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13.01.2016

13:09 Uhr

Attentat von Istanbul

Zahl der toten Deutschen steigt auf zehn

Ausländer sind laut türkischem Geheimdienst gezielt im Visier der Terrormiliz IS. Der Anschlag mit mindestens elf Toten, zehn davon Deutsche, verunsichert Reisende. Doch jetzt gibt es eine erste Festnahme.

Terror in Istanbul

Auswärtiges Amt rät: Meiden Sie Tourismus-Attraktionen!

Terror in Istanbul: Auswärtiges Amt rät: Meiden Sie Tourismus-Attraktionen!

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Istanbul/BerlinNach dem Anschlag von Istanbul mit elf Toten hat die türkische Polizei einen Verdächtigen gefasst. Der Verdächtige sei am Dienstagabend festgenommen worden, erklärte der türkische Innenminister Efkan Ala am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Istanbul. Die Ermittlungen liefen auf höchster Ebene und in verschiedene Richtungen.

Unter den elf Toten waren zehn deutsche Touristen. De Maizière (CDU) ist am Morgen in die Türkei gereist, um sich in Istanbul seinen türkischen Amtskollegen Ala zu treffen und sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach den Worten des Bundesinnenministers war der Anschlag nicht gezielt gegen Deutsche gerichtet. Er sehe daher „keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen“, sagte de Maizière bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ala in Istanbul. Touristen sollten aber die Hinweise des Auswärtigen Amts beachten.

Nach Angaben von Minister Ala sind insgesamt elf Menschen ums Leben gekommen, darunter zehn Deutsche. Außerdem gebe es noch zwei deutsche Schwerverletzte, sagte er am Mittwoch in Istanbul nach einem Treffen mit Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. Die anderen beiden Toten stammten aus Norwegen und Peru.

Das Sultanahmet-Viertel in Istanbul

Beliebtes Ausflugsziel

Der Stadtteil Sultanahmet in Istanbul gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Türkei für Touristen aus aller Welt.

Ortsname

Benannt ist er nach Ahmet I., der als Sultan von 1603 bis 1617 über das Osmanische Reich herrschte.

Lage

Das Altstadtviertel liegt auf einer Halbinsel im europäischen Teil Istanbuls. Hier befand sich auch das Zentrum des historischen Konstantinopels.

Bekannte Sehenswürdigkeiten

In der Nähe des zentralen Sultanahmet-Platzes stehen mit der Blauen Moschee, der Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Der Deutsche Brunnen

Auf dem Platz steht auch der Deutsche Brunnen, der im Andenken an einen Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. in Istanbul im Jahre 1898 errichtet wurde.

Weltkulturerbe

1985 erklärte die Unesco das Viertel zum Weltkulturerbe.

Der 1988 geborene Attentäter hatte sich am Dienstagvormittag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee im historischen Zentrum Istanbuls in die Luft gesprengt. Unter den Todesopfer waren drei Rheinland-Pfälzer, ein Ehepaar aus Brandenburg und ein Berliner.

Die getöteten und schwer verletzten Urlauber aus Rheinland-Pfalz stammten aus Mainz und Bad Kreuznach. Es handele sich um zwei Ehepaare, sagte ein Polizeisprecher am Morgen in Mainz. Die Angehörigen seien inzwischen informiert worden.

Die Eheleute aus Mainz – ein 61 Jahre alter Mann und seine 59 Jahre alte Frau – wurden bei dem Attentat getötet, ebenso der 73 Jahre Mann aus Bad Kreuznach, wie ein Sprecher des Mainzer Innenministeriums sagte. Die Ehefrau des Mannes aus Bad Kreuznach erlitt demnach schwere Verletzungen und liegt in einer Istanbuler Klinik.

Der gewaltige Knall war in mehreren Vierteln zu hören. Der Privatsender NTV berichtete, die Polizei habe den Tatort rund 25 Meter von der Blauen Moschee entfernt abgesperrt und den Menschen verboten, sich zu nähern, für den Fall einer zweiten Explosion. Ärzte eilten an den Tatort, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Laut dem türkischen Geheimdienst MIT sind Touristen, diplomatische Vertretungen, Büros der Nato und internationaler Organisationen sowie Ausländer ganz allgemein in der Türkei offenbar Ziel der Terrormiliz Islamischer Staat (IS): Zweimal, am 17. Dezember 2015 und am 4. Januar 2016, soll der MIT die Regierung in Ankara und Sicherheitsbehörden über seine Erkenntnisse informiert haben, berichtet die Tageszeitung Hürriyet. Ein hochrangiger Polizist bestätigte Spiegel Online, dass es „entsprechende Warnungen" gegeben haben soll.

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