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17.06.2013

08:15 Uhr

Attac-Recherche

Griechenland-Hilfe ging an Banken und Reiche

„Das Ziel der politischen Eliten ist nicht die Rettung der griechischen Bevölkerung, sondern die des Finanzsektors.“ Laut der Globalisierungskritiker von Attac soll die Finanzspritze vor allem Anleger begünstigt haben.

Die Griechenland-Hilfe der Europäischen Union sollen hauptsächlich an Geldhäuser und Finanzanleger geflossen sein. dapd

Die Griechenland-Hilfe der Europäischen Union sollen hauptsächlich an Geldhäuser und Finanzanleger geflossen sein.

MünchenMehr als drei Viertel der Griechenland-Hilfsmilliarden gingen nach Einschätzung von Attac an Banken und reiche Kapitalanleger. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ mit Bezug auf Recherchen des globalisierungskritischen Bündnisses. Demnach sind von den 207 Milliarden Euro an Krediten, die bisher nach Athen überwiesen wurden, fast 160 Milliarden an Geldhäuser und Finanzanleger geflossen. „Das Ziel der politischen Eliten ist nicht die Rettung der griechischen Bevölkerung, sondern die des Finanzsektors“, sagte Lisa Mittendrein von Attac Österreich der Zeitung.

Laut den Berechnungen steckte die Regierung in Athen allein 58 Milliarden Euro in die Aufstockung des Eigenkapitals griechischer Banken. 55 Milliarden Euro wurden für die Rückzahlung auslaufender Staatsanleihen und 11 Milliarden für den Rückkauf alter Schulden ausgeben. Mit weiteren 35 Milliarden Euro soll Athen internationalen Banken, Versicherungen und Investmentfonds die Teilnahme am Schuldenschnitt des Jahres 2012 schmackhaft gemacht haben.

Die griechische Reformbilanz im Überblick. Hier klicken.

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Selbst von den knapp 47 Milliarden Euro, die tatsächlich im griechischen Staatshaushalt ankamen, musste Athen dem Bericht zufolge 35 Milliarden Euro umgehend als Zinszahlungen an die Besitzer von Staatsanleihen weiterleiten. Die Bundesregierung wies die Vorwürfe laut der Zeitung zurück. Die Menschen in Griechenland hätten davon profitiert, dass man der Regierung in Athen Zeit für Reformen verschafft und die Banken vor dem Kollaps bewahrt habe, hieß es demnach im Finanzministerium.

Von

dpa

Kommentare (12)

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R.Quaink

17.06.2013, 08:36 Uhr

R.Quaink
Da das Finanzministerium so umgehend wiedersprochen hat, kann es ja sicher genauso umgehend darstellen wie denn die Milliardenhilfen verwendet wurden. Als Kreditgeber lässt man sich ja einen Verwendungsnachweis liefern. Die Ausrede es handelt sich um vertrauliche Angaben gilt ja wohl nicht, da es sich um Hilfen der Bundesbürger an Griecheland handelt und nicht um eine Spende der Bediensteten im Finanzministerium.

Account gelöscht!

17.06.2013, 08:42 Uhr

"Die Menschen in Griechenland hätten davon profitiert, dass man der Regierung in Athen Zeit für Reformen verschafft und die Banken vor dem Kollaps bewahrt habe, hieß es demnach im Finanzministerium."

Ist ja nicht von der Hand zu weisen, aber eben nicht allen, und gerade nicht denen die nicht für diese Misere verantworlich sind.
Danke ATTAC, bitte mehr davon. Gegen diese weltweiten Schiebereiein hilft nur Öffentlichkeit.

Augias

17.06.2013, 08:44 Uhr

Selbst von den knapp 47 Milliarden Euro, die tatsächlich im griechischen Staatshaushalt ankamen, musste Athen dem Bericht zufolge 35 Milliarden Euro umgehend als Zinszahlungen an die Besitzer von Staatsanleihen weiterleiten.
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35 Milliarden Euros alleine als Zinszahlungen, das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Daran kann man erkennen, wie obszön dieses kleine Land ohne jede Industrie, ohne jede wettbewerbsfähige Wirtschaft und ohne jedes Verantwortungsgefühl jahrelang in Saus und Braus gelebt hat - und nichts von der maßlosen Verschuldung in nachhaltiges Wachstum investiert hat.
Es ist vollkommen egal, ob der Staat oder die Bevölkerung Griechenlands unsere "Rettungsmilliarden" erhalten, sie wurden auf jeden Fall in einem Fass ohne Boden versenkt. Und das ist die einzige Tragik an der Griechenrettung - dass unser Geld für immer und alle Zeiten für dieses korrupte System verbrannt wurde! Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, am 22. September die "Alternative für Deutschland" zu wählen - die anderen Alternativen wären mit weiteren Milliarden Euros an "Rettungsmaßnahmen" verbunden, die den Ausverkauf Deutschlands an die Bankrotteure aus dem Süden alternativlos zur Folge hätten.

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