Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.09.2011

16:08 Uhr

Auch 2010

Deutschland - ungeschlagener EU-Zahlmeister

Deutschland ist und bleibt der Zahlmeister Europas. Kein anderes Land hat 2010 mehr für die EU bezahlt. Dabei stieg die Geldsumme beträchtlich im Vergleich zu 2009. Auf der Nehmerseite steht Polen ganz vorne.  

Kein Land steckt mehr Geld in die EU als Deutschland. dpa

Kein Land steckt mehr Geld in die EU als Deutschland.

BrüsselDeutschland hat 2010 unter dem Strich mehr für die EU bezahlt als zuvor. Der Nettobeitrag von Europas größtem Zahlmeister stieg auf 9,2 Milliarden nach 6,4 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Im vergangenen Jahr war der Betrag wegen Einmaleffekten niedriger ausgefallen, bereinigt um diese Sonderposten hatte er 8,1 Milliarden Euro betragen. Das geht aus dem Finanzbericht der Behörde für das vergangene Jahr hervor.  

Der Nettobeitrag ist der Saldo von Einnahmen aus der EU-Kasse und den Beiträgen, die ein Land nach Brüssel zahlt. Die Nettobelastung Deutschlands entspricht 0,36 Prozent der Wirtschaftsleistung. Stärker belastet war nur Belgien mit 0,41 Prozent.  

Auf der Nehmerseite steht weiterhin Polen weit vorne an der Spitze. Warschau erhielt unterm Strich 8,4 Milliarden Euro von der EU, 2009 waren es 6,4 Milliarden. Auf Platz zwei folgt Spanien mit 4,1 Milliarden Euro. Platz drei belegt Euro-Schuldensünder Griechenland mit 3,6 Milliarden Euro.  

Der umstrittene Beitragsrabatt für Großbritannien ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. 2010 lag er bei 3,6 Milliarden Euro, 2009 hatte er noch 5,6 Milliarden Euro betragen. Die Briten hatten die Reduzierung ihres Beitrages in den 80er Jahren erkämpft, weil sie damals vergleichsweise wenig von der EU-Agrarpolitik profitierten.  

Der Britenrabatt ist bei den derzeit laufenden Verhandlungen zur Finanzierung Europas in den Jahren 2014 bis 2020 ein Streitpunkt. Nach einem Vorschlag der EU-Kommission sollen die Ausgaben im Vergleich zur Vorperiode um fünf Prozent auf 972 Milliarden Euro steigen. Dies ist ebenso wie die zwei neu vorgeschlagenen Steuern unter den Mitgliedsstaaten sehr umstritten.  

Der EU-Haushalt soll im kommenden Jahr nach dem Vorschlag der Kommission einen Umfang von rund 141 Milliarden Euro haben. Das meiste Geld aus dem EU-Haushalt fließt in die Landwirtschaft und die Förderung strukturschwacher Regionen. Der Haushalt wird zum größten Teil aus Beiträgen der Mitgliedsländer finanziert. Maßgeblich ist dabei das jeweilige Bruttonationaleinkommen. Weitere Quellen sind anteilige Mehrwertsteuereinnahmen oder Zölle.  

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

30.09.2011, 17:11 Uhr

Es ist Zeit für den Teutonen-Rabat: wir bekommen nichts, zahlen aber auch nichts mehr.

Account gelöscht!

30.09.2011, 20:26 Uhr

Niemand in Europa möchte so sparsam und redlich leben wie die Deutschen aber Zahlen dürfen die Teutonen bis sie umkippen denn sie sind entbehrlich.

Europa das ist mittlerweile wie ein Horrorfilm auf Endlosschleife...

Rainer_J

30.09.2011, 20:54 Uhr

Die Fehlkonstruktion "Eurozone" ist für mich ein Versuch einen Rocker, einen Punker, einen Reaver, einen Musterschüler der gerne Klassik hört und einen Volksmusikfan in einen Raum zu sperren und nun sollen sie sich auf eine gemeinsame Musik und Lautstärke einigen. Einer wird sich durchsetzen, aber es wird nicht der Musterschüler sein. Oder sie bekommen eine zusammengesetzte Musik aus allen Musikrichtungen und eine vorgeschriebene Lautstärke - glücklich ist sicherlich keiner damit.

Jeder Realist sagt sofort, dass das nicht gutgehen kann. Aber die Eurofanatiker brechen lieber alle Gesetze, Versprechen, Regeln und Verträge. Dabei merken sie nicht, dass sie den Euro wie er gedacht war, nämlich als DM-ähnliche Währung für mehrere Länder bereits abgeschafft haben. Die EZB ist die größte Bad Bank der Welt und mischt sich in die Politik ein und belohnt und bestraft Länder mit dem Kauf- oder Nichtkauf von Staatsanleihen.

Was hat das noch mit der DM-Ähnlichkeit und politische Unabhängigkeit und politikferne der Bundesbank zu tun? Eigentlich nichts mehr!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×