter israelischer Professor behauptete, derartigen „Schwachsinn“ niemals gesagt zu haben. Dieser Tage schüren erneut die oppositionelle israelische Zeitung Haaretz und der stramm anti-israelische britische Guardian die Spekulationen über einen bevorstehenden Angriff. Feuer ins Öl schütteten ehemalige Geheimdienstchefs wie Meir Dagan und Ex-Generale, die der Regierung Benjamin Netanjahus „Wahnsinn“ unterstellten, falls die einen Angriff auf Iran erwägen sollte. Persönliche und innenpolitische Animositäten scheinen diese öffentliche Diskussion eher anzutreiben als faktisches Wissen zu streng geheimen internen Beratungen, falls es die gibt.

Minister und Rechtsexperten bezeichnen das derzeitige „Iran-Geschwätz“ als „verantwortungslos“. Offiziell wird nur bestätigt, dass in Sachen Iran „alle Optionen auf dem Tisch liegen“.

Für eine Attacke auf Iran spricht, dass Israel schon seit über zehn Jahren Druck auf die USA

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05.11.2011, 09:56 Uhr

Wieder zeigt sich wer die wahren Schurken Staaten der Welt sind: Die USA und Israel. Wer einen Angriffskrieg, wegen dem Verdacht auf die militärische Nutzung von Atomwaffen verübt ist ein Kriegsverbrecher, da dieser selbst bei einem militärischen Atomprogramm unangemessen ist, so lange die Nutzung friedliche erfolgt.

Der israelische Imperialismus dringt in eine neue Dimension vor.

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05.11.2011, 09:56 Uhr

- II -

Für eine Attacke auf Iran spricht, dass Israel schon seit über zehn Jahren Druck auf die USA, Europa und andere ausübt, den Iran auf diplomatischen Wegen und mit Sanktionen am Bau der Atombombe zu hindern. Dafür spricht auch, dass Israel nicht untätig warten will, von einer Atombombe ausgelöscht zu werden.

Dagegen spricht neben der Geographie und der ungewissen Chance, alle Anlagen auf einen Schlag zerstören zu können, auch die politische Lage. Iran hat mit der Hisbollah im Libanon und Hamas im Gazastreifen bestens mit Raketen ausgestattete Verbündete, die auf einen Wink aus Teheran fähig wären, ganz Israel mit Raketen einzudecken. Der arabische Frühling hat Ägypten und vor allem Syrien eher unberechenbar gemacht. Die derzeitige Regierung Israels unter Netanjahu genießt weder Vertrauen noch einen guten Ruf, nicht einmal bei engen Verbündeten wie Deutschland und den USA. Ein Alleingang Israels gegen Iran klingt deshalb heute noch unwahrscheinlicher als vor zehn Jahren. Bei aller Kritik und Unverständnis für Israels Politik gibt es zudem noch keine Anzeichen für einen staatlichen Selbstmord Israels, also einem zweiten Holocaust an sechs Millionen Juden, also den jüdischen Einwohnern Israels.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

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