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10.07.2016

20:18 Uhr

Attentat in Dallas

Polizistenmörder plante noch größere Attacke

Die Stimmung in den USA ist aufgewühlt. Präsident Obama ruft zum Zusammenhalt auf. Dennoch kommt es zu neuer Gewalt gegen Polizisten. Derweil wird immer mehr Schockierendes über den Heckenschützen von Dallas bekannt.

Mit Blumen, Ballons und Stofftieren geschmückten Polizeiautos gedenken Menschen der Opfer vor einer Polizeistation in Dallas. dpa

Nach Schüssen auf Polizisten in Dallas

Mit Blumen, Ballons und Stofftieren geschmückten Polizeiautos gedenken Menschen der Opfer vor einer Polizeistation in Dallas.

DallasDer Polizistenmörder von Dallas plante eine noch größere Attacke als die tödlichen Schüsse auf die Beamten. Darauf deuten unter anderem Einträge in einem Tagebuch und der Sprengstoff hin, der in der Wohnung des Täters gefunden wurde. Das berichtete der Polizeichef der texanischen Stadt, David Brown, am Sonntag.

In zahlreichen US-Städten gingen wieder Tausende Menschen gegen Polizeigewalt auf die Straße. In St. Paul im Bundesstaat Minnesota wurden Polizisten mit Steinen, Böllern und Molotowcocktails beworfen und fünf von ihnen verletzt.

In mehreren Städten blockierten Demonstranten wichtige Verkehrsstraßen, in einigen Fällen setzte die Polizei nach Medienberichten Rauchbomben ein. Insgesamt wurden mehr als 200 Menschen festgenommen, allein 125 in Baton Rouge (Louisiana).

Präsident Barack Obama beschwor die Einheit der Nation und rief seine Landsleute auf, nach vorn zu blicken. Den Polizistenmörder bezeichnete er als „verrückten“ Einzeltäter.

Obama will nach Angaben des Weißen Hauses am Dienstag Dallas besuchen und dort unter anderem auf einer überkonfessionellen Gedenkfeier sprechen. Er verkürzte deshalb einen Spanienbesuch im Anschluss an den Nato-Gipfel in Warschau und flog am Sonntag nach Washington zurück.

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Auslöser der landesweiten Proteste war der Tod zweier Afroamerikaner in den US-Staaten Minnesota und Louisiana durch Polizeischüsse. In der Nacht zum Freitag eskalierte die Lage. Der 25-jährige Afroamerikaner Micah Johnson erschoss während einer Demonstration gegen Polizeigewalt fünf Polizisten und verletzte fünf weitere sowie zwei Zivilisten.

Als Motiv gilt Hass gegen Weiße. Gefundene Schriften und Facebook-Einträge deuten auch darauf hin, dass Johnson Sympathien für afro-nationalistische Ideen und schwarze Extremistengruppen hatte.

Der 25-Jährige war früher Heeresreservist und wurde Ende 2013 in Afghanistan eingesetzt, allerdings nicht in Kämpfen. Mehreren Medienberichten zufolge wurde er nach dem Vorwurf der sexuellen Belästigung einer Soldatin vorzeitig zurück nach Hause geschickt.

Brown zufolge wurde der Täter anscheinend „in seinem Wahn“ durch die Polizeischüsse auf die Schwarzen in Minnesota und Louisiana angestachelt und entschloss sich zu dem Angriff. Er soll zuvor im Garten seines Wohnhauses militärische Praktiken geübt haben – so die Heckenschützentaktik, die er bei seiner Attacke anwendete: Schießen und dann immer wieder schnell den Ort wechseln.

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