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25.01.2004

15:12 Uhr

Auch der Deutsche Steven Smyrek soll überstellt werden

Israel lässt nach deutscher Vermittlung 400 Gefangene frei

Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz haben sich nach Geheimverhandlungen auf einen Austausch von mehr als 400 Gefangenen geeinigt.

HB BERLIN/JERUSALEM/BEIRUT. Nach dem Abkommen soll auch der in Israel wegen Verstrickung in Terrorismus verurteilte Deutsche Steven Smyrek überstellt werden, wie die israelische Regierung am Sonntag entschied. Der Generalsekretär der Hisbollah, Hassan Nasrallah, und der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon dankten der Bundesregierung am Sonntag für die Vermittlung. Die Vereinbarung regelt den größten Gefangenenaustausch seit fast 20 Jahren.

Nach der Vereinbarung soll Israel am Donnerstag der Geschäftsmann und Oberst der Reserve, Elchanaan Tennenboim, übergeben werden. Die 400 in Israel entlassenen Gefangenen kommen nach Angaben Nasrallahs am selben Tag auf dem Beiruter Flughafen an. Die Überreste dreier für tot erklärter israelischer Soldaten werden dann am Freitag überstellt.

„Mit dieser Übereinkunft erzielten Israel und die Hisbollah einen Durchbruch, um einige der schmerzlichen Konsequenzen des Nahostkonflikts zu mildern“, erklärte die Bundesregierung am Samstag in Berlin. Nasrallah dankte dem deutschen Geheimdienstkoordinator Ernst Uhrlau am Sonntag in Beirut für die Vermittlung. Scharon erklärte, die Entscheidung sei korrekt und moralisch. In Israel gab es aber auch Kritik an dem Gefangenenaustausch.

Die Übereinkunft ist Ergebnis einer monatelangen Vermittlung Uhrlaus. Die Hisbollah verpflichtet sich danach zu einer „Repatriierung von Herrn Elchanan Tennenboim und der drei im Jahr 2000 gefangenen israelischen Soldaten“. Die drei Soldaten hatte die Hisbollah im Oktober 2000 im Dreiländereck zwischen Israel, Libanon und Syrien von israelischem Territorium entführt. Sie wurden bei der Kommandoaktion nach israelischen Angaben so schwer verletzt, dass sie amtlich für tot erklärt wurden.

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