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23.03.2017

04:33 Uhr

Attacke in London

Tote und Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag

VonKatharina Slodczyk

Am Jahrestag der Anschläge von Brüssel wird London von einer mutmaßlichen Terrorattacke erschüttert. Mindestens fünf Menschen sterben, 40 weitere werden zum Teil schwer verletzt. London steht unter Schock.

Handelsblatt-Korrespondentin aus London

Kerstin Leitel: „Wir werden hier gerade alle evakuiert“

Handelsblatt-Korrespondentin aus London: Kerstin Leitel: „Wir werden hier gerade alle evakuiert“

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LondonNach den mutmaßlichen Terrorangriffen am Londoner Parlament hat Premierministerin May angekündigt, dass die Terrorwarnstufe nicht erhöht wird. Ein Mann hatte mit einem Auto Fußgänger auf der Westminster Bridge niedergefahren und anschließend einen Polizisten auf dem Gelände des nahegelegenen britischen Parlaments erstochen.

Den Anschlag bezeichnete May als „krank und verkommen“. Das Leben werde wie gewohnt weitergehen. „Morgen früh wird das Parlament zusammentreten wie immer.“ Nach der aktuellen, zweithöchsten Warnstufe in Großbritannien gilt ein Anschlag bereits als „sehr wahrscheinlich“.

Fünf Tote und mindestens 40 Verletzte hat der Anschlag am Mittwochnachmittag in London gefordert. Außer einem 48-jährigen Polizisten und drei Passanten starb auch der Angreifer. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Sie nahm Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf. Bis zum Morgen bekannte sich niemand zu der Tat.

Bericht aus dem Parlament: Ein normaler Arbeitstag wird zum Alptraum

Bericht aus dem Parlament

Ein normaler Arbeitstag wird zum Alptraum

Bei einem Termin in Westminster sprach Handelsblatt-Autorin Kerstin Leitel zunächst mit Abgeordneten über den Brexit – und erlebte dann, was bei dem Anschlag dort geschah. Ihr Erlebnisbericht.

Scotland Yard geht davon aus, dass die Identität des ebenfalls getöteten Attentäters geklärt ist. Weitere Details wollte Mark Rowley von der Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei jedoch zunächst nicht nennen.

Der Angreifer fuhr auf der Westminster Bridge Fußgänger nieder und erstach auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten. Der Journalist Quentin Letts von der Zeitung „Daily Mail“ sagte, er habe gesehen, wie Polizisten einen in Schwarz gekleideten Mann aufhalten wollte, als er ins Parlament stürmen wollte. Plötzlich sei einer der Beamten zu Boden gefallen, der Angreifer sei weitergerannt und schließlich von zwei Bewaffneten in Zivil niedergeschossen worden, sagte Letts der BBC.

„Auf der gesamten Länge der Brücke waren Menschen auf dem Boden“, sagte der Augenzeuge Richard Tice dem Sender Sky News. Der frühere polnische Außenminister Radoslaw Sikorski, der zufällig vor Ort war, stellte ein Video von den Verletzten auf der Brücke online. Eine Frau wurde lebend aus der Themse gezogen.

Auch am späten Abend war das Areal um das Parlament in London noch weiträumig abgesperrt. Auch Hubschrauber kreisten noch über dem Regierungsviertel. Der Angriff ereignete sich am Jahrestag der Selbstmordanschläge auf den Flughafen und die U-Bahn in Brüssel, bei denen 2016 insgesamt 32 Menschen getötet worden waren. Er hatte aber eher Parallelen zu den Anschlägen von Nizza und Berlin, bei denen die Angreifer ebenfalls Fahrzeuge als Waffe eingesetzt hatten. In London war es allerdings kein Lkw, sondern ein SUV.

Laut einer behandelnden Ärztin hatten die Opfer teils „katastrophale Verletzungen“. Anschließend krachte der Mann mit seinem Wagen an einen Metallzaun zum Parlamentsgelände, sprang aus dem Wagen, gelangte durch die Eisentore in den Innenhof des Westminster Palace und stach dort den Polizisten nieder, bevor er erschossen wurde.

Premierministerin Theresa May war während der Attacke auf dem Parlamentsgelände, wurde aber von ihren Leibwächtern rasch in Sicherheit gebracht. Sie berief eine Krisensitzung mit Regierungsmitgliedern und Sicherheitsbehörden ein. Die meisten übrigen Abgeordneten mussten im stundenlang abgeriegelten Parlament ausharren. Ein konservativer Abgeordneter, Tobias Ellwood, leistete dem Polizisten Erste Hilfe, konnte ihn aber nicht retten.

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