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25.01.2005

12:13 Uhr

Attentatsserie reißt nicht ab

Aufständische erschießen Richter im Irak

Aufständische haben am Dienstag in einem weiteren Versuch zur Sabotage der Parlamentswahlen im Irak einen Richter und dessen Sohn in Bagdad erschossen.

HB BAGDAD. Die beiden seien unter Beschuss genommen worden, als sie am Morgen ihr Haus im Osten der Hauptstadt verließen, verlautete aus Polizeikreisen. Seit Monaten verüben Aufständische fast täglich Attentate auf irakische Sicherheitskräfte und Vertreter der Behörden, denen sie Kollaboration mit den im Land stationierten US-Truppen vorwerfen. Dabei sind in den vergangenen Wochen unter anderem der Provinz-Gouverneur von Bagdad und der Vize-Polizeichef der Stadt getötet worden. Mit ihren Übergriffen wollen die Aufständischen die Lage vor den für Sonntag geplanten Parlamentswahlen destabilisieren.

Wenige Stunden vor dem Attentat auf den Richter hatte ein hochrangiger Vertreter des US-Militärs erklärt, Aufständische würden vor den Wahlen möglicherweise einen „spektakulären Anschlag“ planen. US-General Erv Lessel, stellvertretender Leiter des US-Einsatzes im Irak, sagte dem Sender CNN, in den vergangenen Tagen sei die Zahl der Anschläge zwar um 50 % zurückgegangen. „Wir gehen aber davon aus, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm ist“, fügte er hinzu. Lessel zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Iraker trotz der anhaltenden Gewalt nicht von der Wahl abhalten ließen.

Am Wochenende hatte der Al-Kaida-Extremist Abu Mussab al-Sarkaui den demokratischen Kräften im Irak den Krieg erklärt. Er forderte die sunnitischen Moslems in dem Golfstaat auf, sich gegen die Wahl zu stellen, weil es sich um eine Verschwörung der USA und der schiitischen Moslems handele. Mit rund 60 % stellen die Schiiten die Bevölkerungsmehrheit im Irak. Sie wurden unter der Herrschaft des mittlerweile gestürzten sunnitischen Präsidenten Saddam Hussein unterdrückt.

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